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Fortschritte chinesischer KI untergraben den Preisvorteil der US-KI-Giganten

Chinesischer KI-Aufstieg setzt US-Anbieter mit hohen Margen unter Druck

Der Aufstieg chinesischer KI setzt das hochprofitable Geschäftsmodell unter Druck, das US-KI-Unternehmen aufgebaut haben. Das neue Modell Kimi K3 des chinesischen Start-ups Moonshot AI, auf Chinesisch Yuezhianmian, soll in puncto Leistung den Spitzenmodellen von Anthropic und OpenAI nahekommen. Sollte die Annahme wegbrechen, hochwertige KI zu hohen Preisen verkaufen zu können, könnte dies auch die Pläne zur Amortisation milliardenschwerer Investitionen belasten.

Chinesische KI ist 70 Prozent billiger als 'Feible'

Kimi K3 von Moonshot AI soll in einem breiten Spektrum von Bereichen wie Programmierung, Mathematik und Naturwissenschaften eine Leistung nahe an Anthropic's 'Feible' und OpenAIs GPT-5.6 gezeigt haben. Die Nutzungsgebühren sind niedrig gehalten, der Preis pro Nutzungseinheit liegt 70 Prozent unter dem von 'Feible' und 40 Prozent unter Anthropic's zweitstärkstem Modell 'Opus 4.8'.

Der Preisvorteil beruht darauf, dass chinesische KI-Anbieter auf ein offenes Modell setzen und Forschungsergebnisse nach außen veröffentlichen. Weil sie die Technologie nicht abschotten müssen, lassen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten leichter begrenzen. Auch der Vorteil, dass nicht alle Kosten für Rechenzentren und andere Infrastruktur selbst getragen werden müssen, wird hervorgehoben. Anthropic und OpenAI, die bei der Leistung bisher vorne lagen, verfolgen dagegen ein geschlossenes Modell, bei dem Spitzentechnologie im Unternehmen bleibt und hochleistungsfähige Modelle teuer verkauft werden, um die Entwicklung zu finanzieren.

Das Auftauchen von Kimi K3 könnte diese Struktur aufbrechen. Wenn beide Unternehmen ihren Leistungsvorsprung nicht halten können, dürfte der Druck in den Preiswettbewerb zunehmen. Verzögert sich die Kapitalrückführung, verengen sich auch die Mittel für die nächste Entwicklungsrunde, und die Sicherung des Wettbewerbsvorteils wird schwieriger. Der KI-Forscher Nathan Lambert weist darauf hin, dass starke offene Modelle die potenziellen Gewinnmargen geschlossener Anbieter deutlich drücken können. Sorgen um die Rentabilität könnten auch den Börsengang von Anthropic und OpenAI beeinflussen.

Anzeichen einer solchen Commoditisierung sind bereits sichtbar. Mit dem generellen Leistungszuwachs bei KI und für Aufgaben wie Büroarbeit oder Programmierung sinkt der Zwang, unbedingt auf die besten US-Modelle zu setzen. Nach Angaben des US-Anbieters OpenRouter, der mehrere KI-Modelle umschaltet, entfallen bei der Nutzung durch Unternehmen 60 Prozent des Volumens auf chinesische KI. Marty Kausas, CEO des US-Software-Start-ups Pylon, sagte ebenfalls, im Unternehmen gebe es keinen Anwendungsfall, für den Anthropic's leistungsstärkste KI 'Feible' nötig sei.

Bei 'heimlichem Destillieren' drohen Sanktionen

Die Vorsicht bei US-KI-Unternehmen ist groß. Dean Ball, der Politikchef von OpenAI, erklärte, werde das offene Modell, bei dem Technologien geteilt werden, zum Standard, werde KI zu einem 'öffentlichen Gut des Staates' und einen 'KI-Kommunismus' auslösen. Er warnte, dass Unternehmen dann den Anreiz zur Entwicklung verlören und der technologische Fortschritt ins Stocken geraten könnte.

Die Regierung von Präsident Donald Trump vermutet auch, dass bei der Verbesserung chinesischer KI unfaire Methoden eingesetzt worden sein könnten. Im Fokus steht die Regulierung von 'Distillation', also dem Lernen und Übernehmen der Fähigkeiten konkurrierender KI-Modelle. Michael Kratsios, Leiter des US-Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik (OSTP), teilte am 22. mit, es gebe Informationen, wonach Moonshot AI Anthropic's 'Feible' destilliert habe. Zudem verwies er auf die Möglichkeit, Maßnahmen zur Umgehung der Erkennung ergriffen zu haben, und kritisierte: 'Heimliches Destillieren, das unsere eigene US-Technologie stiehlt, ist nicht akzeptabel.'

Anthropic argumentiert schon seit Längerem, das Destillieren durch chinesische Anbieter sei organisierte Täuschung; sie würden sich ohne die Kosten und Risiken der Entwicklung fortschrittlicher KI an den Investitionen der USA bereichern. US-Finanzminister Scott Bessent sagte ebenfalls am 22., sollten chinesische Unternehmen heimlich in industriellem Maßstab destillieren und geistiges Eigentum der USA stehlen, werde man prüfen, sie mit Sanktionen oder faktischen Exportverboten zu belegen. Damit warnte er Moonshot AI und andere.

Gleichzeitig gibt es auch Zurückhaltung gegenüber einer Ausweitung der Regulierung. Der Investor David Sacks, der der Trump-Regierung nahesteht, warf den beiden bereits oligopolistischen geschlossenen Marktführern vor, bei der US-Regierung die Ausgrenzung konkurrierender offener Anbieter zu verlangen, und kritisierte OpenAI und Anthropic.

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