Durchsuchung bei Suedkoreas Wahlkommission wegen Stimmzettelknappheit und Manipulationsverdacht
Hintergrund der Durchsuchung
Im Zusammenhang mit dem Mangel an Stimmzetteln bei den südkoreanischen Kommunalwahlen am 3. Juni durchsuchte die gemeinsame Ermittlungsgruppe von Staatsanwaltschaft und Polizei am 23. die Büros der Zentralen Wahlkommission in Gwacheon in der Provinz Gyeonggi sowie weitere Orte. Das berichteten südkoreanische Medien.
Den Berichten zufolge geht die gemeinsame Ermittlungsgruppe davon aus, dass Wahlkommissionsmitarbeiter, die die Wahllokale in den einzelnen Regionen verwalteten, Systemwerte manipuliert haben könnten, um Eingabefehler bei der Zahl der Wähler zu vertuschen.
Interne Unterlagen beschlagnahmt
Seit dem Morgen des 23. schickten die Ermittler Staatsanwälte und Beamte in die Zentrale der Wahlkommission sowie zu den Wahlkommissionen der Bezirke in Seoul, wo die Stimmzettelknappheit auftrat, und beschlagnahmten zugehörige Unterlagen, darunter interne Server. Dem Durchsuchungsbeschluss zufolge stehen unter anderem der Verdacht der Fälschung öffentlicher elektronischer Aufzeichnungen im Raum.
Die Knappheit an Stimmzetteln trat in 91 Wahllokalen landesweit auf, vor allem in Seoul, und führte zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Stimmabgabe sowie zu Zeitverschiebungen. Die Zentralwahlkommission hatte erklärt, dies sei darauf zurückzuführen, dass die Wahlbeteiligung zu niedrig angesetzt und deshalb weniger Exemplare gedruckt worden seien.
Danach wuchs das Misstrauen, es habe eine absichtliche Behinderung der Wahl oder Manipulation bei der Auszählung gegeben. Vor allem unter Jüngeren nahmen zudem die Beschwerden zu, dies stelle eine Verletzung des Wahlrechts dar; zeitweise wurde dies auch als Grund für die Ablehnung der Regierung von Lee Jae-myung genannt.
Lee hatte die zuständigen Ministerien zu einer gründlichen Aufklärung angewiesen, und die gemeinsame Ermittlungsgruppe wurde am 9. Juni eingerichtet. Nicht nur diese Wahl, sondern auch Unregelmäßigkeiten bei früheren Wahlen könnten Gegenstand der Ermittlungen werden.
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