Seven & i und PayPay wollen mit ID-Abgleich ein Ökosystem mit mehr als 100 Millionen Nutzern schaffen
Tendenz zu Beteiligungen und ID-Integration
PayPay und Seven & i Holdings (HD) befinden sich in der Endabstimmung über eine Zusammenführung ihrer Kundendaten. Die Zahl der IDs dürfte auf mehr als 100 Millionen steigen, was die Entstehung eines der größten Punkte-Ökosysteme im Inland erwarten lässt.
Mit der Verbreitung künstlicher Intelligenz (KI) ist ein Umfeld entstanden, in dem die Menge an Kundendaten die Wettbewerbsfähigkeit im Einzelhandel bestimmt. Eine Integration der Daten beider Unternehmen würde eine präzisere Analyse der Kaufgewohnheiten von Verbrauchern ermöglichen und zugleich die Bequemlichkeit beim Einkaufen erhöhen.
PayPay und die unter SBG stehende Telekommunikationstochter SoftBank stimmen zudem über eine Beteiligung an Seven ab. SoftBank und PayPay erwägen jeweils Investitionen in der Größenordnung von 100 Milliarden Yen, und auch Sumitomo Mitsui Card, eine Tochter der Sumitomo Mitsui Financial Group (FG), will sich beteiligen. Eine Bekanntgabe der Beteiligungen und der Kooperationsmaßnahmen ist noch für Ende Juli geplant.
Mitgliederbasis soll auf mehr als 100 Millionen steigen
Auf Grundlage der Beteiligungsgespräche soll über eine Zusammenführung der Kundendaten von PayPay und Seven beraten werden. Details wie der Zeitpunkt der Integration sollen später festgelegt werden. PayPay zählt in Japan 74 Millionen registrierte Nutzer, Seven betreibt außerdem den gruppenweiten Mitgliederservice 7iD, bei dem 39 Millionen Nutzer registriert sind.
Eine einfache Addition der Mitglieder beider Unternehmen ergibt etwas mehr als 100 Millionen und würde damit bei der Mitgliederbasis eine Größenordnung erreichen, die mit Rakuten Group und NTT Docomo vergleichbar ist. Zudem wird eine Anbindung an V-Punkte geprüft, das gemeinsame Punktesystem der Sumitomo Mitsui FG, deren Tochter Sumitomo Mitsui Card voraussichtlich gemeinsam mit PayPay und SoftBank in Seven investieren wird.
Vertrieb und Zahlungsverkehr stärken
Kommt die Zusammenarbeit zwischen PayPay und Seven voran, dürften sich Maßnahmen leichter umsetzen lassen, mit denen sich je nach Einkaufsvolumen in den Seven-Filialen leichter PayPay-Punkte und andere Prämien sammeln lassen. Auch auf die Vorlieben der Verbraucher zugeschnittene Kampagnen ließen sich einfacher starten, was für Seven eine Stärkung im bisher eher schwach besetzten Zahlungsbereich bedeuten würde.
Die über 7iD sammelbaren Seven-Miles können bereits heute jeweils in PayPay-Punkte und V-Punkte umgetauscht werden. Dass PayPay und andere Anbieter die Punktevernetzung dennoch ausbauen, liegt daran, dass sie sich von einer Partnerschaft mit Seven, das landesweit rund 22.000 Filialen hat, eine stärkere Kundenbindung und mehr Zahlungsvorgänge über PayPay und Sumitomo Mitsui Card erhoffen. Die Dienste von PayPay und Sumitomo Mitsui konzentrieren sich vor allem auf Finanz- und Zahlungsgeschäfte und haben vergleichsweise wenige Berührungspunkte mit dem Einzelhandel. Mit dem Filialnetz von Seven soll auch die Ausweitung nichtfinanzieller Dienste vorangetrieben werden.
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