EU-Kommission verhängt 890-Millionen-Euro-Strafe gegen Google wegen Suchbevorzugung
Eigene Dienste in der Suche bevorzugt
Die Europäische Kommission, die Exekutive der Europäischen Union (EU), teilte am 23. mit, dass sie gegen Google, eine Tochter von Alphabet aus den USA, eine Geldbuße von 890 Millionen Euro (rund 165 Milliarden Yen) verhängen wird. Sie kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen eigene Dienste in der Suchmaschine bevorzugt und damit gegen die Regulierung verstoßen habe.
Betroffen ist der Digital Markets Act (DMA), der eingeführt wurde, um die Monopolstellung großer Plattformanbieter einzudämmen. Es ist die dritte Geldbuße auf Grundlage des DMA nach den US-Konzernen Apple und Meta im April 2025 und zugleich die bislang höchste auf Basis dieses Gesetzes verhängte Strafe.
Korrekturen auch bei Google Play gefordert
Die Kommission wies darauf hin, dass Google wiederholt die nach dem DMA verbotene Bevorzugung eigener Dienste praktiziert habe. In den Suchergebnissen seien der eigene Shopping-, Hotelbuchungs- und Fahrdienstbereich bevorzugt angezeigt worden, während Dienste anderer Anbieter nicht gleich behandelt worden seien.
Auch beim App-Store Google Play sah die Kommission ein Problem darin, dass App-Anbieter unzulässig daran gehindert worden seien, Verbraucher auf günstigere externe Websites zu leiten. Die Kommission verlangte binnen 60 Tagen Abhilfe und würdigte zugleich, dass bereits Maßnahmen in den Suchergebnissen und anderen Bereichen begonnen hätten. Sollte dies nicht ausreichen, drohte sie mit zusätzlichen Geldbußen.
Regulierung großer Tech-Konzerne und Spannungen zwischen den USA und Europa
Der DMA ist eine präventive Regulierung, die für große Tech-Unternehmen vorab Verbote und Pflichten festlegt. Bei schwerwiegenden Verstößen können Geldbußen von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verhängt werden, bei Wiederholungstätern bis zu 20 Prozent.
Im Fall Google bestätigte der Gerichtshof der Europäischen Union, das oberste Gericht der EU, im Juli eine frühere Entscheidung der Kommission wegen eines Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht und machte damit eine Geldbuße von 4,13 Milliarden Euro (rund 760 Milliarden Yen) endgültig. Mit harten Sanktionen drängt die EU Tech-Konzerne dazu, ihre Geschäftsmodelle zu ändern. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump kritisiert die Regulierung von US-Unternehmen durch die EU, was zu einem Zankapfel in den Beziehungen zwischen den USA und Europa werden könnte.
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