Gewinn bei Tesla bricht wegen schwacher EV-Nachfrage um 57 Prozent ein
Ergebnisse verschlechtern sich
Der US-Elektroautohersteller Tesla hat am 22. die Ergebnisse für das Quartal April bis Juni 2026 vorgelegt. Der Betriebsgewinn sank im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 398 Millionen Dollar (rund 65 Milliarden Yen). Der Netto-Cashflow (Free Cashflow, FCF) lag mit minus 1,092 Milliarden Dollar im Minus, womit das Unternehmen auf Quartalsbasis zum ersten Mal seit rund zwei Jahren wieder in die roten Zahlen rutschte. Im nachbörslichen Handel an der US-Börse am 22. gab die Aktie um 4 Prozent nach.
Schwäche im Kerngeschäft EV
Während die Umsatzrate des EV-Geschäfts, das 70 Prozent des Umsatzes ausmacht, nur 23 Prozent betrug, stiegen die betrieblichen Aufwendungen des Konzerns um 47 Prozent. Die Bruttomarge des EV-Geschäfts lag bei 16 Prozent und damit unter der Markterwartung von 18 Prozent. Nach Angaben des US-Analysehauses Cox Automotive gingen Teslas EV-Verkäufe in den USA im Quartal April bis Juni um 13 Prozent zurück.
Das von der US-Regierung unter Trump ab Herbst 2025 beendete Steuergutschriftenprogramm für den Kauf von E-Autos sowie die Überarbeitung der Abgasvorschriften verschlechterten das Absatzumfeld. Zudem musste Tesla die Verkaufsförderung ausbauen, die als Grundlage für Preisnachlässe dient. Mit der Abschaffung der Abgasregeln sanken auch die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten an andere Unternehmen um 67 Prozent. Garrett Nelson von CFRA Research sagte am 22., die Regeländerungen hätten erhebliche negative Auswirkungen gehabt und die Unsicherheit verdeutlicht.
Hochpreisige Fahrzeuge und Robotaxis
Im Mai stellte Tesla im Rahmen der Neuausrichtung auf KI die Produktion von zwei margenstarken Premium-EV-Modellen ein, deren Preise bei mehr als 110.000 Dollar lagen. Im wichtigen US-Markt belasten neben Zöllen und höheren Logistikkosten auch die steigenden Beschaffungskosten für Halbleiter, die wegen der KI-Nachfrage knapp sind. Damit wird noch deutlicher, dass Tesla vor allem mit den Volumenmodellen Model Y und Model 3 Geld verdient.
Für das selbstfahrende Taxi Robotaxi, das Tesla als einen der Wachstumstreiber positioniert, war geplant, bis Ende 2025 in bis zu zehn Ballungsräumen in den USA zu operieren. Am 22. nannte das Unternehmen jedoch kein Ziel für eine Ausweitung des Einsatzgebiets. Konzernchef Elon Musk sagte in der Ergebnispräsentation lediglich, man habe ambitionierte Ziele für den Einsatz auf öffentlichen Straßen, zugleich sei aber Vorsicht mit Blick auf die Sicherheit notwendig. Ein Manager räumte ein, dass es Bundesstaaten gebe, in denen es schwierig sei, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.
Verbindung zu SpaceX
Hinter Teslas beschleunigter Hinwendung zu KI steht auch der verschärfte Wettbewerb im EV-Sektor mit chinesischen Anbietern wie BYD, der eine Überprüfung der Ertragsquellen erzwingt. Allerdings ist das Unternehmen beim Umsatz weiterhin zu 70 Prozent von EVs abhängig. Auch in den künftigen Investitionsfeldern KI und Robotik holen chinesische Anbieter mit günstigeren Produkten auf.
Musk verfolgt die Idee, die von ihm geführten Unternehmen unter dem Dach von KI zusammenzuführen. Bei Tesla gab es schon länger Spekulationen über eine Fusion mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX, dessen CEO Musk ebenfalls ist. Mit dem Börsengang von SpaceX im Juni, durch den beide Unternehmen börsennotiert wurden, gibt es nach Ansicht mancher Beobachter auch eine leichtere Grundlage für eine Fusion.
SpaceX stuft KI als Wachstumsfeld ein und entwickelt das Basismodell Grok. Zudem gibt es Pläne, Rechenzentren im Weltraum zu installieren und daraus eine riesige Recheninfrastruktur für KI zu machen. Beide Unternehmen weiten ihre Kooperation aus und machten auch Pläne für eine gemeinsame Fertigung und den gemeinsamen Betrieb der Halbleiter-Großserienfabrik TeraFab in den USA bekannt. Außerdem soll Grok in Tesla-Fahrzeuge integriert werden, ebenso Satellitenkommunikationsfunktionen.
Musk sagte am 22. lediglich, er könne eine Fusion nicht kommentieren. Die Ausrichtung auf KI als Wachstumsgeschichte teilen Tesla und SpaceX jedoch. Sollte Teslas EV-Geschäft weiter unter Druck bleiben, könnte sich der Zeitpunkt für eine mögliche Fusion nach vorne verschieben.
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