Öltransporte im Roten Meer weichen nach Huthi-Blockadeankündigung aus
Schiffe weichen Huthi-Blockade aus
Erneut wächst die Sorge um die Öllieferungen durch das Rote Meer, das als Umgehungsroute für die Straße von Hormus an Bedeutung gewonnen hatte. Am 21. kehrten mehrere Schiffe um, die auf die Meerenge Bab al-Mandab zusteuerten, den Ausgang des Roten Meeres. Sie dürften Angriffe der proiranischen Huthi-Miliz gefürchtet haben. Die Rohölpreise zogen stetig an.
Die im Jemen ansässigen Huthi erklärten am 20. für Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien eine sofortige 'Seeblockade'. Reuters zufolge erhielten mehrere Reedereien von den Huthis E-Mails mit der Aufforderung, in saudischen Häfen keine Fracht zu laden oder zu löschen. Darin hieß es auch, Verstöße könnten mit Sanktionen belegt werden und die Schiffe könnten überall im Operationsgebiet zum Ziel werden.
Wachsende Vorsicht an strategischer Engstelle
Die Meerenge Bab al-Mandab ist das 'Tor' zum südlichen Roten Meer und nur etwa 30 Kilometer breit. Als Engpass im Nahen Osten neben der Straße von Hormus werden laut der europäischen Analysefirma Rystad Energy von dort täglich rund 2,5 Millionen Barrel Öl verschifft, etwa so viel wie Japans Importvolumen.
Saudi-Arabien hatte angesichts der faktischen Blockade der Straße von Hormus seinen Schwerpunkt auf Transporte über das Rote Meer verlagert. Die Ausfuhren vom wichtigsten Rotmeerhafen Yanbu haben sich auf mehr als das Doppelte des normalen Niveaus erhöht. Das saudische Außenministerium erklärte am 21., es werde alle nötigen Maßnahmen zum Schutz der Schiffe ergreifen.
Auch der Ölmarkt reagiert
Seit der Blockadeankündigung der Huthi wurden keine Angriffe auf Schiffe und keine Kaperungen bestätigt. Doch die Bewegung, aus Vorsicht auf die Passage zu verzichten, hat allmählich begonnen. Schiffsverfolgungsdaten des britischen Anbieters LSEG zeigen, dass mehrere Schiffe, die von Yanbu aus nach Süden in Richtung Bab al-Mandab fuhren, am 21. umkehrten.
Der große Tanker 'Xinglongyang', beladen mit 2 Millionen Barrel saudischem Rohöl, legte am 20. um 9.30 Uhr JST in Yanbu ab und lief nach Süden aus, änderte aber vor 18 Uhr am 21. Kurs und begann, auf seiner bisherigen Route zurückzufahren. Zum Stand von Mitternacht am 22. scheint er fast in den Gewässern zwischen Sudan und Saudi-Arabien zu verharren. Ein weiterer Tanker, der mutmaßlich von Yanbu aus Indien ansteuerte, drehte nahezu zur selben Zeit nach Nordwesten ab. Als Ziel wird derzeit der Hafen von Suez am Südeingang des Suezkanals genannt.
Auch Schiffe, die von dort aus ins Rote Meer einlaufen wollten, sollen umgekehrt haben. Der Tanker 'New Prime', der von Singapur aus mit Rohölbeladung über Bab al-Mandab nach Yanbu unterwegs war, verlangsamte sich kurz vor der Einfahrt in jemenitische Gewässer und kehrte den Kurs um. Jemenitische lokale Medien berichteten am 21., seit Beginn der Seeblockade hätten sechs Schiffe den Kurs geändert und seien umgekehrt.
Der Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran zeigt keine Anzeichen eines Abklingens. Die Spannungen um Bab al-Mandab könnten den Konflikt zwischen beiden Ländern weiter verschärfen. Auch die Rohölpreise stiegen: Brent-Futures als internationaler Referenzwert kletterten am 21. zeitweise auf fast 92 Dollar je Barrel, WTI-Futures auf die hohen 85-Dollar. Beide lagen mehr als 3 Prozent über dem Vortag und erreichten wieder das Niveau der Hochs vor der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Memorandum zur Beendigung der Kämpfe.
Der Preis für reguläres Benzin in den USA lag am 20. erstmals seit einem Monat wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 4 Dollar je Gallone. US-Präsident Donald Trump sagte am 21. vor Journalisten, falls die Huthis tatsächlich eine 'Seeblockade' umsetzten, 'müsse man sich darum kümmern'.
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