US-Gericht genehmigt Anthropic-Vergleich über rund 1,5 Milliarden Dollar
Ein US-Bundesgericht hat am 20. in einer Sammelklage wegen Urheberrechtsverletzungen bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) einen Vergleich genehmigt, wonach das US-Unternehmen Anthropic an US-Autoren und andere rund 1,5 Milliarden Dollar (rund 2,4 Milliarden Euro) zahlt.
Vergleich und Rekordumfang
Es ist das erste Mal, dass eine der großen US-Urheberrechtsklagen gegen Unternehmen der KI-Entwicklung mit einem Vergleich endete. Nach Angaben des Gerichts handelt es sich um die bislang höchste Vergleichssumme in einer urheberrechtlichen Sammelklage. Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Kalifornien hat den Vergleich am selben Tag als fair endgültig genehmigt.
Nur raubkopierte Bücher betroffen
Die Parteien hatten die Einigung im September 2025 bekanntgegeben und auf die Prüfung und Genehmigung durch das Gericht gewartet. Ein Rechtsvertreter von Anthropic erklärte, mehr als 90 Prozent der betroffenen Autoren und Verlage hätten bereits Ansprüche auf Basis des Vergleichs geltend gemacht, und sagte: 'Wir freuen uns darauf, dass dieser Fall zu einem Abschluss kommt.'
Autoren hatten das Unternehmen 2024 verklagt und ihm vorgeworfen, Bücher ohne Erlaubnis für das Training der KI verwendet zu haben. Das Gericht stellte eine Urheberrechtsverletzung bei rund 7 Millionen Büchern fest, die das Unternehmen kostenlos von Piraterie-Websites heruntergeladen hatte. Für etwa 500.000 Bücher, die die Kriterien erfüllen, sollen Autoren und Verlage je Buch 3.000 Dollar erhalten.
Gleichzeitig entschied das Gericht 2025, dass die Nutzung rechtmäßig gekaufter Bücher durch Anthropic für das KI-Training unter 'Fair Use' falle. Die Vergleichszahlungen beschränken sich auf die Downloads raubkopierter Bücher. Nach dem Fair-Use-Grundsatz des US-Urheberrechts kann eine Nutzung unter anderem dann nicht als Verletzung gelten, wenn ein Werk für einen anderen als den bisherigen Zweck verwendet wird.
Das Unternehmen ist zudem wegen der Nutzung von Songtexten in eine Urheberrechtsklage mit einem großen Musikverlag verwickelt. In den US-Urheberrechtsstreitigkeiten rund um generative KI laufen auch Auseinandersetzungen zwischen OpenAI und der New York Times weiter.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.