Huthi erklären Seeblockade gegen Saudi-Arabien, Auswirkungen auf Rote-Meer-Routen möglich
Huthi erklären Seeblockade gegen Saudi-Arabien
Die proiranische Huthi-Miliz erklärte am 20. Tag, sie werde Saudi-Arabien mit sofortiger Wirkung eine 'Seeblockade' mit Blick auf das Rote Meer auferlegen. Dies sei Vergeltung für den Angriff der von Saudi-Arabien unterstützten vorläufigen Regierung Jemens auf einen Flughafen in Jemen, wo die Huthi ihr Basisgebiet haben, und für weitere Vorfälle.
Sollten die Huthi tatsächlich zu Störungen wie Angriffen auf oder der Kaperung von mit Saudi-Arabien verbundenen Schiffen übergehen, könnte dies die weltweite Ölversorgung weiter durcheinanderbringen. Ein Sprecher sagte in einer Fernsehrede, Saudi-Arabien setze eine ungerechte und unterdrückerische Belagerung fort, was unakzeptabel sei, und man werde nach dem Grundsatz 'Auge um Auge' reagieren. Zudem rief er die Bevölkerung im Jemen auf, sich auf alle Entwicklungen vorzubereiten und Kämpfer an der Front zu stationieren.
Die Spannungen auf der Roten-Meer-Route nehmen zu
Die vorläufige Regierung Jemens attackierte am 13. die Start- und Landebahn des Flughafens in der von den Huthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa, um eine Landung eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Daraufhin führten die Huthi einen ersten Raketenangriff seit vier Jahren auf Saudi-Arabien aus, das hinter der vorläufigen Regierung steht.
Die Erklärung der Huthi zur 'Seeblockade' könnte auch die saudischen Ölexporte beeinträchtigen. Nachdem die Straße von Hormus infolge des militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran faktisch blockiert worden war, hatte Saudi-Arabien auf eine Ausweichroute über das Rote Meer umgestellt. Nach Angaben von LSEG in Großbritannien lag das Exportvolumen aus dem Hafen Yanbu am Roten Meer im Februar bei rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag, seit April wird jedoch ein Niveau von mehr als 4 Millionen Barrel verzeichnet.
Die Bedeutung der Bab-al-Mandab-Straße
Jemen grenzt auch an die Bab-al-Mandab-Straße, einen strategisch wichtigen Engpass auf der Rotmeer-Seite. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde (EIA) stieg das Öltransportvolumen durch die Meerenge im Zeitraum von Januar bis März im Jahresvergleich um etwa das 1,5-Fache; auch der Anteil an der weltweiten Versorgung erhöhte sich von 4 % auf 6 %.
Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse beim europäischen Forschungsunternehmen Rystad Energy, wies darauf hin, dass angesichts der nahezu blockierten wichtigsten Seeausgänge der Golfregion ein erneutes Durcheinander auch in der Bab-al-Mandab-Straße, einer der wenigen Ausweichrouten, das Risiko eines deutlichen Anstiegs der Rohölpreise erhöhen würde.
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