Jordanien fängt iranische Raketen ab - Trümmer in Eilat
Jordanien meldet Abfang
Die jordanischen Streitkräfte teilten am 19. mit, mindestens drei aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen zu haben. Das Ziel sei offenbar eine Stadt im Süden Jordaniens nahe israelischem Gebiet gewesen. Auch das israelische Militär erklärte, Abfangraketen abgefeuert zu haben, um herabfallende Trümmer zu verhindern; Splitter seien dennoch in die südliche Stadt Eilat gefallen.
Sorge vor Ausweitung der Vergeltung
Der Iran, der durch US-Angriffe unter Druck geraten ist, reagiert zunehmend verärgert, und es gibt Anzeichen, dass er den Kreis der Vergeltungsziele ausweitet. Zunächst beschränkte sich Teheran auf US-Militäreinrichtungen in arabischen Golfstaaten, inzwischen richtet sich der Fokus auch auf zivile Infrastruktur in den Golfstaaten sowie auf weiter entfernte Ziele wie Jordanien.
Auch die Spannungen zwischen Israel und Iran, die nicht direkt an dem Memorandum zur Beendigung der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran beteiligt sind, nehmen an Brisanz zu. Israel gilt als unzufrieden mit dem Memorandum, hält sich jedoch mit direkten Angriffen auf das iranische Kernland zurück. Auch die iranische Seite hat bisher direkte Operationen gegen Israel vermieden.
Angriffe auf zivile Einrichtungen weiten sich aus
Israels Verteidigungsminister Katz warnte am 19., sollte Iran Raketen angreifen, werde Israel mit voller Kraft zurückschlagen. Man sei sowohl auf Verteidigung als auch auf Angriff vorbereitet, sagte er. Offenbar beobachtet Israel den Raketenbeschuss auf Gebiete nahe dem eigenen Territorium mit großer Sorge.
Das jordanische Außenministerium bestellte am selben Tag den dortigen iranischen Geschäftsträger ein und verurteilte den Raketenbeschuss aus dem Iran als 'ungerechtfertigten und offenkundigen Angriff'. Iran erklärte hingegen, es habe sich um ein Ziel auf einem US-Militärstützpunkt in Jordanien gehandelt.
Auch Angriffe auf zivile Infrastruktur nehmen zu. Kuwait teilte am 19. mit, dass es an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Angriffe Irans auf Entsalzungsanlagen gegeben habe, und kritisierte dies als 'Angriffe auf zivile Infrastruktur unter Verstoß gegen das Völkerrecht'.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am selben Tag, zwei Schiffe seien in einen 'Zwischenfall' verwickelt worden, nachdem sie versucht hätten, trotz iranischer Warnungen eine 'gefährliche Route' in der Straße von Hormus zu passieren. Damit unterstrichen sie erneut ihre Kontrolle über die Meerenge und warnten, Schiffe auf der 'gefährlichen Route' würden 'unweigerlich in einen Zwischenfall geraten'. Einzelheiten nannte die Einheit jedoch nicht.
Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein 14-Punkte-Memorandum zur Beendigung der Kämpfe geeinigt. Ziel war es, binnen 60 Tagen durch Verhandlungen eine endgültige Vereinbarung zu erzielen, doch der Konflikt hat sich vielmehr verschärft.
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