Mit der Umweltvereinbarung im Shizuoka-Abschnitt rückt ein Baubeginn der Maglev-Strecke noch in diesem Jahr in Reichweite
Vereinbarung als Voraussetzung für Baubeginn unterzeichnet
Die Präfektur Shizuoka und JR Tokai haben am 18. eine fur die Hauptarbeiten im Shizuoka-Abschnitt der Chuo-Shinkansen notwendige 'Vereinbarung zum Schutz der natuerlichen Umwelt' geschlossen. Damit sind die Voraussetzungen fuer einen Baubeginn noch in diesem Jahr in dem bislang einzigen Abschnitt zwischen Tokio-Shinagawa und Nagoya, in dem noch nicht gebaut worden war, geschaffen. Im Fokus steht nun der Eroeffnungszeitpunkt, den JR Tokai moeglicherweise noch in diesem Jahr nennen koennte.
An der Zeremonie im Praefekturamt Shizuoka nahmen Gouverneur Yasutomo Suzuki, JR-Tokai-Praesident Shunsuke Niwa und der Vizeminister im Ministerium fuer Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus, Satoshi Mizushima, teil. Suzuki sagte, er wolle die Vereinbarung wirksam machen, indem er das Vorgehen von JR Tokai genau ueberwache. Niwa sagte, man bereite alles vor, um moeglichst schnell mit den Arbeiten beginnen zu koennen, und werde Schutzmassnahmen fuer die Umwelt sowie das Monitoring zuverlaessig umsetzen.
Die Vereinbarung basiert auf einer Praefekturverordnung und enthaelt Massnahmen von JR Tokai zum Schutz von Wasserressourcen, Biodiversitaet und Ausbruchmaterial aus den Tunneln. Ausserdem ist ein Mechanismus fuer das kontinuierliche Monitoring der Auswirkungen auf die Naturlandschaft der Suedlichen Alpen festgeschrieben. Tritt ein unvorhergesehenes Ereignis ein, werden die Arbeiten bei Bedarf gestoppt, und Ursachen sowie Gegenmassnahmen werden geprueft.
Auch Vereinbarung zur Regionalentwicklung beschlossen
Parallel zu dieser Vereinbarung schlossen die Praefektur und JR Tokai auch ein Grundsatzabkommen zur Regionalentwicklung. Darin ist vorgesehen, dass beide Seiten angesichts der Eroeffnung der Chuo-Shinkansen gemeinsam an der Regionalentwicklung arbeiten und dabei mit Blick auf mehr Halte der Tokaido-Shinkansen-Zuege 'Hikari' und 'Kodama' in der Praefektur Shizuoka zusammenarbeiten. Zudem tauschte JR Tokai mit zehn Staedten und Gemeinden im Einzugsgebiet des Oi-Flusses unter Anwesenheit von Gouverneur Suzuki eine Bestätigung zur Regionalentwicklung aus.
Suzuki, der sich am 7. fuer einen Baubeginn ausgesprochen hatte, sagte zur Maglev-Entwicklung: 'Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.' Der konkrete Eroeffnungszeitpunkt ist fuer die Regierung und die betroffenen Kommunen zum groessten Thema geworden.
Wie der Eroeffnungszeitpunkt kommuniziert wird, rueckt in den Mittelpunkt
Die urspruenglich fuer 2027 angestrebte Eroeffnung zwischen Shinagawa und Nagoya wurde verschoben, und JR Tokai hat bislang keinen klaren Zeitpunkt genannt. Fuer den Bau im Shizuoka-Abschnitt werden etwa zehn Jahre veranschlagt, weshalb derzeit davon ausgegangen wird, dass er fruehestens ab 2036 moeglich sein koennte.
Niwa erklaerte nach der Zustimmung jedoch, der Shizuoka-Abschnitt werde 'wahrscheinlich schwieriger als urspruenglich erwartet'. Auch fuer die benachbarten Abschnitte Yamanashi und Nagano sagte er, die Arbeiten benoetigten tatsaechlich mehr Zeit als angenommen. Die Suedlichen Alpen weisen komplexe Geologie und Störungszonen auf; der insgesamt rund 25 Kilometer lange Tunnel soll in bis zu rund 1400 Metern Tiefe unter der Oberflaeche verlaufen, was den Bau besonders schwierig macht.
Der Nagano-Abschnitt sollte urspruenglich im Herbst 2026 fertig sein, ist inzwischen aber auf etwa Sommer 2030 verschoben worden. Auch der Yamanashi-Abschnitt wurde von Herbst 2025 auf etwa Ende 2030 verschoben. Es sind zusaetzliche Arbeitsschritte entstanden, etwa eine Verstaerkung des Tunnelbogens und das Einspritzen von Chemikalien in den Boden, um Zufluss von Grundwasser zu verringern.
Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung am 18. sagte Niwa vor Journalisten, der konkrete Baubeginn sei noch offen. Die Pruefung der Bauzeit werde eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Sobald die Pruefung abgeschlossen sei, wolle man auch den Eroeffnungszeitpunkt nennen.
Die Regierung und die entlang der Strecke liegenden Kommunen dringen unterdessen verstaerkt auf eine fruehere Nennung des Eroeffnungszeitpunkts durch JR Tokai. Verkehrsminister Yasushi Kaneko sagte bei einem Besuch vor Ort Ende Maerz, man verlange nach dem Baubeginn im Shizuoka-Abschnitt schnellstmoglich eine Eroeffnungsprognose und die Offenlegung des Baufortschritts. Auch Aichi-Gouverneur Hideaki Omura sagte am 7., er fordere nachdruecklich eine rasche Mitteilung des Eroeffnungszeitpunkts, und auch Nagano-Gouverneur Shuichi Abe dringt auf eine fruehe Verkuendung.
Bei JR Tokai gibt es zwar die Ansicht, dass eine Ankuendigung des Eroeffnungszeitpunkts erst nach dem Baubeginn im Shizuoka-Abschnitt erfolgen soll; zugleich wird offenbar auch eine Mitteilung vor Baubeginn geprueft. Ohne ein gewisses Vorankommen der Arbeiten sind praezise Analysen jedoch schwierig, weshalb sich der Ausblick nur schwer erstellen laesst. Wenn die Strecke zwischen Shinagawa und Nagoya eroeffnet wird, verbindet die Maglev die beiden Staedte in 40 Minuten; bei einer spaeteren Verlaengerung bis Osaka wuerden die drei grossen Ballungsraeume in etwa einer Stunde miteinander verbunden. Die Erwartungen an grosse Neuentwicklungen entlang der Strecke bleiben stark, und sollte sich die Eroeffnungsverzoegerung weiter hinziehen, sind Auswirkungen auf verschiedene Bereiche unvermeidbar.
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