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Hanoi plant 1000-Kilometer-Stadtbahnnetz unter Beteiligung von Vingroup

Hanoi plant 1000-Kilometer-Stadtbahnnetz, Vingroup steigt ein

Ausbau der Stadtbahn in Hanoi

Die vietnamesische Hauptstadt Hanoi macht sich an den Aufbau eines großen stadtweiten Bahnnetzes. Vorgesehen sind 18 Linien mit einer Gesamtlänge von rund 1000 Kilometern; die Gesamtkosten könnten bis zu 22 Billionen Yen erreichen. Außerdem wurde bekannt, dass sich der vietnamesische Konglomeratsriese Vingroup beteiligt.

Vu Dai Thang, Vorsitzender des Volkskomitees von Hanoi, bezeichnete den Infrastrukturausbau Ende Juni bei einer Zeremonie zur Vorstellung des Infrastrukturplans '100-Jahres-Vision' als 'Grundlage für Wachstum über Jahrzehnte'. Unter dem Leitbild einer auf dem öffentlichen Verkehr basierenden Stadtentwicklung sagte Truong Gia Binh, Vorsitzender des anwesenden FPT, nach einem Kooperationsversprechen bei der Förderung von Talenten, 'ein Leben ohne Motorräder wird Wirklichkeit'.

Größe der Bahninvestitionen

Kern des Plans ist die Stadtbahn. In den kommenden rund zehn Jahren soll die Länge einschließlich der unterirdischen Abschnitte auf etwa 500 Kilometer steigen, bis 2065 ist eine Ausweitung auf rund 1000 Kilometer vorgesehen. Die derzeitige Stadtbahn in Hanoi umfasst nur zwei ausschließlich oberirdische Linien mit insgesamt etwa 21 Kilometern. Der Ausbau wurde bislang unter Nutzung ausländischen Kapitals vorangetrieben, etwa mit Fahrzeugen des französischen Herstellers Alstom.

Die Gesamtkosten werden auf maximal 137 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 22 Billionen Yen geschätzt. Das entspricht etwa einem Viertel des nominalen BIP Vietnams im Jahr 2025; bei der Finanzierung rückt der Einsatz privaten Kapitals in den Fokus. Als er nach der Finanzierungsmethode gefragt wurde, sagte Le Trung Hieu, stellvertretender Direktor des Finanzamts von Hanoi: 'Wir priorisieren Projekte, die von privaten Unternehmen umgesetzt werden können.'

Privatunternehmen drängen hinein

Auch vietnamesische Unternehmen sind aktiv. Die große Bank Vietnam Investment and Development Bank (BIDV) will zusammen mit anderen führenden Banken bei der Beschaffung von 150 bis 200 Billionen Dong, umgerechnet rund 930 Milliarden bis 1,24 Billionen Yen, helfen. Vorsitzender Le Ngoc Lam sagte: 'Wir setzen unsere gesamte Kraft für die Finanzierung städtischer Infrastruktur ein.'

Vingroup teilte mit, dass ein Konsortium seiner Tochterunternehmen für den Bau von fünf Linien einen EPC-Vertrag für Planung, Beschaffung und Bau abgeschlossen habe; die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8 Billionen Yen. Pham Thieu Hoa, Vorsitzender des beteiligten Unternehmens Vinhomes, sagte der Nikkei, man arbeite mit globalen Partnern die Detailplanung aus und wähle für alle Elemente, einschließlich der Fahrzeuge, die jeweils optimale Technologie und die geeigneten Lieferanten aus.

Vingroup zog sich 2025 aus dem Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt zurück. Die Kosten waren auf rund 10 Billionen Yen veranschlagt worden, doch es gab auch Zweifel an der Nachfrage. Diesmal verlagert das Unternehmen seinen Schwerpunkt auf die Stadtbahn, die sich leichter mit dem Kerngeschäft Immobilien verzahnen lässt; in künftigen Gebieten entlang der Strecken sind zudem großangelegte Entwicklungen des Konzerns geplant.

Position der japanischen Unternehmen gerät ins Wanken

Die Beteiligung von Vingroup war der japanischen Seite, die im Hanoi-Metro-Projekt nach Geschäftschancen gesucht hatte, vorab nicht mitgeteilt worden. Die japanische Regierung hatte die Linie 2 ins Auge gefasst, die vom Stadtzentrum zum internationalen Flughafen führt, und Verhandlungen über eine Beteiligung mit finanzieller Unterstützung geführt. Doch während Hanoi eine Inbetriebnahme bis 2030 verlangte, hielt die japanische Seite an ihrer vorsichtigen Haltung fest. Auch der Mangel an inländischer Fahrzeugproduktionskapazität erschwerte den Auftrag.

Für japanische Unternehmen gab es zuletzt allerdings auch gewisse Rückenwinde. Sumitomo Corp. und andere einigten sich in Verhandlungen mit der Stadt Ho-Chi-Minh-Stadt über die Zahlung der Baukosten der Metro-Linie 1. Es war die erste U-Bahn Vietnams, die Ende 2024 mit japanischem Kapital und japanischer Technologie eröffnet wurde, doch es war ein Streit über die Berechnung der Baukosten entstanden. Eine Sprecherin von Sumitomo Corp. lehnte einen Kommentar zum Stand der Verhandlungen ab, einschließlich der Frage, ob eine Einigung erzielt wurde.

Die vietnamesische Regierung treibt die Lokalisierung voran und verstärkt ihre Haltung, heimische Unternehmen zu bevorzugen. Der Stahlkonzern Hoa Phat hat seinen Einstieg in Schienenstahl angekündigt, und der Mischkonzern Truong Hai wird gemeinsam mit dem südkoreanischen Unternehmen Hyundai Rotem in Ho-Chi-Minh-Stadt eine Produktionsstätte für Fahrzeuge errichten.

In Hanoi erreichte die seit 1989 eingegangene ausländische Direktinvestition (FDI) rund 75 Milliarden Dollar; davon entfielen etwa 20 Prozent auf Japan, womit das Land zum größten Investor wurde. Im Bestreben, bis 2045 ein Hochlohnland zu werden, sind die Erwartungen an große Geschäftschancen durch Infrastrukturinvestitionen weiterhin stark, doch Mai Fujita, leitende Forschungsanalystin am Institut für Entwicklungsländerökonomie, weist darauf hin: 'Japanische Unternehmen müssen sich der Realität stellen, dass sie in Vietnam nicht mehr ausgewählt werden.'

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