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KI- und Chipaktien fallen weltweit, Rückzug des überhitzten Geldes setzt sich fort

KI- und Chipaktien unter Druck, Spekulationsgeld dreht weltweit um

Weltweit Verkaufsdruck auf KI- und Chipaktien

An den Aktienmärkten weltweit beschleunigen sich die Verluste bei Titeln aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter. Mit dem Aufstieg von Wettbewerbern wie chinesischen Speicherherstellern und jungen KI-Unternehmen kehrt das zuvor überhitzte Spekulationskapital abrupt um. Kurzfristig bleibt das Umfeld instabil, und nach Einschätzung von Marktteilnehmern dürfte die Korrektur Zeit brauchen.

Nikkei rutscht in die Korrekturphase

Der Nikkei-225-Index fiel am 17. gegenüber dem Vortag um 2694 Yen oder 4,0 % auf 64.141 Yen und brach damit ein. Der Rückgang seit dem Rekordhoch vom 25. Juni überstieg 10 %, die als Richtwert für den Eintritt in eine Korrekturphase gelten. Halbleiterwerte, die die Hausse angeführt hatten, bestimmten den Rückgang, und der Nikkei Semiconductor Stock Index, der aus wichtigen Titeln besteht, liegt 30 % unter seinem Höchststand. In den USA gab der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) am 17. um 1,6 % nach; der Rückgang seit dem Rekordhoch vom 22. Juni beträgt inzwischen mehr als 20 %. Der südkoreanische Leitindex KOSPI ist ebenfalls auf 25 % unter sein damaliges Hoch gefallen.

Chinesischer Aufstieg und Sorgen um das Angebot

Kioxia Holdings, Taiyo Yuden und Murata Manufacturing liegen allesamt 40 bis 50 % unter ihren in den vergangenen vier Wochen markierten Allzeithochs. Die von Analysten erwarteten Gewinne wurden trotz der eingepreisten starken KI-Nachfrage weiter nach oben angepasst; im Fokus steht derzeit daher weniger der kurzfristige Geschäftsausblick als vielmehr die Korrektur der vorab aufgeblähten Erwartungen.

Dafuer gibt es mehrere Gründe. Die Sorge vor einer zu großen KI-Investitionsoffensive US-amerikanischer Hyperscaler hat sich wieder verstärkt, und Anfang Juli wurde berichtet, Meta erwäge den Aufbau eines Cloud-Geschäfts, das überschüssige Rechenkapazität extern bereitstellt. Die Sorge vor einem Überangebot an Rechenleistung hat Gewinnmitnahmen ausgelöst und war ein Auslöser für die Trendwende am Markt. Aufmerksamkeit zieht auch der Aufstieg von Changxin Memory Technologies (CXMT), Chinas größtem DRAM-Hersteller, auf sich. Die Muttergesellschaft Changxin Technology Group steht vor einem Börsengang (IPO), und mit den Investitionen zur Kapazitätserweiterung wächst die Wahrnehmung, dass mehr Speicherchips als erwartet auf den Markt kommen könnten. Kazuyuki Muramatsu, Leiter der Investmentabteilung bei Wa Capital, sagte: 'Ich gehe davon aus, dass das Wachstum der Speichernachfrage bis etwa 2028 anhalten wird, aber kurzfristig wächst die Sorge, dass sich Angebot und Nachfrage bei Speicherchips lockern und die Preise fallen könnten.'

Marginhandel und ETFs verstärken den Verkauf

Nach Ansicht mancher Marktteilnehmer spielt auch der Einfluss von Hebelprodukten, die Kursbewegungen verstärken, eine große Rolle. In Südkorea kam Ende Mai ein gehebelter börsengehandelter Fonds (ETF) auf Samsung Electronics und SK Hynix auf den Markt, der auf die doppelte Kursbewegung ausgelegt ist, und erfreute sich bei Privatanlegern großer Beliebtheit. Nach dem starken Kurssturz der beiden Aktien wurden Anleger mit stillen Verlusten zum Verkauf gezwungen, was eine Abwärtsspirale auslöste. An der koreanischen Börse werden Maßnahmen namens 'Sidecar', mit denen der Programmhande l vorübergehend ausgesetzt wird, häufig ausgelöst; per 16. erreichte die Zahl allein beim KOSPI seit Januar 2026 37. Damit wurde der Wert von 26 im Gesamtjahr 2008 bereits übertroffen und ein neuer Höchststand markiert.

Auch in Japan hatten Käufe über den Marginhandel zugenommen, bei dem Anleger sich etwa bei Wertpapierfirmen Geld leihen, um den Einsatz zu vergrößern, gestützt auf den steilen Anstieg der Aktienkurse. Der offene Bestand an Margin-Käufen bei Kioxia lag per 10. bei etwas mehr als 100 Milliarden Yen und war damit gegenüber 22 Milliarden Yen Ende März sprunghaft gestiegen. Marginhandel, der nach einer bestimmten Frist durch Gegengeschäfte glattgestellt wird, wird als künstliche Nachfrage bezeichnet; ein Anstieg der offenen Margin-Käufe bedeutet, dass sich der relative Verkaufsdruck in Zukunft verstärken kann. Tomoichiro Kubota, Chef-Marktanalyst bei Matsui Securities, sagte: 'Während es Menschen gibt, die gezwungen sind, mit Verlust zu verkaufen, ist der Margin-Bestand noch immer hoch. Für eine Weile könnte sich der Ausverkauf privater Anleger weiter ausweiten.'

Im Fokus stehen nun Investitionen

Der von kurzfristigem Geld getriebene KI-Markt zeigt zwar immer stärkere Korrekturzeichen, doch nur wenige sehen bereits den Eintritt in eine ausgewachsene Baisse. Rie Nishihara, Chef-Aktienstrategin bei JPMorgan Securities, sagte: 'Die Fundamentaldaten, wonach die Nachfrage nach KI und Halbleitern steigt, haben sich nicht verändert. Käufe bei Rücksetzern dürften ebenfalls leicht einsetzen, und die Untergrenze für den Nikkei-Index liegt bei rund 63.000 Yen.' Der Blick des Marktes richtet sich nun auf die Investitionspläne der Hyperscaler, und in der zweiten Julihälfte stehen Gewinnberichte großer US-Konzerne wie Meta und Alphabet an. Kazuyoshi Tatebe, Chefstratege bei Daiwa Asset Management, sagte, wenn sich bestätige, dass die Unternehmen ihre massiven KI-Investitionen fortsetzen können, werde sich die Zuversicht ausweiten und KI-nahe Titel dürften wieder gekauft werden.

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