Nikkei-Index setzt Verluste fort, da KI-Hoffnungen nachlassen und Halbleiterwerte unter Druck geraten
Am 17. setzte der Nikkei-Index an der Tokioter Börse seine Verluste fort. Zur Mittagszeit lag er 2939 Yen oder 4,4% unter dem Vortagesschluss bei 63.896 Yen; auch am Nachmittag überwogen die Verkäufe, zeitweise weitete sich das Minus auf mehr als 4000 Yen aus. Weltweit lässt die überzogene Wachstumserwartung für die Branche der kuenstlichen Intelligenz (KI) nach, und die Sorge vor hohen Bewertungen zieht Verkäufe nach sich.
Halbleiterwerte geraten unter Verkaufsdruck
Kioxia Holdings fiel zur Mittagszeit um 16% auf 52.390 Yen. Damit lag die Aktie wieder unter der Haelfte des bisherigen Hoechststands vom 22. Juni bei 112.700 Yen; im Handelsverlauf wurde sie zeitweise bis an das untere Limit der zulässigen Kursspanne verkauft. Die Marktkapitalisierung rutschte vom ersten auf den fuenften Platz ab.
Yoshikazu Saito, Senior Analyst bei IwaiCosmo Securities, sagte, Bedenken ueber Meta wegen uebermaessiger Investitionen und ueber eine Verschlechterung von Angebot und Nachfrage durch den Börsengang chinesischer Speicherchiphersteller belasteten die Anlegerstimmung. Advantest verloren 11%, Tokyo Electron 9% und die SoftBank Group 10%. Bei vier Titeln einschliesslich Kioxia erreichte der Rueckgang des Nikkei-Index am Morgen 2084 Yen.
Verkäufe halten trotz guter Zahlen an
Hiroshi Namioka, Chefstrategist bei T&D Asset Management, sieht den Grund dafuer, dass trotz starker Zahlen von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und des niederlaendischen Halbleiterausruester-Riesen ASML Holding verkauft wird, darin, dass die Markterwartungen zu hoch gestiegen waren.
Der koreanische Markt blieb am 17. wegen eines Feiertags geschlossen. Da die Bewegungen koreanischer Halbleiterwerte in juengster Zeit oft auf den Tokioter Markt uebergriffen, hielten sich die Anleger mit offensiven Risikoengagements zurueck. Zudem sei es vor den dreitaegigen Feiertagen in Japan zu Gewinnmitnahmen bei zuvor aufgebauten bullischen Long-Positionen gekommen, hiess es. Takahiko Masuzawa, Leiter des Aktienhandels bei Philip Securities, sagte, es habe Bewegungen gegeben, um Positionen zu reduzieren.
Kapital fliesst in Binnenwerte
Waehren der Nikkei-Index deutlich nachgab, legten am Vormittag an der TSE Prime insgesamt rund 40% der Titel zu. Binnenwerte wie Einzelhandel und Bahnaktien stuetzten den Markt; Seven & i Holdings stiegen um 3%. Als Kurstreiber galt die Nachricht, dass das Unternehmen im Zuge seiner Expansion nach Osteuropa eine Beteiligung am groessten Convenience-Store-Betreiber in Polen prueft.
Kohei Ohnishi, Senior Investment Strategist bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, sagte, es handele sich nicht um eine generelle Risk-off-Phase am Aktienmarkt. Er fuegte hinzu, dass Mittel in defensive und Value-Aktien fliessen.
Blick richtet sich auf US-Tech-Zahlen
Als moeglicher Ausloeser fuer eine Erholung bei KI- und Halbleiterwerten ruecken die ab naechster Woche in vollem Umfang anstehenden Quartalszahlen der grossen US-Tech-Konzerne fuer April bis Juni 2026 in den Fokus. Alphabet berichtet am 22., Intel am 23. und Microsoft sowie Meta am 29. Viele Marktteilnehmer wollen sehen, wie sich die Unternehmen mit ihren grossen KI-Investitionen entwickeln und welche Plaene sie fuer die Zukunft haben.
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