Nikkei bei 64.141 Punkten, Verkäufe bei KI- und Halbleiterwerten beschleunigen sich
Am 17. auf dem Tokioter Aktienmarkt brach der Nikkei-Index ein und fiel unter 65.000 Punkte. Verkäufe bei Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter hielten an und kehrten Kapital aus den bislang stützenden Werten um.
Der Schlussstand des Nikkei lag mit 64.141 Punkten 2.694 Punkte unter dem Vortag und damit 4,0 Prozent niedriger. Es war der niedrigste Stand seit dem 8. Juni, und der Rückgang war gemessen am Vortag der fünfgrößte in der Geschichte.
Abbau von Margin-Käufen belastet
Shota Yamafuji, Equity-Market-Analyst bei Tokai Tokyo Intelligence Lab, sagte, der Ausverkauf auf Kreditkäufe privater Anleger habe zugenommen. Den Rückgang angeführt habe vor allem der gebündelte Verkauf von KI- und Halbleiteraktien, die den Anstieg bisher getragen hatten.
Die Aktie von Kioxia Holdings fiel auf das untere Kurslimit und schloss mit einem Minus von 10.000 Yen bei 52.110 Yen. Damit lag sie nur noch bei der Hälfte ihres Rekordhochs vom 22. Juni. Die aufgelaufenen Kaufpositionen im Margin-Handel, bei dem Anleger Geld von Wertpapierhäusern und anderen Instituten leihen und so mit mehr als dem eigenen Kapital handeln können, hatten sich aufgebläht; nach dem Kurseinbruch dürfte die Zahl der Notverkäufe gestiegen sein.
Der Nikkei Semiconductor Stock Index hatte sich von Ende 2025 bis zum Hoch im Juni 2026 in rund einem halben Jahr auf das 2,8-Fache erhöht. Yugo Tsuboi, Chefstratege bei Daiwa Securities, sagte, die kurzfristigen Wachstumserwartungen seien bereits eingepreist, und der Markt befinde sich nun in einer Phase, in der seine Nachhaltigkeit geprüft werde.
Auch Sorge vor Aufstieg chinesischer Anbieter
Ein Faktor für die Korrektur sind auch wachsende Wettbewerbsängste durch den Aufstieg chinesischer Anbieter. Die chinesische Halbleiter-Speichergruppe ChangXin Technology Group kündigte am 14. an, bei einem Börsengang auf dem für Wachstumsunternehmen vorgesehenen Markt 'Kechuang Board' der Shanghai Stock Exchange bis zu 66,6 Milliarden Yuan einzusammeln. Die Mittel sollen voraussichtlich für den Ausbau der Produktionskapazitäten verwendet werden.
Auch die Entwicklung preiswerter KI-Modelle durch Start-ups wie Yuezhianmian (Moonshot AI) schreitet voran. Ken Kamoshita, Leiter des Aktien-Asset-Managements bei PGIM Japan, sieht die Möglichkeit, dass ein Teil der Nachfrage zu den günstigeren Produkten chinesischer Anbieter abwandert und die Ertragskraft sinkt.
Auch die von der südkoreanischen Finanzaufsicht am 16. veröffentlichte Verschärfung der Regeln für gehebelte börsengehandelte Fonds (ETF) auf Einzelaktien wirkte belastend. Kohei Ohnishi, Senior Investment Strategy Researcher bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, sagte, wenn es für mit KI-Halbleitern verbundene Aktien in Südkorea schwerer werde, Kapital anzuziehen, werde auch der Kauf von japanischen Aktien mit hoher Korrelation eher gebremst.
Andererseits ist der Markt insgesamt nicht ins Bärenlager gekippt. Am 17. kamen Käufe in Einzelhandels- und Content-Aktien auf, und im TSE Prime Market stiegen 30 Prozent aller Titel. Der Tokyo Stock Price Index (TOPIX) notiert weiterhin 4 Prozent unter seinem Höchststand.
Rie Nishihara, Chefstrategin für Aktien bei JPMorgan Securities, sagte, die zyklische Rotation in Titel mit soliden Ergebnissen halte an, und der japanische Aktienmarkt sei insgesamt nicht ins Bärenlager gekippt.
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