Burnham wird Labour-Chef und soll am 20. Premierminister werden
Labour wählt neuen Parteichef
Die britische Regierungspartei Labour hat am 17. den Unterhausabgeordneten Andy Burnham zum Parteichef gewählt. Als Nachfolger von Premierminister Starmer wird er am 20. das Amt des Regierungschefs übernehmen.
Wahl ohne Gegenkandidat
Der einzige, der seine Kandidatur für die Parteivorsitzwahl erklärt hatte, war der frühere Bürgermeister von Manchester, Burnham, der sich nach Starmers Rücktrittsankündigung ins Rennen gebracht hatte. Er sicherte sich die erforderliche Zahl an Nominierungen von Parteimitgliedern und Organisationen und wurde auf dem am 17. abgehaltenen Sonderparteitag ohne Gegenstimme gewählt. Nach den Verfahren des Königshauses und weiteren Formalitäten wird er am 20. Premierminister.
Wiederaufbau der Parteistärke als Aufgabe
Nach der schweren Niederlage der Labour Party bei den Kommunalwahlen im Mai kündigte Starmer am 22. Juni seinen Rücktritt an. Burnhams hohe Zustimmungswerte und seine Rückkehr in die nationale Politik nach neun Jahren führten dazu, dass Starmer zu dem Schluss kam, ein Verbleib im Amt sei schwierig. Burnham wird damit einen Monat nach seiner Rückkehr Premierminister.
Labour war 2024 erstmals seit 14 Jahren wieder an die Macht zurückgekehrt, doch auch danach blieb die Zustimmung schwach und die Partei liegt hinter der rechtspopulistischen Reform UK zurück. Burnham will die Partei mit Blick auf die nächste Unterhauswahl bis 2029 wieder stärken.
Dezentralisierung und Rekommunalisierung
Burnham sagte in einer Rede Ende Juni, er werde 'die größte Neuverteilung von Befugnissen in der Geschichte des Vereinigten Königreichs' vornehmen, und stellte weitere Dezentralisierung in Aussicht. Er will in Manchester eine Organisation mit dem Namen 'Number 10 North' gründen und einen Teil der Funktionen des Regierungssitzes aus London verlagern.
Er kritisiert den Thatcherismus der 1980er Jahre und fordert eine Abkehr von Privatisierung, Austerität und Deregulierung. Gestützt auf die in Manchester erfolgte Rekommunalisierung des Busbetriebs will er Reformen vorantreiben, die Dienstleistungen wie Energie, Wohnungswesen, Wasser und Verkehr landesweit unter öffentliche Kontrolle stellen.
Im Vereinigten Königreich, das von kurzlebigen Regierungen geprägt ist, wird Burnham der siebte Premierminister in den vergangenen zehn Jahren sein. Der Unmut der Wähler, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfen, bleibt ausgeprägt. Gelingt es ihm nicht, die Unterstützung zurückzugewinnen, steigt bei der nächsten Unterhauswahl die Wahrscheinlichkeit, dass Reform UK die beiden großen Parteien Labour und Konservative überholt und erstmals die Regierung übernimmt.
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