Angst vor US-Angriffen auf Strominfrastruktur: Iran fordert Huthi zu Blockadevorbereitungen auf
Iran weist zu Blockadevorbereitungen an
Für den Fall, dass die USA Irans Strominfrastruktur angreifen, hat Iran die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen angewiesen, sich auf eine Blockade des Roten Meers vorzubereiten, berichtete Reuters am 16. Die Maßnahme dürfte darauf abzielen, US-Präsident Donald Trump unter Druck zu setzen, der gedroht hat, Kraftwerke und andere Anlagen zu zerstören, falls Iran nicht zu Gesprächen bereit ist.
Strategischer Engpass Bab-al-Mandab
Iran hat die Bab-al-Mandab-Straße am Ausgang des Roten Meers schon zuvor als Verhandlungspfand eingesetzt. Die Meerenge ist neben der Straße von Hormus ein Engpass im Nahen Osten, und die Huthi haben ihre Basis im nördlichen Jemen. Die Breite der Meerenge beträgt mit rund 30 Kilometern fast genauso viel wie bei der Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am 12. eine erneute Blockade der Meerenge, und das US-Zentralkommando nahm am 14. US-Ostküstenzeit die Seeblockade wieder auf, die die Schifffahrt zu und von iranischen Häfen behindert.
Auswirkungen auf Lieferketten
Die Rohölpreise haben zuletzt wieder angezogen, und Trump, der empfindlich auf Benzinpreise reagiert, zeigt sich zunehmend verärgert. Wird der Transit durch die Bab-al-Mandab-Straße als Umgehungsroute für die Straße von Hormus gestoppt, würde dies die Ölversorgung weiter stören. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehorde (EIA) stiegen die über diese Meerenge transportierten Ölvolumina im Zeitraum Januar bis Marz auf 5,4 Millionen Barrel pro Tag und lagen damit etwa 1,5-mal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Der Anteil an der weltweiten Versorgung erhöhte sich zudem von 4 % auf 6 %. Die Transportzeit nach Asien beträgt rund 20 bis 25 Tage und ist damit nahezu identisch mit den etwa 20 Tagen über die Straße von Hormus.
Wenn weder die Straße von Hormus noch die Bab-al-Mandab-Straße passierbar sind, müssten Schiffe vom Roten Meer durch den Suezkanal und das Mittelmeer fahren und das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas umrunden. Diese Route dauert etwa 50 Tage, zudem steigen Treibstoff- und Versicherungskosten.
Militärisches Vorgehen der Huthi
Reuters berichtete unter Berufung auf eine den Huthi nahestehende Quelle, die Vorbereitungen für Angriffe auf Schiffe seien abgeschlossen. Der Zeitpunkt der Blockade werde von den im Jemen stationierten, von den iranischen Revolutionsgarden geführten Kräften bestimmt. Den Angaben zufolge wurden Raketen und Drohnen auf Höhenlagen nahe der Bab-al-Mandab-Straße sowie am Golf von Aden vor der Küste Jemens in Stellung gebracht und warten dort auf den Angriffs Befehl. Die Huthi erklärten Ende Marz, sie hätten israelische Militäranlagen mit ballistischen Raketen angegriffen, und stellten sich in der Folge auf die Seite Irans in der Reihe der militärischen Zusammenstosse zwischen den USA und Iran. Im Juni veröffentlichten sie eine Erklärung, wonach der gesamte Transit israelischer Schiffe durch das Rote Meer verboten sei.
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