Fed-Chef Worsch warnt trotz abgeschwächter Juni-Preisdaten weiter vor Inflation
Fed-Chef Worsch sagte am 15. vor dem US-Senat aus und bezeichnete die Juni-Preisdaten als 'eine unvollständige Statistik, um den zugrunde liegenden Preistrend zu beurteilen'. Obwohl Verbraucherpreisindex (CPI) und Erzeugerpreisindex (PPI) beide ein langsameres Wachstum zeigten, bekräftigte er seine Priorität, die Inflation einzudämmen.
Juni-PPI steigt um 5,5%
Der am 15. vom US-Arbeitsministerium veröffentlichte PPI für Juni stieg im Jahresvergleich um 5,5% und verlangsamte sich damit gegenüber 6,0% im Mai. Auch der am 14. veröffentlichte CPI blieb unter den Markterwartungen und schwächte sich ab; damit ließ die Erwartung weiterer Zinserhöhungen nach. An den Finanzmärkten fiel die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die die geldpolitischen Aussichten widerspiegelt.
Worsch betonte in seiner auf die Anhörung vom 14. folgende Aussage vor dem Kongress: 'Ich bin mit keinem Inflationsindikator zufrieden'. Er verwies darauf, dass die starken Schwankungen der Benzinpreise im Zuge der Lage im Nahen Osten es erschweren, den Inflationstrend anhand nur eines Monatsdatensatzes zu erfassen. Auch John Williams, Präsident der New Yorker Fed, hatte zuvor die Ansicht geäußert, die Inflation habe bereits ihren Höhepunkt erreicht und werde sich allmählich abschwächen.
Fokus auf eigene Indikatoren zur Beurteilung des Trends
Bei seiner Anhörung zur Nominierung im April hatte Worsch erklärt, dass er Preisindikatoren auf Basis der 'getrimmten Mittelwerte', die Sondereffekte ausklammern, für besonders wichtig halte. Der von der Cleveland Fed berechnete Trimmed-Mean-CPI verlangsamte sich im Juni auf 2,6% gegenüber dem Vorjahresmonat nach 2,9% im Mai. Er liegt damit zwar noch im Bereich von Mitte 2%, nahe an dem Niveau, das die Fed als Preisstabilität ansieht, ist aber nicht zu der stabilen Marke von etwa 2% zurückgekehrt, wie sie vor der jüngsten Hochinflationsphase der vergangenen fünf Jahre zu beobachten war.
Im Zuge der Fed-Reform hat Worsch eine Arbeitsgruppe aus externen Experten eingesetzt und eine Überprüfung in fünf Bereichen eingeleitet, darunter die Analyse der Treiber des Preisanstiegs. In der Inflationsarbeitsgruppe dürfte auch das Instrument selbst überprüft werden, mit dem der zugrunde liegende Preistrend gemessen wird. Worsch sagte: 'So früh wie im September möchte ich von der Arbeitsgruppe einen Bericht über den Stand der Prüfung erhalten, bis Jahresende eine Schlussfolgerung vorgelegt bekommen und dann entscheiden, was zu tun ist.'
Zu seiner Beziehung zu Trump sagte er auf die Frage, ob er seit seinem Amtsantritt als Vorsitzender Kontakt aufgenommen habe, lediglich: 'Ich möchte nicht öffentlich machen, worüber ich mit dem Präsidenten gesprochen habe'. Zugleich stellte er mit Blick auf die Unabhängigkeit der Geldpolitik klar: 'Es gab nie unangemessene Forderungen des Präsidenten, und ich werde ihnen auch dann nicht nachkommen, wenn sie an mich herangetragen werden.'
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