US-CPI im Juni verlangsamt sich auf 3,5 Prozent wegen sinkender Benzinpreise
US-CPI im Juni verlangsamt sich auf 3,5 Prozent
Der vom US-Arbeitsministerium am 14. veröffentlichte Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Die Wachstumsrate verlangsamte sich von 4,2 Prozent im Mai und blieb auch unter den Markterwartungen von 3,8 bis 3,9 Prozent. Hauptgrund war der Rückgang der Benzinpreise vor dem Hintergrund der Hoffnung auf ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran.
Sinkende Benzinpreise belasteten den Index
Gegenüber dem Vormonat fiel der saisonbereinigte Index um 0,4 Prozent und lag damit erstmals seit Juni 2024 wieder unter dem Vormonat. Der Kernindex ohne Energie und Nahrungsmittel stieg im Jahresvergleich um 2,6 Prozent und verlangsamte sich damit von 2,9 Prozent im Mai. Nach Angaben des Automobilclubs AAA stieg der landesweite Durchschnittspreis für Normalbenzin im Mai zunächst auf über 4,5 Dollar je Gallone, fiel dann aber angesichts von Erwartungen eines Waffenstillstands im Nahen Osten und sank in der ersten Julihälfte auf über 3,7 Dollar.
KI-Investitionen und geopolitische Risiken
Der Boom bei künstlicher Intelligenz (KI) treibt die Preise etwa im Bereich Software und anderer informations- und kommunikationstechnischer Produkte nach oben. Die Softwarepreise liegen 17,4 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Hintergrund sind der Ausbau von Rechenzentren und die angespannte Angebots- und Nachfragesituation bei fortschrittlichen Halbleitern. Das CPI-Wachstum bleibt weiterhin hoch, vor einem Jahr lag der Benzinpreis noch im Bereich von 3,1 Dollar. KI-bezogene Investitionen dürften vorerst auf hohem Niveau bleiben, und auch die Weitergabe von Kostensteigerungen infolge der unübersichtlichen Lage im Nahen Osten könnte zunehmen.
Fed beobachtet ein Wiederaufflammen der Inflation
Fed-Chef Warsch sagte am 1., die Inflationsrisiken hätten sich 'in den vergangenen Wochen' verringert. Danach verschärfte sich jedoch der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus, und die Rohölpreise steigen erneut. Beim 'Fed Watch', das die Geldpolitik anhand der Bewegungen von US-Zins-Futures prognostiziert, machen Erwartungen einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr fast 90 Prozent aus; am Markt hat die Inflationssorge damit wieder zugenommen.
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