SoftBank bietet KI-Cyberabwehr nun in vollem Umfang an - 137 Unternehmen in Japan zeigen Interesse
SoftBank gab am 14. bekannt, einen neuen Cyberabwehrdienst auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) nun in vollem Umfang anzubieten. 137 Unternehmen in Japan haben Interesse signalisiert; der Vertrieb wird vor allem auf Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich ausgeweitet. Ziel ist es, von der wachsenden Nachfrage nach Schutz vor immer ausgefeilteren Cyberangriffen zu profitieren.
KI für Schwachstellenanalyse und Reparaturvorschläge
Der neue Dienst nutzt das neue KI-Modell 'GPT-5.5-Cyber' von OpenAI aus den USA, analysiert Schwachstellen in Systemen und zeigt anschließend Reparaturmaßnahmen auf. Geplant ist ein Einsatz für 3000 Unternehmen, die Japans wichtige Infrastruktur in Bereichen wie Finanzwesen, Verkehr und verarbeitendes Gewerbe stützen. Zudem sollen rund 1000 Techniker bereitgestellt werden, die den Betrieb bei Kunden vor Ort unterstützen.
Auf der am selben Tag in Tokio abgehaltenen jährlichen Firmenveranstaltung 'SoftBank World' erklärte Präsident Junichi Miyagawa: 'Es ist ein KI-Modell, das Lücken wie alte Software und Konfigurationsfehler verknüpfen und sogar den Weg eines Angriffs analysieren kann.' An der Veranstaltung nahmen 740 Unternehmen und 1140 Personen teil.
Diagnose ergab im Schnitt 280 Fälle je Unternehmen
Bei Schwachstellenanalysen, die bei 63 Unternehmen innerhalb und außerhalb der Gruppe durchgeführt wurden, wurden pro System im Schnitt 280 Schwachstellen gefunden. Masayoshi Son, Vorsitzender und Präsident der SoftBank Group (SBG), sagte: 'Alle Unternehmen sind voller Lücken. Wir werden Japans Infrastrukturunternehmen schützen.'
SoftBank teilte am selben Tag außerdem mit, dass das Unternehmen für den Dienst des US-Start-ups Sierra, das KI-Agenten für den Kundensupport entwickelt, die Exklusivrechte für den Vertrieb in Japan erworben habe. In Tests in einigen der eigenen Callcenter habe sich die Lösungsquote für Anfragen von 83% auf 97% verbessert.
Auch das Angebot an KI-Rechenressourcen wird ausgeweitet
SoftBank will neue Umsatzquellen erschließen, indem der Konzern gemeinsam vorangetriebene KI-Dienste sowie Rechenressourcen wie Halbleiter und Rechenzentren genutzt werden. Das Geschäft 'Infrinia', bei dem mit im Inland gehaltenen Grafikprozessoren (GPU) über die Cloud die für KI nötige Rechenleistung vermietet wird, hat seit Mai 2026 einen Testbetrieb aufgenommen und soll im Oktober in den Vollbetrieb gehen.
Im Juli wird gemeinsam mit SBG das neue Unternehmen 'SB Neo' gegründet, um ein Neocloud-Geschäft zu starten, das Rechenressourcen wie Rechenzentren an US-Unternehmen bereitstellt. SBG treibt in den USA mehrere Investitionen in Rechenzentren für KI voran und richtet sich dabei an Hyperscaler (große Cloud-Anbieter) als Kunden. Der Geschäftsbeginn ist für das Geschäftsjahr 2027 vorgesehen.
Andererseits bergen die von SoftBank genutzten fortgeschrittenen KI-Modelle US-amerikanischer Unternehmen wie OpenAI auch das Risiko staatlicher Eingriffe durch die US-Regierung. Im Juni wurde die Nutzung des fortgeschrittenen Modells 'Mythos' des US-KI-Start-ups Anthropic durch Ausländer vorübergehend verboten.
Eigene KI-Entwicklung soll Abhängigkeit verringern
Vor diesem Hintergrund verstärkt SoftBank auch die Entwicklung inländischer KI. Im Bereich der 'Physical AI', die Maschinen autonom steuert, hat das Unternehmen gemeinsam mit NEC, Honda und der Sony Group das neue Unternehmen Noetra gegründet. 44 Unternehmen in Japan haben sich daran beteiligt, und die Entwicklung eines 'Made in Japan'-Modells für Roboter und Industrieanlagen soll zügig vorangetrieben werden.
Son sagte auf der Veranstaltung am 14., dass die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur bis 2040 jährlich etwa 800 Billionen Yen erreichen und der jährliche Umsatz im KI-Bereich 7000 Billionen Yen betragen werde. Er sagte zudem, dass 1 Milliarde humanoide Roboter und 100 Billionen KI-Agenten dauerhaft in Betrieb sein würden. An Unternehmenslenker gerichtet betonte er: 'Es ist wichtig, dass der Chef ständig ruft: KI, KI, KI.' Außerdem verwies er auf die Bedeutung von 'Return on AI (ROA)', einem Maß für die durch KI erzielte Steigerung des Unternehmenswerts.
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