Straße von Hormus: Revolutionsgarden blockieren erneut und erklären Transitstopp
Revolutionsgarden blockieren erneut
Die iranischen Revolutionsgarden, die militärische Eliteeinheit des Landes, haben die Straße von Hormus erneut blockiert und erklärt, keinen Schiffen die Durchfahrt zu erlauben. Das berichteten iranische Medien in den frühen Stunden des 12. Der Normalisierung des für den Energietransport zentralen Seewegs droht damit weitere Verzögerung, während die Sorge vor einer Eskalation des Schlagabtauschs mit den USA wächst.
Angriff trotz Warnung
Laut den Revolutionsgarden warnten sie mehrere Schiffe, weil diese versucht hätten, eine nicht genehmigte Route zu nutzen; da sie sich nicht daran hielten, hätten sie angegriffen. Die Meerenge bleibe geschlossen, bis die US-Einmischung in der Region ende, und die Durchfahrt werde bis auf Weiteres nicht erlaubt.
Schlagabtausch und stockende Verhandlungen
Zur Straße von Hormus berichteten US-Medien, die USA hätten den Iran aufgefordert, einen Stopp von Angriffen auf Schiffe zu erklären. Washington hatte gewarnt, sollte bis zum 11. keine Zusage erfolgen, werde dies Folgen haben. Der Iran entschied sich jedoch nicht für ein Ende der Angriffe, sondern für Angriffe auf Schiffe und die Blockade der Meerenge.
Im Juni hatten die USA und der Iran ein Memorandum über ein Ende der Kämpfe unterzeichnet und Gespräche mit dem Ziel einer endgültigen Vereinbarung vorangetrieben. Sie waren sich einig, die Verhandlungen nach der Trauerfeier für den verstorbenen Ali Khamenei wieder aufzunehmen. Am 7. und 8. kam es jedoch erneut zu einem gegenseitigen Schlagabtausch.
Harter Kurs zur Kontrolle der Meerenge
Der Iran will sein Engagement in der Straße von Hormus wieder verstärken. Nachdem die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) mitgeteilt hatte, sie habe in Abstimmung mit Oman einen Fluchtkorridor eingerichtet, steuerten viele Schiffe die von Oman vorgegebene Route an. Dagegen verstärkten die Revolutionsgarden, die die Kontrolle über die Meerenge anstreben, ihren Widerstand.
Parlamentspräsident Ghalibaf schrieb am 9. auf X, früher Twitter: 'Die Straße von Hormus wird durch eine Vereinbarung des Iran geöffnet werden. Nicht durch Drohungen der USA.' Den Angaben zufolge hält der Iran zudem weiter an Plänen fest, künftig Gebühren für Dienstleistungen und anderes zu erheben.
Ungewissheit durch Racheerklärung
Nach dem Ende der staatlichen Trauerfeier für den Ende Februar bei einem US-israelischen Angriff getöteten Khamenei könnte der Iran die Kontrolle der Revolutionsgarden erneut verschärfen. Am 11. gab der derzeitige oberste Führer Mojtaba eine Erklärung ab, wonach 'wir uns unbedingt rächen müssen'.
Es wächst die Gefahr, dass sich der gegenseitige Beschuss im Nahen Osten weiter verschärft. Ob die Gespräche über ein dauerhaftes Ende der Kämpfe wieder aufgenommen werden, ist noch schwerer abzusehen geworden.
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