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Nikkei fällt wegen Nahost-Spannungen weiter, konjunktursensible Werte belasten

Nikkei verliert 498 Yen; Verkäufe bei konjunktursensiblen Werten wegen erhöhter Spannungen im Nahen Osten

Wiederaufflammen der Lage im Nahen Osten belastet

Am Vormittag des 8. an der Tokioter Börse schloss der Nikkei-Index bei 67.758 Punkten, 498 Yen unter dem Vortag. Vor dem Hintergrund erneut verschärfter Spannungen im Nahen Osten wurden konjunktursensible Werte, vor allem Autoaktien, verkauft. Dagegen griffen Anleger bei defensiven Titeln wie Telekom- und Versorgerwerten zu, was den Gesamtmarkt stützte.

Der Nikkei fiel nach Handelsbeginn zeitweise um mehr als 1.100 Yen auf 67.122 Punkte. Das war im Tagesverlauf der niedrigste Stand seit dem 15. Juni. Auslöser waren Berichte über erneut gestiegene Spannungen zwischen den USA und dem Iran; das US Central Command teilte am 7. mit, es habe gegen den Iran einen 'starken Angriff' begonnen. Auch während der andauernden Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe dürfte der Iran nach Einschätzung von Marktteilnehmern auf Angriffe auf Handelsschiffe im Hormus‑Sund reagiert haben.

Steigende Ölpreise verstärken die Vorsicht

Die Erwartung, dass sich die Lage im Hormus‑Sund nur langsam normalisieren dürfte, setzte die Ölpreise unter Aufwärtsdruck. Der nahe WTI-Futures-Kontrakt für August stieg zeitweise in den hohen 72-Dollar-Bereich je Barrel und markierte damit für den Frontmonat ein Zweiwochenhoch. Er lag mehr als 3 % über dem Abrechnungspreis vom 7. Juni.

Zusätzlich zur Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran belasteten Sorgen, dass höhere Ölpreise die Preise insgesamt treiben könnten, die Stimmung der Anleger. An der Tokioter Börse fielen vor allem Autoaktien wie Toyota und Honda, auch bei Hitachi und Komatsu kam es zu Verkäufen. Masahiro Yamaguchi, Leiter der Abteilung Investment Research bei SMBC Trust Bank, sagte, es habe sich eine Bewegung breitgemacht, konjunktursensible Werte vorerst abzustoßen. Auch die mit den Unruhen im Nahen Osten verbundenen höheren Materialkosten wurden eingepreist; Bauwerte wie Taisei verloren entsprechend deutlich.

In der am 8. von QUICK veröffentlichten Kurzfristumfrage zur Konjunktur im Juli, deren Antwortzeitraum vom 24. Juni bis zum 3. Juli lief, gaben beim Thema Auswirkungen der Verhandlungen zwischen den USA und Iran auf die Unternehmensführung 70 % der Firmen aus allen Branchen an, dass sie 'keine spürbare Verbesserung' sähen, da Kostensteigerungen anhielten. Angesichts erneut steigender Ölpreise dürfte die Sorge zunehmen, dass die hohe Inflation die Unternehmensaktivität und den Konsum beeinträchtigt. Die langfristigen Zinsen stiegen am 8. zeitweise auf 2,865 % und erreichten damit das höchste Niveau seit 1996.

Defensive Werte stützen den Markt

Allerdings verringerte der Nikkei seine Verluste, nachdem die Verkäufe in den Schwergewichten abgeebbt waren, und lag zeitweise um gut 100 Yen im Plus. Versorger wie Chubu Electric Power und Tokyo Gas sowie Telekomwerte wie KDDI wurden gekauft und stützten den Markt. Auch Bankaktien legten angesichts der steigenden Zinsen deutlich zu.

An den Aktienmärkten hatte es in den vergangenen Tagen bereits Gewinnmitnahmen bei KI- und Halbleiterwerten gegeben, während sich zugleich Kapital in nachhinkende Titel verlagerte. Der Kursanstieg bei defensiven Werten am 8. zeigte, dass diese Sektorrotation anhält. Hitoshi Asaoka, Chefstratege bei Asset Management One, sagte, es gebe keinen starken Kapitalabfluss aus dem Aktienmarkt.

Am Markt wird zudem erwartet, dass sich über die in den kommenden Monaten anstehenden Ergebnisse der großen Unternehmen für das Quartal April bis Juni 2026 die Hoffnung auf bessere Gewinnprognosen verstärkt. Ikuo Mitsui, Fondsmanager bei der Anlageberatungsabteilung von Aizawa Securities, sagte, auch diese Erwartung stütze die Aktienkurse. Kurzfristig dürfte der Nikkei zwar weiterhin empfindlich auf die Lage im Nahen Osten reagieren, doch die positive Grundstimmung für japanische Aktien sei insgesamt noch intakt, so die vorherrschende Einschätzung.

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