Verkäufe bei KI- und Halbleiteraktien in Tokio; Nikkei zeitweise mehr als 1700 Yen im Minus
Am 7. an der Tokioter Börse setzte der Nikkei-Index seinen kräftigen Rückgang fort; das Minus weitete sich zeitweise auf mehr als 1700 Yen aus. Stellenweise rückte auch ein Fall unter 68.000 Yen in greifbare Nähe. Am Morgen hatte Samsung Electronics aus Südkorea vorläufige Zahlen für das Quartal April bis Juni 2026 veröffentlicht, doch trotz der über den Markterwartungen liegenden Ergebnisse fiel die Kursreaktion verhalten aus.
Käufe kehren trotz Samsung-Zahlen nicht zurück
Takeshi Masuzawa, Leiter des Trading-Bereichs bei Philip Securities, sagte: 'Nachdem Samsungs Zahlen die vorab erwarteten Werte übertroffen hatten, hätte man eigentlich mit einer Rückkehr der Kaufdynamik bei Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter rechnen können, doch das blieb aus.'
Im Quartal April bis Juni beliefen sich Samsungs Konzernumsätze auf 171 Billionen Won, 2,3-mal so viel wie im Vorjahreszeitraum, und der Konzernbetriebsgewinn auf 8,94 Billionen Won, das 19-Fache. Beide Werte markierten das dritte Quartal in Folge einen Rekord; der Betriebsgewinn lag zudem über den Markterwartungen.
Dennoch überwogen am südkoreanischen Aktienmarkt die Verkäufe, und Samsung-Aktien fielen zeitweise um bis zu 10 Prozent. Auch SK Hynix, das am 10. ein US-Depositary-Receipt-Listing an der Nasdaq-Börse in den USA anstrebt, gab um mehr als 10 Prozent nach. Der Leitindex Kospi setzte seine deutlichen Verluste ebenfalls fort.
Gegenbewegung auf Basis hoher Erwartungen weitet sich aus
Auch in Tokio gerieten KI- und Halbleiterwerte unter Druck. Kioxia Holdings startete mit Verkaufsindikationen und verlor zeitweise 13 Prozent. Nach der Marktkapitalisierung im laufenden Handel wurde das Unternehmen von Mitsubishi UFJ Financial Group überholt und auf Platz 3 zurückgedrängt. Auch Taiyo Yuden und Ibiden verzeichneten deutliche Verluste.
Die Hoffnung, dass die KI-Rallye anhand der Quartalszahlen der Unternehmen wieder an Schwung gewinnen könnte, trat vorerst in den Hintergrund. Hiroyuki Ueno, Chefstratege bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management, sagte, die Geschäftszahlen seien zwar nicht schlecht, die Markterwartungen aber hoch gewesen und Gewinnmitnahmen hätten dominiert.
Der US-Halbleiterspeicherhersteller Micron Technology hatte bei den Ende Juni veröffentlichten Zahlen für März bis Mai seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr auf das 4,5-Fache gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Daraufhin schoss die Aktie nach oben; nach Ansicht von Marktteilnehmern waren die Bewertungsmaßstäbe damit weiter angehoben worden.
Daiki Takei, Stratege bei Resona Holdings, sagte: 'Samsungs Zahlen haben gezeigt, dass es auf umliegende Aktien keine Ausstrahlung gibt, solange die Markterwartungen nicht deutlich übertroffen werden.' Zwar seien die Gewinne je Aktie, also EPS, bei KI- und Halbleiterwerten rasch nach oben gegangen, doch für eine weitere Ausweitung der Bewertung sei ein noch stärkeres Gewinnwachstum nötig. 'In einer Phase, in der das Wachstum weltweit größer wird und die Wachstumsraten sich verlangsamen, bleibt dem Markt die Überzeugung fehlen', sagte Takei.
Spielraum für Käufe bei Rücksetzern bleibt
Gleichwohl gibt es unter den japanischen Halbleiterwerten auch Unternehmen mit vorsichtigen Geschäftsausblicken. Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities, sieht Aufwärtskorrekturen bei den Ergebnissen als Stütze für die Aktienkurse an.
In der bisherigen Korrektur haben Kioxia und Taiyo Yuden von ihren Höchstständen aus bereits mehr als 30 Prozent verloren. Wenn die Quartalszahlen einen hohen Fortschritt bestätigen, könnte sich den Einschätzungen zufolge wieder Kaufinteresse bei Rücksetzern in den betroffenen Aktien zeigen.
Samsungs Zahlen spiegelten erneut die hohen Erwartungen des Marktes wider, doch das von Investoren gezeichnete Wachstumsszenario sei damit nicht grundsätzlich infrage gestellt. Viele Anleger wollten bei Kursrückgängen weiterhin zugreifen; auch am Dienstag in Tokio drehte Tokyo Electron am Morgen zeitweise ins Plus. Die Ansicht, dass die Chancen auf ein Comeback der KI-Rallye weiterhin bestehen, überwog nach wie vor.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.