US-Finanzministerium nimmt Importverbot für iranisches Öl wieder auf und reagiert damit auf Angriffe auf Handelsschiffe
Das US-Finanzministerium hat am 7. mitgeteilt, das Importverbot für iranisches Rohöl und petrochemische Produkte wieder in Kraft gesetzt zu haben. Im Juni waren die Sanktionen gegen den Iran für zwei Monate ausgesetzt worden, doch nach Angriffen Irans auf drei Handelsschiffe, die die Straße von Hormus durchquerten, nahm die Behörde ihren Kurs zurück.
Wiedereinführung des Importverbots
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums erklärte in einer am 7. veröffentlichten Mitteilung, dass es ab diesem Tag den Handel mit iranischem Rohöl, petrochemischen Produkten und anderen Gütern nicht mehr zulasse. Nachdem die USA und der Iran am 17. Juni ein Memorandum zur Beendigung der Kampfhandlungen unterzeichnet hatten, hatte das OFAC die Sanktionen vom 21. Juni bis zum 21. August ausgesetzt und angekündigt, den Export und Import von iranischem Rohöl zu erlauben.
Ubergangsregelung und Marktreaktion
Das OFAC forderte Unternehmen auf, bereits exportiertes und noch transportiertes iranisches Rohöl und andere Güter bis zum 17. zu verschiffen und abzurechnen. Auch direkte Zahlungen an die iranische Seite wurden untersagt. Nach der Nachricht über die Wiederaufnahme des Importverbots schnellten die US-Rohöl-Futures nach oben; der nahe WTI-Kontrakt für August stieg zeitweise um 6% auf 72.51 Dollar je Barrel. Die Sorgen über Einschränkungen der Rohölversorgung nahmen zu.
Angriff und Gegenangriff truben die Verhandlungen
Das US-Zentralkommando schrieb am 7. auf X, man habe gegen den Iran einen 'starken Angriff' begonnen, und erklärte, dies solle einen 'Preis für Angriffe auf Handelsschiffe' durchsetzen. Nach Angaben des Wall Street Journal (WSJ) attackierte die Revolutionsgarde des Iran ein Handelsschiff mit Raketen. Auch das United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) teilte mit, vor der Ostküste Omans nahe der Straße von Hormus sei ein Tanker angegriffen worden und es sei ein Feuer ausgebrochen.
Beide Seiten hatten über eine endgültige Einigung zur Beendigung der Kampfhandlungen verhandelt, doch die wechselseitigen Angriffe setzten sich fort und der Ausblick wird immer ungewisser. Iran exportierte bis etwa 2018 Rohöl nach Japan, Südkorea und Europa, doch seit die erste Regierung von Donald Trump in jenem Jahr aus dem Atomabkommen ausgestiegen war und das Importverbot eingeführt hatte, haben diese Länder ihre Importe reduziert.
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