Staatsbegräbnis für den verstorbenen Ajatollah Khamenei in Teheran zieht Massen an
Staatsbegräbnis in Teheran erreicht seinen Höhepunkt
Das Staatsbegräbnis für den verstorbenen ehemaligen obersten Führer Irans, Ali Khamenei, erreichte am 6. in der Hauptstadt Teheran seinen Höhepunkt. Die Straßen entlang des großen Trauerzugs waren mit Bürgern gefüllt, die gekommen waren, um den Sarg vorbeiziehen zu sehen; Rufe nach 'Vergeltung gegen die USA' hallten wider.
Aus den Lautsprechern erklangen Trauerlieder und Slogans, und die Teilnehmer riefen unter Tränen 'Unser Vater ist gegangen' und 'Wir werden deinen Willen fortsetzen'. In den Straßen reihten sich schwarze Fahnen mit einer Faust als Motiv aneinander; die Führung betrachtet sie als neues Symbol des Widerstands gegen das islamische System.
Mojtaba Khamenei blieb fern
In Japan ist es üblich, Verstorbene ruhig zu verabschieden, doch im Iran gibt es eine Trauerkultur, in der der Tod naher Angehöriger mit heftigem Weinen betrauert wird. Mojtaba Khamenei, der zweite Sohn des verstorbenen Ajatollah Khamenei und derzeitige oberste Führer, war bis Mittag des 6. bei den Feierlichkeiten nicht zu sehen. Sein älterer Bruder Mostafa und zwei weitere Söhne nahmen am Abschied am 5. teil.
Die New York Times berichtete am 4. unter Berufung auf einen Angehörigen der Revolutionsgarden, die Leibwache habe Mojtaba Khameneis Teilnahme aus Sorge vor einem israelischen Attentat oder vor seiner Ortung ausgelassen. Mojtaba Khamenei habe eigentlich an einigen Terminen teilnehmen wollen.
Staatsmedien zeigten, wie Ahmad Wahidi, Oberkommandierender der Revolutionsgarden, an der Abschiedsfeier und weiteren Veranstaltungen teilnahm. Er gilt als Vertreter eines harten Kurses gegen die USA und Israel und hatte einst die Eliteeinheit 'Quds-Korps' der Revolutionsgarden geführt. In den vergangenen Monaten war er nicht in der Öffentlichkeit zu sehen.
Gespräche sollen nach dem Staatsbegräbnis wieder aufgenommen werden
Nach Angaben Katars sollen die Vermittlungen zwischen den USA und Iran nach dem Ende des Staatsbegräbnisses für Khamenei wieder aufgenommen werden. Bei der Kontrolle der Straße von Hormus, beim Umgang mit eingefrorenen Vermögenswerten und bei der Atomentwicklung liegen die Positionen beider Seiten weiter auseinander. Wahids Auftreten dürfte auch dazu dienen, seine Handlungsfähigkeit zu demonstrieren und die USA zu warnen.
Der Nahe Osten befindet sich in der Zeit des islamischen Monats Muharram, einer wichtigen Periode für Schiiten, um gefallener Führer zu gedenken. Das Staatsbegräbnis löste bei frommen Gläubigen starke religiöse Gefühle aus.
Asghar aus Hamadan im Westen Irans sagte: 'Der Kampf gegen die USA und Israel ist ein Krieg zwischen Menschen und Dämonen. Wir gehen einen Pfad des Lichts, der in den Himmel führt.' Schokat, 62, der sagte: 'Gott wird den Feind, der uns unseren Führer genommen hat, niemals vergeben', konnte seine Tränen bei der Beantwortung von Fragen nicht zurückhalten. Ein Mann, 35, der mit vier Kindern und seiner Ehefrau gekommen war, antwortete auf die Frage nach seinem Namen: 'Mein Name ist der Krieger von Ajatollah Khamenei'.
Mehr als 10 Millionen Menschen nahmen im Juni 1989 an der Beisetzung von Revolutionsführer und erstem oberstem Führer Khomeini teil; sie wurde als 'eine der größten in der Menschheitsgeschichte' bezeichnet und übertraf die Beerdigungen von Gandhi und Nasser. Zu dem jetzigen Staatsbegräbnis meldeten iranische Medien eine erwartete Teilnahme von mehr als 15 Millionen Menschen. Doch auch Menschen, die Khomeinis Beisetzung selbst erlebt hatten, sagten, die damalige Euphorie sei nicht mehr zu spüren.
Die meisten Teilnehmer sind Männer mittleren und höheren Alters; es gibt die Ansicht, dass sich das Interesse der jüngeren Generation auf soziale Freiheiten und ihre künftigen Lebensperspektiven verlagert hat. 47 Jahre nach der Islamischen Revolution von 1979 verblasst die Erinnerung an die Euphorie allmählich.
Auch ausländische Delegationen kamen zum Kondolieren. Außenminister Aragchi erklärte am 4. in seinen sozialen Medien, dass mehr als 70 Länder vertreten gewesen seien. Am 7. sollen im zentraliranischen Heiligtum Qom Gedenkveranstaltungen stattfinden, und am 9. soll Khamenei in Mashhad im Nordosten des Landes beigesetzt werden, seiner Heimatstadt und heiligen Stadt.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.