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Angriff auf Raffinerie in Omsk, Ukraine beschleunigt Langstrecken-Drohneneinsätze

Ukrainische Streitkräfte greifen erstmals größte Raffinerie in Omsk an

Langstreckendrohnen setzen Nachschubnetz unter Druck

Die ukrainischen Streitkräfte haben am 6. die größte Raffinerie Russlands in Omsk angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seit Ende Juni eine auf mittel- und langfristige unbemannte Fluggeräte (Drohnen) gestützte Operation gestartet, um den Nachschub der russischen Armee zu unterbrechen. Mit täglichen Angriffen auf Energieanlagen und militärnahe Einrichtungen wird Russlands Fähigkeit zum Fortsetzen des Kriegs belastet.

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte teilte in den sozialen Medien mit, eine Drohne der Armee sei in das Gebäude der Raffinerie eingeschlagen und 'ein Feuer ist ausgebrochen'. Zudem hieß es, auch die Raffinerieanlagen seien beschädigt worden. Der Gouverneur der russischen Region Omsk erklärte dagegen in einer Messaging-App, 'Drohnen der ukrainischen Streitkräfte haben die Raffinerie angegriffen. Die russische Armee hat den Großteil abgeschossen'.

Langstreckenangriffe auf Raffinerien

Die Raffinerie verfügt über eine jährliche Verarbeitungskapazität von rund 22 Millionen Tonnen und macht etwa 8 Prozent der russischen Gesamtmenge aus. Es ist nach Angaben zufolge das erste Mal, dass die Ukraine die Anlage angreift. Omsk liegt 2500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, womit der jüngste Angriff erneut die Reichweite ukrainischer Langstreckendrohnen unterstreicht.

Seit April hat die Ukraine Langstreckenangriffe auf wichtige Infrastruktur tief im russischen Hinterland deutlich ausgeweitet. Raffinerien an verschiedenen Orten, darunter im Großraum Moskau, wurden wiederholt angegriffen; von April bis Juni wurden mehr als 80 Schäden verzeichnet. Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte ist die russische Raffineriekapazität um 40 Prozent gesunken.

Ende Juni startete die Ukraine auf Initiative Selenskyjs die sogenannte '40-Tage-Operation', mit der Russland zum Ende der Kämpfe gedrängt werden soll. Im Mittelpunkt stehen der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) und Drohneneinheiten, die Mittel- und Langstreckenangriffe 40 Tage lang fortsetzen und so die russische Durchhaltefähigkeit schwächen sollen. Bislang wurden bereits gewisse Erfolge erzielt: Im Juni wurde unter anderem eine Fabrik in der westrussischen Region Tula, die Salpetersäure und andere Vorprodukte für Sprengstoffe herstellt, teilweise lahmgelegt. Zudem wurden mehrere Rüstungsbetriebe und Satellitenkommunikationsanlagen an verschiedenen Orten beschädigt.

Risse im russischen Luftverteidigungssystem

Auch bei Mittelstreckenangriffen auf Nachschubstützpunkte und andere Ziele 20 bis 200 Kilometer hinter der Front zeigen sich Erfolge. Ukrainischer Verteidigungsminister Fedrow teilte am 5. mit, dass die Angriffe im Juni auf Ziele mehr als 50 Kilometer hinter der Front verdoppelt worden seien.

Ziel ist es, Treibstofflager, Munitionsdepots und Eisenbahninfrastruktur funktionsunfähig zu machen und so die Logistik der russischen Armee zu unterbrechen. Besonders konzentriert werden Angriffe auf wichtige Straßen und Häfen, die zur von Russland einseitig annektierten Krim-Halbinsel führen, um die Krim vom russischen Kernland abzutrennen.

Russland offenbart zugleich Schwächen in seinem Luftverteidigungssystem. Zwar betreibt es leistungsstarke Systeme wie 'S300' und 'S400', deren Stationierung sich jedoch Berichten zufolge auf große Städte konzentriert. Während die ukrainischen Streitkräfte wiederholt flächendeckende, sogenannte Sättigungsangriffe gegen Ziele im ganzen Land durchführen, wird der Mangel an Abfangraketen immer deutlicher. Analysten zufolge behindern zudem westliche Sanktionen die Beschaffung von Bauteilen, die für die Lenkung von Raketen benötigt werden.

Mehr Drohnenproduktion und US-Unterstützung

Hinter den zunehmenden Erfolgen der Ukraine steht auch der Ausbau der Produktionskapazitäten für Langstreckendrohnen. Selenskyj hat das Ziel ausgegeben, die Zahl der produzierten Drohnen bis 2026 auf 30.000 zu erhöhen.

Die 'Ljuty-Drohne' mit einer Reichweite von mehr als 1000 Kilometern ist inzwischen das Hauptmodell. Zu Beginn der Invasion waren zentrale Bauteile noch auf Importe aus dem Ausland angewiesen, doch 2025 wurde die heimische Produktion erreicht. Mit europäischen Mitteln ist zudem ein System angelaufen, das die Massenproduktion von Langstreckendrohnen in der Ukraine ausweitet.

Die britische Financial Times (FT) berichtete am 5., auch die USA unterstützten die ukrainischen Angriffe. US-Geheimdienste teilen der Ukraine demnach unter anderem optimale Flugrouten für die Drohnen mit und helfen so beim Durchbruch durch die russische Luftverteidigung.

Auf ukrainischer Seite fehlen jedoch ebenfalls Abfangraketen, und das Luftverteidigungssystem ist nicht ausreichend ausgebaut. Die russische Armee verstärkt ihre Angriffe auf Kyjiw, und seit Juni liegt die Zahl der Todesopfer bei mehr als 50. Die Front im Osten, etwa in der Region Donezk, ist festgefahren, und während beide Seiten in Langstreckenangriffen einen Ausweg suchen, ebbt der Schlagabtausch nicht ab.

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