BP und Partner beraten über Ausstieg aus Offshore-Windprojekt vor Yuza in der Präfektur Yamagata
Beratungen über Rückzug
Der britische Energiekonzern BP erwägt einen Rückzug aus dem Offshore-Windkraftprojekt vor Yuza in der Präfektur Yamagata. Damit würde sich BP aus dem Konsortium zurückziehen, das von Marubeni geführt wird und an dem Kansai Electric Power und Tokyo Gas beteiligt sind; dies wäre ein Rückschlag für den heimischen Offshore-Wind-Ausbau.
BP hat mit den Konsortialpartnern Gespräche über einen Ausstieg aufgenommen. Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die BP-Zentrale in Großbritannien teilte auf Anfrage der Nikkei Financial News mit: 'Es ist nichts entschieden.'
Projekt soll fortgesetzt werden
Im Dezember 2024 gewann das Konsortium aus Marubeni, Kansai Electric Power, BP, Tokyo Gas und dem lokalen Bauunternehmen Marutaka aus Sakata in der Präfektur Yamagata die dritte großangelegte Ausschreibung der Regierung für das Offshore-Gebiet vor Yuza. Im November 2025 will die Gruppe konkrete Pläne für die Installation der Windturbinen vorlegen und strebt einen Betriebsstart im Juni 2030 an.
BP dürfte rund ein Viertel an der für die Entwicklung zuständigen Zweckgesellschaft (SPC) halten, was dem Niveau von Kansai Electric Power und damit nach Marubeni entspricht. Der Anteil, den BP abgeben würde, soll von den übrigen Konsortialmitgliedern übernommen werden, sodass das Projekt selbst fortgeführt werden kann.
Weitere Rückzüge in Japan
BP bündelte mit Japans größtem Stromerzeuger JERA Offshore-Windprojekte weltweit und gründete im August 2025 das gemeinsame Unternehmen JERA Nex bp, an dem beide Seiten je zur Hälfte beteiligt sind. Das Projekt vor Yamagata wurde jedoch vor der Fusion zugesprochen; faktisch wurde es von der BP-Zentrale in Großbritannien geführt.
JERA gewann vor der Fusion mit BP die Projekte vor Aomori und Akita und führt sie derzeit über das Gemeinschaftsunternehmen weiter. Das Projekt vor Yamagata kam hingegen bei der Überleitung in die Gesellschaft ins Stocken, und BP dürfte zu dem Schluss gekommen sein, dass ein Alleingang schwierig sei. BP will auch künftig über das Gemeinschaftsunternehmen im japanischen Offshore-Windsektor aktiv bleiben.
Im Inland kündigte das Konsortium aus Mitsubishi Corp. und Chubu Electric Power im August 2025 den Rückzug aus drei Gebieten vor der Küste der Präfekturen Chiba und Akita an. Es handelte sich um Projekte, die bei der ersten großangelegten Ausschreibung der Regierung gewonnen worden waren, doch wegen stark gestiegener Baukosten wurde die Fortsetzung aufgegeben. Im Juni 2026 erklärte auch der norwegische Ölkonzern Equinor den Rückzug aus Japan und gab damit seine Bemühungen um Projektentwicklung dort auf.
Die Regierung betrachtet Offshore-Windkraft als eine tragende Säule des Ausbaus erneuerbarer Energien und hat im Energiegrundplan das Ziel formuliert, den Anteil der Windkraft am Strommix von 1,1 % im Geschäftsjahr 2023 auf 4 % bis 8 % im Geschäftsjahr 2040 zu erhöhen. Für Onshore-Windkraft werden geeignete Entwicklungsflächen zunehmend knapp.
Von den bislang neun Gebieten, in denen die Regierung großangelegte Ausschreibungen durchgeführt hat, zog sich das Mitsubishi-Corp.-Konsortium in drei Gebieten zurück, die nun erneut ausgeschrieben werden. Unter den beteiligten Unternehmen in den verbleibenden sechs Gebieten ist BP das erste, das einen Rückzugskurs öffentlich gemacht hat.
Unter den ausländischen Akteuren beteiligt sich die spanische Stromgesellschaft Iberdrola an einem von ENEOS geführten Projekt vor Akita, während der deutsche Versorger RWE an einem von Mitsui & Co. geführten Projekt vor Niigata mitwirkt. Weitet sich der Kapitalabzug ausländischer Investoren aus, müssen japanische Unternehmen angesichts höherer Belastungen die Tragfähigkeit ihrer Projekte erneut prüfen.
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