Keiko Fujimori gewinnt, Perus Wahlbehörde verkündet es offiziell
Perus Wahlbehörde hat am 3. mitgeteilt, dass Keiko Fujimori, die 51-jährige älteste Tochter des verstorbenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, bei der im Juni abgehaltenen Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen hat. Sie setzte sich bei ihrem vierten Anlauf knapp durch und wird am 28. vereidigt.
Siegeserklärung und Vorbereitungen für die neue Regierung
Nach der Mitteilung erklärte Keiko auf X erneut ihren Sieg und schrieb: 'Eine neue Phase beginnt. Ich werde meine Aufgabe mit Verantwortung, Bescheidenheit und Pflichtbewusstsein übernehmen.' Sie sagte zudem: 'Wir werden den Stimmen der Bürgerinnen und Bürger zuhören, den Dialog vertiefen und uns umfassend auf den Start der neuen Regierung vorbereiten.'
Knappes Ergebnis vertieft die Konfrontation
Die Stichwahl fand am 7. Juni statt, doch die Neuauszählung der Stimmen und die Prüfung von Einsprüchen nahmen Zeit in Anspruch, sodass die Bekanntgabe des Endergebnisses erst rund einen Monat später erfolgte. Im endgültigen Ergebnis kam Keiko Fujimori auf 50,1 Prozent, ihr linksgerichteter Gegenkandidat, der frühere Handels- und Tourismusminister Roberto Sanchez (57), auf 49,9 Prozent. Der Abstand betrug damit nur rund 49.000 Stimmen. Sanchez teilte am 1. mit, er habe bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission Einspruch eingelegt, da es bei der Stimmabgabe von Peruanern im Ausland Unregelmäßigkeiten gegeben habe.
Erwartungen und Vorbehalte gegenüber der Fujimori-Linie
Keiko Fujimori warb mit der Fortsetzung des Kurses ihres Vaters, des Ex-Präsidenten Fujimori, der die wirtschaftliche Erholung und die Wiederherstellung der Sicherheit vorangetrieben hatte, und gewann so an Unterstützung. Inmitten wachsender Sorge über die sich verschlechternde Sicherheitslage setzte sie auf die 'Wiederherstellung der Ordnung' und weckte Erwartungen an ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität, während die Vorbehalte gegenüber autoritären politischen Methoden anhaltend stark bleiben. Neben dem Bau mehrerer riesiger Gefängnisse fordert sie auch den Austritt aus dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, der der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) untersteht.
Damit tritt erstmals seit 26 Jahren wieder eine Regierung an, die den Namen 'Fujimori' trägt. Die Vereidigung ist für den 28. geplant, die Amtszeit beträgt fünf Jahre. In Peru wurden in den vergangenen etwa zehn Jahren acht Präsidenten durch Amtsenthebung oder Rücktritt abgelöst. Im Fokus steht nun, ob es gelingt, das politische Misstrauen abzubauen und für Stabilität im politischen Betrieb zu sorgen.
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