Zeremonien zum Staatsbegräbnis von Ali Khamenei beginnen ab dem 4. Juli in Iran
Zeremonien zum Staatsbegräbnis beginnen am 4. Juli
Die mit dem Staatsbegräbnis des früheren iranischen obersten Führers Ali Khamenei verbundenen Zeremonien beginnen ab dem 4. Juli in verschiedenen Teilen des Landes. Den Auftakt bildet eine Abschiedsfeier in der Hauptstadt Teheran, gefolgt von einem großen Trauerzug am 6. Juli, einer Veranstaltung in der zentralen Stadt Qom und der Beisetzung am 9. Juli in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten. Eine Veranstaltung mit ausländischen Würdenträgern ist für den 3. Juli geplant.
Teilnehmerzahl und diplomatischer Zeitplan
Die staatliche Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf Einschätzungen, die Zahl der Teilnehmer werde allein in Teheran 15 bis 20 Millionen erreichen und landesweit insgesamt 35 Millionen betragen. Das entspreche rund 40 Prozent der Bevölkerung. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums werden Vertreter aus mehr als 100 Ländern teilnehmen, darunter Russlands stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrats und ehemaliger Präsident Dmitri Medwedew sowie Pakistans Ministerpräsident Scharif.
Außerdem sollen die von Katar vermittelten Gespräche mit den USA nach der Beerdigung wieder aufgenommen werden. Vorgesehen sind dann Verhandlungen über die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, die Kontrolle der Straße von Hormus und die Nuklearfrage. Bei Khomeinis Beerdigung 1989 sollen offiziellen Schätzungen zufolge rund 10,2 Millionen Menschen teilgenommen haben; diesmal könnte die Zahl sogar darüber liegen.
Inszenierung der Machtübergabe
Ein ranghoher Vertreter des iranischen Innenministeriums bezeichnete die diesjährigen Trauerfeierlichkeiten als 'Wendepunkt in der Geschichte der Revolution'. Organisiert werden sie von einem Stab unter Leitung des Ersten Vizepräsidenten Aref. Die Regierung will damit die Ausstrahlung des früheren obersten Führers demonstrieren und zugleich die Führung um den als Nachfolger geltenden Mojtaba Khamenei in Szene setzen.
Ali Khamenei wurde 1939 geboren. Er beteiligte sich an der iranischen Revolution von 1979 und wurde nach seiner Zeit als Präsident 1989 als Nachfolger Khomeinis oberster Führer. Er verfolgte eine antiamerikanische Linie, ließ die Revolutionsgarden unter anderem Proteste niederschlagen und unterstützte schiitische bewaffnete Gruppen in verschiedenen Teilen des Nahen Ostens, die im Konflikt mit Israel stehen.
Mojtaba Khamenei hat sich seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen jedoch nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Berichten zufolge wurde er durch Angriffe der USA und Israels verletzt und gibt derzeit lediglich über soziale Medien und andere Kanäle Erklärungen ab. Sein Gesundheitszustand ist nicht bekannt. Wie über seinen Verbleib im Rahmen der Zeremonien berichtet wird, dürfte ein Hinweis auf die künftige Machtstruktur sein.
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