Rendite der neuen 10-jährigen Staatsanleihe steigt kurzzeitig auf 2,810 % und erreicht höchsten Stand seit rund 30 Jahren
Warnung vor verzögerter Reaktion der BOJ
Am japanischen Anleihemarkt stieg die Rendite der neuen 10-jährigen Staatsanleihe, die als Benchmark für die langfristigen Zinsen dient, am 3. zeitweise auf 2,810 %. Das ist der höchste Stand seit Oktober 1996 und damit seit rund 30 Jahren; die Anleihekurse gaben nach.
Die Verkäufe von Anleihen nahmen zu, da sich die Einschätzung verfestigte, dass die Bank of Japan bei der Bekämpfung der hohen Inflation mit ihrer Geldpolitik hinterherhinke. Auch weil seit dem 3. neue Anleihen gehandelt werden, lag die Rendite zeitweise um 0,015 % über dem Vortag. 1996 galt die Rendite einer stark gehandelten Benchmark-Anleihe als langfristiger Zins.
Auch Sorgen über die Haushaltsführung belasten
Im Entwurf der am 30. Juni von der Regierung vorgelegten Grundzüge für Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie Reformen wurde die Bank of Japan aufgefordert, eine angemessene Geldpolitik entsprechend der Wirtschafts-, Preis- und Finanzlage zu betreiben. Am Markt verfestigte sich die Spekulation, dass die Politik der Bank of Japan stärker von den Vorgaben der Regierung beeinflusst werden könnte.
Da der im Vorjahr enthaltene Begriff 'Haushaltskonsolidierung' gestrichen wurde, gibt es auch Stimmen, die vor einer Verschlechterung der Haushaltsdisziplin vor dem Hintergrund der expansiven Fiskalpolitik der Regierung Takaichi Sanae warnen. Wegen der Ungewissheit über den weiteren Kurs der Geld- und Fiskalpolitik hielten sich Anleger zunehmend zurück.
Die vom Finanzministerium am 2. durchgeführte Auktion 10-jähriger Anleihen fiel 'schwach' aus, und die Renditen japanischer Staatsanleihen stiegen über weite Laufzeiten hinweg, vor allem bei Langläufern.
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