Toyota will Zulieferer nach Stopp der LF-ZC-Entwicklung entschädigen
Es wurde bekannt, dass Toyota Motor einen Teil der Verluste von Teileherstellern entschädigen will, nachdem die Entwicklung eines Next-Generation-EV (Elektroautos) eingestellt wurde. Der Umfang könnte mehrere zehn Milliarden Yen erreichen. Die einzelnen Zulieferer hatten in Spezialanlagen und Ähnliches investiert.
Stopp der LF-ZC-Entwicklung
Betroffen ist das sedanartige EV 'LF-ZC' der Luxusmarke 'Lexus'. Der Stopp der Entwicklung wurde am 29. Mai bekannt. Das coupéartige Modell mit flacher, stromlinienförmiger Karosserie sollte mit einer neuen Hochleistungsbatterie ausgestattet werden; zudem war der Einsatz von 'Gigacasting' geplant, bei dem Teile per Aluminiumguss zu großen Einheiten geformt werden. Es war als Next-Generation-EV mit Toyotas neuesten Technologien positioniert.
Die Auswirkungen des Stopps haben sich auf die gesamte Lieferkette ausgeweitet. Bei wichtigen Autoteileherstellern aus dem Toyota-Umfeld wird erwartet, dass jeweils Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Yen verbucht werden; bei einzelnen Unternehmen sollen sie rund 10 Milliarden Yen erreichen. Toyota dürfte einen Teil davon kompensieren, sodass sich die Gesamtentschädigung auf mehrere zehn Milliarden Yen belaufen könnte.
Der konsolidierte Nettogewinn von Toyota für das Geschäftsjahr bis März 2027 nach International Financial Reporting Standards dürfte sich auf 3 Billionen Yen belaufen, ein Rückgang von 22 % gegenüber dem Vorjahr. Die Auswirkungen der Kompensation dürften daher begrenzt sein. Dennoch dürfte sie auf die Ergebnisentwicklung drücken.
Wendepunkt beim Fertigungsverfahren
Hinter dem Ausweitung der Verluste steht auch, dass der LF-ZC ein deutlich anderes Fertigungsverfahren als bisher vorgesehen hatte. Üblicherweise wird die Karosserie durch das Zusammensetzen mehrerer Metallteile geformt; Gigacasting hingegen formt große Bauteile in einem Stück mit einer extrem großen Gussanlage. Ein Führungskraft eines Toyota-Geschäftspartners sagte: 'Das ist ein Verfahren, bei dem man mit einer großen Maschine Autos wie Taiyaki herstellt.'
Seit Tesla in den USA diese Technologie umfassend in der EV-Produktion einsetzt, gilt sie als Technologie, die die Fahrzeugfertigung der nächsten Generation verändern könnte; auch Toyota hat daran gearbeitet. Zwar wird eine höhere Reichweite durch Gewichtsreduzierung erwartet, doch die Serienfertigung ist schwierig und die Fehlerrate dürfte tendenziell hoch sein. Mehrere Zulieferer rechneten damit, dass sich die Technik künftig durchsetzt, und hatten bereits Spezialausrüstung, neue Linien und sogar den Umbau von Fabriken vorangetrieben.
Toyota erklärte mit Blick auf die Verluste und Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem LF-ZC: 'Da sich die Situation je nach Unternehmen unterscheidet, führen wir individuelle Gespräche.'
Überarbeitung der Produktstrategie
Der Stopp der Entwicklung lässt einen Kurswechsel in Toyotas Produktstrategie erkennen. Den betroffenen Unternehmen soll Toyota bis zum 27. Mai eine Mitteilung gemacht haben. An dem Projekt waren seit mehreren Jahren zahlreiche Ingenieure und Geschäftspartner beteiligt.
Toyotas stellvertretender Präsident und Chief Technology Officer (CTO) Hiroki Nakajima sagte in einem Interview mit der Nihon Keizai Shimbun und anderen Medien: 'Unter den Mitarbeitern, die an der Entwicklung des LF-ZC beteiligt waren, gab es viele Ingenieure, die unter Tränen ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht haben. Ich habe das Gefühl, mich entschuldigen zu müssen.' Zugleich sagte er: 'Die beim LF-ZC entwickelten Technologien werden unverändert in das Nachfolgemodell übernommen. Deshalb setzen wir die Technologieentwicklung fort.'
Ein Toyota-Mitarbeiter sagte: 'Ich glaube nicht, dass es in der Geschichte von Toyota schon einmal einen Stopp zu diesem Zeitpunkt gegeben hat.' Bei der Einführung von Next-Generation-Modellen wie dem Hybridfahrzeug (HV) 'Prius' oder dem wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeug (FCV) 'Mirai' gab es ebenfalls viele Fälle, in denen die Profitabilität nicht im Vordergrund stand.
Toyota arbeitet an einer Überarbeitung seiner Produktstrategie. Präsident Kenta Kon verweist als Management-Kennzahl auf die Stückzahl zur Gewinnschwelle; auf der Bilanzpressekonferenz Anfang Mai sagte er: 'Das umfasst auch die Überprüfung und Reduzierung von Produktionsmodellen.' Vor dem Hintergrund der Erwartung, dass eine auf Profitabilität ausgerichtete Produktstrategie auch künftig fortgesetzt wird, wächst unter den Autoteileherstellern die Vorsicht.
Abbrüche von EV-Entwicklungen häufen sich bei Autoherstellern. Honda stellte im März die Entwicklung und Markteinführung von drei Modellen ein, darunter zwei Fahrzeuge der Flaggschiff-EV-Reihe 'Zero Series', und begann Gespräche über Entschädigungen für Zulieferer. Wegen Entschädigungskosten und Wertminderungen verbuchte das Unternehmen im Geschäftsjahr bis März 2026 einen Verlust von 1,2 Billionen Yen und rutschte erstmals seit dem Börsengang in die roten Zahlen. Auch für das Geschäftsjahr bis März 2027 erwartet Honda einen Verlust von 500 Milliarden Yen.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.