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Nikkei legt weiter zu, kommt wegen schwacher Korea-Aktien aber nicht voran; Käufe bei KI- und Halbleiterwerten

Nikkei setzt Aufwärtstrend fort, koreanische Kursschwäche drückt auf die Luft nach oben; KI- und Halbleiterwerte bleiben gefragt

Nikkei steigt weiter, doch die Luft nach oben bleibt dünn

Am 1. an der Tokioter Börse legte der Nikkei-Index weiter zu. Der Schlussstand lag bei 70.474,96 Punkten, ein Plus von 412,64 Punkten gegenüber dem Vortag. Die Erwartungen an Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter bleiben zwar stark, doch viele Anleger fürchten heftige Kursschwankungen, sodass die Gewinne nach einem freundlichen Start wieder schrumpften.

Schwache Aktien in Korea belasten

Der Nikkei stieg nach der Eröffnung zwischenzeitlich um 1.900 Punkte gegenüber dem Vortag. Gegen Ende des Vormittagshandels ließ die Dynamik jedoch rasch nach, und auch am Nachmittag wurde die Marke von 71.000 Punkten nicht nachhaltig überwunden. Hintergrund war der Rückgang koreanischer Aktien. Der südkoreanische Leitindex KOSPI drehte nach einem frühen Plus ins Minus und verlor zeitweise fast 4%.

Belastend wirkte, dass Samsung Electronics zeitweise um 7% und SK Hynix um 6% nachgaben. Samsung Electronics und SK Hynix machen einen großen Teil der Marktkapitalisierung des südkoreanischen Aktienmarkts aus. Laut Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities, sei 'der Mittelpunkt der Welt mittlerweile der südkoreanische Aktienmarkt'. Auch im Nikkei dämpften entsprechende Werte die Stimmung: Fujikura drehte nach einem frühen Anstieg auf minus 7%, Kioxia Holdings verlor 2%.

Käufe bei Halbleiterwerten halten an

Gleichzeitig griffen viele Anleger, die die rasche Aufwärtsbewegung verpasst hatten, weiterhin zu KI- und Halbleiteraktien. Der Halbleiterausrüster KOKUSAI ELECTRIC legte 5% zu, TOWA gewann 6% und setzte damit seinen kräftigen Anstieg fort. Stützend wirkte weiterhin die am 29. Juni angekündigte Großinvestition von Samsung Electronics und SK Hynix für den Bau von Halbleiterfabriken.

Shimada sagte, solche Großinvestitionen könnten für Speicherchip-Hersteller zwar zu Nachfragesorgen führen, Halbleiterausrüster profitierten aber eher davon. Auch Kanpo Life Insurance sieht dies so: Abteilungsleiter Eimon Iwahara von der Abteilung für Marktanlagen sagte mit Blick auf die Investitionspläne der großen koreanischen Konzerne, zuvor sei zwar eine Überinvestitionswelle der Hyperscaler befürchtet worden, doch die Pläne bestätigten die Stärke der Nachfrage.

Vorsicht vor anstehenden Terminen

Dennoch bleibt die Einschätzung zur Nachhaltigkeit der Käufe vorsichtig. In den kommenden Tagen stehen zahlreiche wichtige Konjunkturdaten an, darunter am 2. die US-Arbeitsmarktdaten. Kohei Onishi, leitender Investmentstratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, warnte: Wenn die hawkische Haltung der Fed wieder stärker in den Fokus rückt, könnten Anleger Positionen abbauen.

Auf der Angebots-Nachfrage-Seite kommt zudem Verkaufsdruck durch börsengehandelte Fonds (ETFs) auf, deren Abrechnungstermin Anfang Juli liegt. ETFs müssen zur Ausschüttung von Dividenden Kassaaktien oder Futures verkaufen und wirken daher häufig als Belastung für die Kurse. Die Erwartung eines anhaltenden Aufwärtstrends bleibt zwar stark, doch vorerst dürfte das Marktumfeld von heftigen Schwankungen auf hohem Niveau geprägt bleiben.

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