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Anthropic will die Bereitstellung der Spitzen-KI Fable wieder aufnehmen

Anthropic nimmt das ausgesetzte Spitzenmodell AI 'Fable' wieder auf

US-Regierung hebt Exportkontrollen auf

Das US-Start-up Anthropic teilte am 30. mit, dass es die Bereitstellung der fortgeschrittenen KI 'Claude Fable' wieder aufnehmen werde, die auf Anweisung der US-Regierung ausgesetzt worden war. Ab dem 1. Juli US-Zeit soll sie weltweit für zahlende Kunden verfügbar sein, eine Woche später wird auf nutzungsabhängige Abrechnung umgestellt.

Fable ist ein Schwester-Modell des leistungsstarken Modells 'Claude Mythos', das besonders stark beim Auffinden von Software-Schwachstellen ist. Anthropic hatte für die allgemeine Nutzung Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch ergänzt und am 9. Juni mit der Bereitstellung begonnen, wurde am 12. jedoch von der US-Regierung auf eine Lücke in den Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen und in die Exportkontrollliste aufgenommen. Daraufhin beschränkte das Unternehmen die Nutzung für Ausländer und stoppte die Bereitstellung für alle Kunden.

Nach einem von der Nikkei eingesehenen Schreiben teilte das US-Handelsministerium am 30. mit, dass die Exportkontroll-Einstufung für die beiden neuesten Versionen von Fable und Mythos aufgehoben werde. Dies erfolgte nach einer Einigung mit Anthropic über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, wodurch das Unternehmen beide Modelle ohne vorherige Genehmigung der US-Regierung je nach Kunde bereitstellen kann.

Fable ist der erste Fall, in dem die US-Regierung eine von einem privaten Unternehmen allgemein angebotene KI gestoppt hat. Der Konflikt zwischen Anthropic und der US-Regierung unter Trump hat sich abgeschwächt, die Verwirrung dürfte sich vorerst legen.

Ab dem 8. nur noch nutzungsabhängige Abrechnung, Nutzung wird teuer

Das Unternehmen wird am 1. Juli die allgemeine Bereitstellung von Fable auch im Ausland, darunter in Japan, wieder aufnehmen. Fable ist zwar leistungsstark, verbraucht aber bei jeder Antwort viel Rechenleistung. Auch nach der Wiederaufnahme wird es nicht unbegrenzt nutzbar sein, und die Nutzungsgebühren sollen hoch angesetzt werden.

In festen Abonnementtarifen, etwa für Privatkunden zum Preis von 20 bis 200 Dollar im Monat, entsprechend rund 3200 bis 32 000 Yen, ist Fable nur bis zum 7. enthalten. Auch in diesem Zeitraum gibt es Nutzungsobergrenzen, ab dem 8. gilt nur noch die nutzungsabhängige Abrechnung. Für Unternehmen und Entwickler wird der nutzungsabhängige Preis von Fable auf das Doppelte des nächststärkeren Modells 'Opus 4.8' festgelegt. Für Unternehmen dürfte das Kostenmanagement für die Nutzung durch Mitarbeiter zu einer Herausforderung werden.

Der auf KI spezialisierte außerordentliche Professor Ethan Mollick von der University of Pennsylvania sagte über Fable, es gebe für Unternehmen viele wirksame Einsatzmöglichkeiten, für Endverbraucher sei die Leistung jedoch überdimensioniert. Anthropic stellte am 30. außerdem das neue Modell 'Sonnet 5' mit niedrigeren Nutzungsgebühren vor. Auf Kundenseite wächst die Bedeutung, mehrere KI-Angebote wie günstigere Versionen oder externe offene Modelle je nach Zweck unterschiedlich einzusetzen.

Im Zusammenhang mit Fable gab es schon bei der Bereitstellung im Juni Unternehmen, die bei der Einführung vorsichtig waren. Grund war, dass Anthropic die Regeln zur Datenspeicherung änderte und bei fortgeschrittener KI eine 30-tägige Speicherung der Nutzungsdaten von Firmenkunden vorsah. Das Unternehmen nannte den Missbrauchsschutz als Grund, zugleich gab es jedoch auch Bedenken, dass Gespräche mit der KI an Anthropic weitergegeben würden. Das US-Legal-Tech-Unternehmen Harvey verzichtete darauf, Fable als Standard einzuführen, da die fehlende Möglichkeit, die Datenspeicherung auf null zu setzen, für viele Kunden der ausschlaggebende Grund gegen eine Einführung sei.

Mythos 5 soll schrittweise ausgeweitet werden

Bei Mythos mit hoher Cyber-Leistung dürfte die Ausweitung der Bereitstellung in Länder außerhalb Japans, darunter auch Japan, ab dem 1. schrittweise vorankommen. Anthropic hatte die neueste Version 'Mythos 5' am 26. ausschließlich für Unternehmen und Behörden in den USA wieder freigegeben.

Mit der Aufhebung der Exportkontrollen vom 30. kann das Modell nun auch an Unternehmen im Ausland bereitgestellt werden, doch da die US-Regierung bei einigen Zielkunden Bedenken geäußert hatte, dürfte das Unternehmen den Zugangsumfang nach Gesprächen mit der Regierung festlegen. Anthropic erklärte, man arbeite 'weiterhin mit der US-Regierung zusammen, um die Bereitstellung für ein breites Spektrum von Partnerunternehmen im In- und Ausland auszuweiten'.

Das Unternehmen hatte Anfang Juni die Bereitstellung der Anfangsversion von Mythos, 'Mythos Preview', auf rund 200 Unternehmen und Behörden in mehr als 15 Ländern, darunter Japan, ausgeweitet. Es gilt weiterhin als in Japan nutzbar.

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