Hitzewelle im Osten der USA vor dem Unabhängigkeitstag, Washington steuert auf 40 Grad zu
Der US-Wetterdienst NWS hat am 30. eine Warnung vor einer gefährlichen Hitzewelle für den mittleren und östlichen Teil der USA herausgegeben. Vor dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli steigen die Temperaturen, in der Hauptstadt Washington dürfte das Maximum bei rund 40 Grad liegen. Als Ursache gilt ein 'Heat Dome', der warme Luft in der Höhe einschließt.
Über 38 Grad im Osten der USA
Nach Angaben des Wetterdienstes werden am 3. und 4. Juli in einem weiten Gebiet, darunter Washington, New York City und Philadelphia im östlichen Pennsylvania, Höchstwerte von über 38 Grad erwartet. Auch die Luftfeuchtigkeit dürfte hoch sein, sodass die gefühlte Temperatur in vielen Regionen über 40 Grad steigen könnte.
Auch Unabhängigkeitstag-Feiern betroffen
In den USA sind in Washington, Philadelphia und anderen Orten Veranstaltungen zum Unabhängigkeitstag und zum 250. Jahrestag der Staatsgründung sowie Spiele der K.-o.-Runde der Fußball-Weltmeisterschaft geplant. Der Wetterdienst rief zur Vorsicht vor Hitzschlag auf und warnte, dass Menschen ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Kühlmaßnahmen gesundheitliche Schäden erleiden könnten. Den Prognosen zufolge könnten von der aktuellen Hitzewelle mehr als 180 Millionen Menschen einem Risiko schwerer Gesundheitsfolgen ausgesetzt sein. Die Hitze dürfte sich ab dem 5. allmählich abschwächen.
Heat Dome und Klimawandel
Ein Heat Dome ist ein Phänomen, bei dem sich ein in der Höhe ausgeprägtes Hochdruckgebiet bildet, warme Luft nahe der Erdoberfläche einschließt und so ein weites Gebiet stark aufheizt. Bleibt das Hochdruckgebiet stationär, kann extreme Hitze mehrere Tage bis Wochen anhalten.
Dieses Phänomen hat in der Vergangenheit bereits in Nordamerika verheerende Schäden angerichtet. Ende Juni 2021 wurden im Westen Nordamerikas, darunter in Oregon, Washington State und der kanadischen Provinz British Columbia, Temperaturen von über 40 Grad gemessen; in den USA und Kanada starben mehr als 600 Menschen. Auch die Infrastruktur wurde beeinträchtigt, etwa als sich Straßen und Fahrleitungen der Bahn durch die Hitze verformten.
Auch in Europa weitet sich der Einfluss des Heat Dome aus. In Frankreich hält seit Juni an vielen Orten eine extreme Hitze mit mehr als 40 Grad an, und die französische Gesundheitsbehörde erklärte, die Zahl der zusätzlichen Todesfälle im Land seit dem 24. belaufe sich auf rund 1000. Laut Reuters wurden in Österreich, Tschechien, Deutschland und Polen neue Höchsttemperaturen erreicht.
Bei den aufeinanderfolgenden Hitzewellen wird der Einfluss des Klimawandels hervorgehoben. Die internationale Gruppe World Weather Attribution (WWA), die den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Extremwetter analysiert, erklärte, die Hitzewelle in Europa wäre ohne den Klimawandel nicht möglich gewesen und sei 'die schwerste in der Beobachtungsgeschichte'. Die Erwärmung treibt die Temperaturen nach oben und erhöht weltweit die Häufigkeit von Hitzewellen.
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