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Yen gegenüber dem Dollar zeitweise bei 162, tiefster Stand seit 1986

Yen fällt zeitweise auf die 162er-Marke – tiefster Stand seit rund 39,5 Jahren

Yen fällt auf 162er-Marke

Am 30. im Tokioter Devisenhandel fiel der Yen gegenüber dem Dollar zeitweise auf 162 je Dollar. Das war der schwächste Yen- und stärkste Dollarstand seit rund 39,5 Jahren, seit Dezember 1986. Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen in den USA zur Bekämpfung eines erneuten Inflationsanstiegs verstärkte Käufe von Dollar und Verkäufe von Yen.

US-Zinserwartungen stützen

Am 29. in New York hatte der Yen zeitweise bis auf rund 161,98 je Dollar nachgegeben. Auch am 30. in Tokio wurde zunächst im Bereich von 161,90 gehandelt, bevor Verkäufe von Yen bis auf die 162,40er-Marke beschleunigt wurden, nachdem die psychologisch wichtige 162er-Schwelle unterschritten worden war. Um 17 Uhr japanischer Zeit am 29. lag der Kurs im Bereich von 161,80.

Interventionsgefahr und Yen-Verkaufsfaktoren

Auch im Juli 2024 war der Yen zeitweise bis auf 161,96 je Dollar gefallen und hatte damit den schwächsten Stand seit 1986 markiert. Damals war nach dem Plaza-Abkommen, in dessen Folge die Industrieländer koordiniert gegen einen starken Dollar vorgegangen waren, der Yen aufgewertet und der Dollar abgewertet worden; derzeit bewegt sich der Markt in die entgegengesetzte Richtung.

US-Konjunkturdaten bleiben robust, und trotz der Sorgen über eine Abschwächung der Weltkonjunktur wird die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft eher in den Vordergrund rücken. Am Markt kursieren Spekulationen, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed (FRB) noch in diesem Jahr ein bis zwei Mal die Zinsen anheben könnte. Die Bank of Japan treibt zwar die Normalisierung voran, der Leitzins liegt jedoch bei 1,0 % und damit unter den 3,5 bis 3,75 % der Fed sowie den 2,25 % der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch die Einschätzung, dass die Regierung von Sanae Takaichi eine Beibehaltung des lockeren geldpolitischen Umfelds und eine expansive Fiskalpolitik anstrebt, dürfte Yen-Verkäufe ausgelöst haben.

Die Regierung und die Bank of Japan griffen Ende April, als der Kurs die 160er-Marke erreichte, sowie im Juli 2024, als der Yen auf die 161er-Marke fiel, zu Yen-Käufen am Markt. Mit dem erneuten Abrutschen in einen historischen Tiefstbereich wächst am Devisenmarkt nun wieder die Sorge vor Interventionen. Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am 30. nach der Kabinettssitzung vor Journalisten mit Blick auf die jüngste Yen-Schwäche: 'Wir werden bei Bedarf jederzeit angemessen reagieren.' Sie erklärte zudem, bei einem Online-Treffen der Finanzminister Japans und der USA sei bestätigt worden, dass darin auch 'entschiedene Maßnahmen' enthalten seien.

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