Yen zum Dollar zeitweise bei rund 161,97, niedrigster Stand seit 39 Jahren und sechs Monaten
Yen sinkt in historischen Tiefbereich
Am Devisenmarkt fiel der Yen am 29. zeitweise auf rund 161,97 je Dollar und erreichte damit den schwächsten Stand seit 39 Jahren und sechs Monaten. Er lag damit über dem Niveau von 161,96 im Juli 2024 und markierte den niedrigsten Stand seit Dezember 1986.
Erwartungen an US-Zinserhöhungen stützen den Dollar
Eine Reihe von Daten, die eine Expansion der US-Wirtschaft zeigen, sowie die weiter anhaltenden Preissteigerungen im Zusammenhang mit der Lage im Nahen Osten stützen den Dollar. Am Markt mehren sich die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve (FRB) noch in diesem Jahr ein- bis zweimal die Zinsen weiter anheben könnte. Auch gegenüber dem Euro und anderen wichtigen Währungen zeigt der Dollar eine Aufwärtstendenz.
Struktureller Verkaufsdruck auf den Yen hält an
Die Yen-Schwäche hält seit 2022 an, und in den vergangenen viereinhalb Jahren hat die japanische Währung gegenüber dem Dollar fast 30 Prozent verloren. Seit dem Herbst 2025 verstärkten sich Yen-Verkäufe, weil der Markt die Wirtschaftspolitik von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi als auf geldpolitische Lockerung ausgerichtet einschätzt. Seit März 2026 kam vor dem Hintergrund der Lage im Iran auch verstärkt ein 'sicherer Hafen'-Kauf des Dollar hinzu.
Die Bank of Japan treibt die Normalisierung ihrer fast zehn Jahre andauernden, außergewöhnlich expansiven Geldpolitik voran und hob am 16. den Leitzins auf 1 Prozent an. Die realen Zinsen, bereinigt um Preisveränderungen, bleiben jedoch niedrig, und am Markt hält sich die Ansicht, dass die Zinserhöhungen nicht Schritt halten. Auch die Sorge vor Deviseninterventionen der Regierung und der Bank of Japan bleibt bestehen.
Am 22. wurde über Online-Gespräche zwischen Finanzministerin Satsuki Katayama und dem US-Finanzminister Bessent berichtet, wobei ein Austausch über die Wechselkursentwicklung stattgefunden haben könnte. Katayama sagte am 23., Japan und die USA hätten sich darauf verständigt, bei Bedarf entschlossene Maßnahmen zu ergreifen.
Importpreise belasten die Haushalte
Da Japan bei Energie auf Importe angewiesen ist, führen steigende Preise für Rohöl und andere Rohstoffe über Verkäufe des Yen und Käufe des Dollar leicht zu einem schwächeren Yen. Auch private Auslandsaktieninvestments über NISA neu tragen zur Belastung des Yen bei.
Ein schwächerer Yen stützt zwar exportorientierte Unternehmen, kann aber über höhere Importkosten die Inlandsinflation anheizen und den privaten Konsum dämpfen.
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