Meldung von Gesundheitsschäden durch Nahrungsergänzungsmittel: Gesundheitsministerium erwägt Pflicht
Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erwägt, Unternehmen zu verpflichten, Gesundheitsschäden durch Nahrungsergänzungsmittel zu melden. Vorgesehen ist, Hersteller und andere Anbieter zu erfassen. Ziel ist es, die Sicherheit zu erhöhen, vor dem Hintergrund des im März 2024 aufgedeckten Problems mit rotem Reishefe-Präparaten von Kobayashi Pharmaceutical.
Überprüfung des Systems im Blick
Einem Fachgremium des in Kürze zusammentretenden Rat für Gesundheitswissenschaften will das Ministerium einen Grundsatzentwurf vorlegen. Auch eine Änderung der einschlägigen Verordnungen zum Lebensmittelhygienegesetz wird in Betracht gezogen.
Abgleich mit dem geltenden System
Derzeit gilt für sogenannte Foods for Specified Health Uses, Tokuho genannt, bei denen der Staat Wirksamkeit und Sicherheit prüft, eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt, wenn schwere Vorfälle oder mehrere Gesundheitsschäden auftreten. Dasselbe wird auch für Foods with Function Claims verlangt, bei denen Anbieter ihre Funktionen in eigener Verantwortung angeben können, sofern sie wissenschaftliche Nachweise einreichen.
Nahrungsergänzungsmittel, die nicht in diese Kategorien fallen, sowie Nahrungsergänzungsmittel als Nährstofffunktionslebensmittel, für die kein Genehmigungsantrag erforderlich ist, werden dagegen wie gewöhnliche Lebensmittel behandelt; die Meldung von Gesundheitsschäden blieb bislang lediglich eine Bemühenspflicht.
Die Verbraucherbehörde schlug am 9. vor, die Definition von Nahrungsergänzungsmitteln klarzustellen als 'Lebensmittel, deren Zweck darin besteht, die Nährstoffaufnahme über die übliche Ernährung oder die Regulierung physiologischer Funktionen zu unterstützen'. Auf dieser Grundlage will das Gesundheitsministerium Produkte, die als Nahrungsergänzungsmittel gelten, denselben Regulierungen unterwerfen wie Tokuho und Foods with Function Claims.
Das Gesundheitsministerium erwägt zudem, für die Erteilung oder Meldung von Betriebsgenehmigungen nach dem Lebensmittelhygienegesetz einen Mechanismus einzuführen, mit dem geprüft werden kann, ob ein Unternehmen Nahrungsergänzungsmittel vertreibt. Noch im Sommer will es die Richtung vorgeben.
Die roten Reishefe-Präparate von Kobayashi Pharmaceutical wurden als Foods with Function Claims verkauft, doch im Herstellungsprozess gelangten Schadstoffe hinein, und es häuften sich Meldungen über Nierenerkrankungen und andere Beschwerden. Die Regierung verschärfte daraufhin die Maßnahmen für Tokuho und Foods with Function Claims und diskutiert nun die künftige Regulierung des gesamten Marktes für Nahrungsergänzungsmittel.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.