Chinas Kritik am japanischen Militarismus greift auch auf befreundete Länder über
Verstärkter Druck auf Japan
Chinas Kritik an der Regierung von Sanae Takaichi wegen eines 'neuen Militarismus' weitet sich auch auf befreundete Länder aus. Neben Russland und Nordkorea, die im Umgang mit den USA ähnlich auftreten, haben sich auch Pakistan und Bangladesch hinter Chinas Position gestellt. Dies könnte die diplomatischen Beziehungen zu Japan beeinträchtigen.
Seit November 2025 hat China den Druck auf Japan verstärkt, vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Beziehungen zwischen beiden Ländern, ausgelöst durch eine Parlamentsaussage der Premierministerin zu einem möglichen Taiwan-Konflikt. Die chinesische Regierung rief ihre Bürger dazu auf, Reisen nach Japan zu vermeiden, und beschränkte zudem die Ausfuhr von Dual-Use-Gütern, darunter Seltene Erden, nach Japan.
Im sicherheitspolitischen Bereich stellte China die unter Takaichi erhöhte Verteidigungsausgaben und die Stationierung weitreichender Raketen als 'neuen Militarismus' dar und verurteilte dies. Auch im am 17. dieses Monats veröffentlichten außenpolitischen Weißbuch warnte China mit Blick auf Japan, der Militarismus flamme wieder auf und die internationale Sicherheit befinde sich in einer fragilen Lage.
Russland und Nordkorea schließen sich an
Um internationale Unterstützung für diese Kritik zu gewinnen, bringt China das Thema bei diplomatischen Gesprächen mit anderen Ländern regelmäßig vor. Besonders eng ist Chinas Verbindung zu Russland und Nordkorea in wirtschaftlichen, handelsbezogenen und militärischen Fragen.
Die Regierungen Chinas und Russlands nannten Japan in einer im Mai nach einem Gipfeltreffen in Peking veröffentlichten gemeinsamen Erklärung ausdrücklich und erklärten, Japans rascher Kurs der Wiederaufrüstung stelle eine ernste Bedrohung für Frieden und Stabilität in der Region dar. Zugleich forderten sie die japanische Regierung auf, 'neuen Militarismus und Wiederaufrüstung' aufzugeben.
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un behauptete auf einer wichtigen Tagung der Partei der Arbeit Koreas vom 20. bis 22. Juni, Japan strebe eine 'Militarisierung als Großmacht' an. Über Japan sagte er unter anderem, es verwandele sich offen in einen Kriegsstaat.
Es ist das erste Mal, dass Kim Jong Un in seiner Kritik an Japan auf eine 'Militarisierung als Großmacht' Bezug genommen haben soll. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte bei seinem Nordkorea-Besuch am 8. und 9. ebenfalls mit Blick auf Japan zur 'Ablehnung des Militarismus' aufgerufen.
Auch Pakistan und andere reagieren
Auch in Dokumenten, in denen Japan nicht direkt genannt wird, sind Zeichen einer Annäherung an Chinas Linie zu erkennen. In einer im Mai gemeinsam von China und Pakistan veröffentlichten Erklärung hieß es ausdrücklich, man lehne 'Versuche zur Wiederbelebung des Militarismus entschieden ab'.
Auch in einer am 17. veröffentlichten gemeinsamen Erklärung Chinas und Myanmars sowie in einer am 26. veröffentlichten Erklärung Chinas und Bangladeschs stand in derselben Formulierung, man lehne 'Versuche zur Wiederbelebung des Militarismus' ab. Beide Dokumente standen im Zusammenhang mit Gipfeltreffen.
Zudem veröffentlichten China und die Mongolei nach dem Besuch von Wang Yi, Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei und Außenminister, vom 13. bis 15. in der Mongolei ein gemeinsames Dokument. Darin hieß es, man verurteile alle Formen des Militarismus und unterstütze keinerlei Handlungen, die versuchten, diese Ideologie wiederzubeleben.
Japan hatte sich erst am 9. bei einem Außenministertreffen mit der Mongolei darauf geeinigt, die 'besondere strategische Partnerschaft' zwischen beiden Ländern weiter zu stärken. Sollte sich Chinas Kritik am Militarismus weiter verbreiten, könnte dies Japans nationale Interessen beeinträchtigen.
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