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IMO setzt Evakuierungsplan aus dem Persischen Golf nach Frachterangriff vorerst aus

IMO setzt Evakuierungsplan im Persischen Golf nach Angriff auf Frachter vorerst aus

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat am 25. mitgeteilt, dass sie den Evakuierungsplan für Schiffe, die im Persischen Golf festsaßen, vorerst stoppt. Nach einem Angriff auf ein Frachtschiff auf der omanischen Seite der Straße von Hormus sei die Sicherheit gewährleistet werden müssen, hieß es zur Begründung.

Angriff auf Südroute gemeldet

Die IMO hatte am 23. in Abstimmung mit den USA, dem Iran und Oman erklärt, sie wolle mehr als 11.000 Besatzungsmitglieder von Tankern und Frachtschiffen evakuieren, die im Golf verblieben waren. Mit der Zunahme von Handelsschiffen, die die Straße von Hormus passierten, wurde auch erwartet, dass sich die Versorgung mit Rohöl und Erdölprodukten erholen werde, doch der weitere Verlauf bleibt ungewiss.

Nach Angaben der britischen Seeschifffahrtsbehörde UKMTO und anderer Stellen wurde am Abend des 25. Ortszeit ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff angegriffen, als es versuchte, durch die Gewässer auf der omanischen Seite zu fahren; ein Flugkörper traf die Steuerbordseite. Reuters berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, Iran sei der Angreifer gewesen.

Transitverkehr schwankt zwischen Nord- und Südroute

Mehr als 500 Handelsschiffe hatten sich im Golf aufgehalten, doch seit der Veröffentlichung des Evakuierungsplans von IMO und anderen Stellen erholt sich der Transitverkehr allmählich. Laut S&P Global passierten am 24., dem Tag nach der Ankündigung, 78 Schiffe die Straße von Hormus; das entsprach einer Erholung auf 57% des Niveaus vor dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Für die Evakuierung gibt es zwei Routen: die vom Iran genannte Nordroute und die Südroute auf der omanischen Seite. Nach einer Analyse der Schiffsinformationsseite MarineTraffic nahm die Zahl der Handelsschiffe zu, die über die Südroute hinausfuhren.

Als IMO und Oman am Morgen des 24. die Öffnung der Südroute bekanntgaben, begannen Schiffe, die vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate vor Anker lagen, auf dieser Route den Persischen Golf zu verlassen. Zunächst nutzten auch einige Schiffe die Nordroute auf iranischer Seite; beide Routen wurden parallel verwendet.

Danach ging die Nutzung der Nordroute jedoch zurück. Gegen 15 Uhr am 24. befuhren kaum noch Schiffe die Nordroute, und am Abend desselben Tages verschwanden auch die Positionsdaten größerer Schiffe fast vollständig. Auf der Südroute bildete sich hingegen eine Reihe von Schiffen, die die Ausfahrt suchten.

Die iranische Seite reagierte offenbar scharf. Die Revolutionsgarden erklärten am 25., nur von Iran festgelegte Routen würden für den Transit zugelassen. In einer angeblich von Schiffen im Persischen Golf empfangenen iranischen Rundfunkmeldung hieß es, für die Fahrt sei die Genehmigung der Revolutionsgarden erforderlich; zudem wurde gewarnt, man trage 'die Verantwortung für alle Folgen'.

Ein Teil der Handelsschiffe kehrt aus Sicherheitsgründen um. Laut MarineTraffic drehte ein Tanker auf dem Weg nach Indien am 25. von der Südroute auf die Nordroute um. Die Financial Times berichtete, vier Handelsschiffe hätten am 25. nach Warnungen der iranischen Seite umgedreht.

Die europäische Forschungsfirma Kepler erklärte, im Fokus stehe nicht die Frage, ob die Meerenge offen oder geschlossen sei, sondern dass die Lage komplexer geworden sei. Verzögerungen, Umwege, erzwungene Routenänderungen und steigende Versicherungsprämien träten zusammen; daher müsse die Sicht auf Handelsrisiken selbst neu bewertet werden.

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