US-Flugzeugträger im Pazifik seit fünf Monaten nur ein Schiff – China nimmt dritten Träger in Dienst
Die Stationierung von Flugzeugträgern des US-Pazifikkommandos nimmt ab. Früher waren in der Regel zwei Träger im Einsatz, doch seit Jahresbeginn hält der Zustand mit nur einem Schiff an. Damit wächst die Sorge über das militärische Gleichgewicht in der Pazifikregion.
Veränderung der Stationierungslage
Auf Basis der von der US Naval Institute veröffentlichten Positionsdaten befanden sich seit Jahresbeginn nur in drei Wochen im Januar mindestens zwei US-Flugzeugträger im Zuständigkeitsbereich des US-Pazifikkommandos. Im entsprechenden Zeitraum 2025 waren es 24 Wochen. Im Pazifikgebiet ist seit Januar nur noch die 'George Washington' präsent, deren Heimathafen der US-Stützpunkt Yokosuka in Japan ist; Ende Juni begann bereits die 21. Woche. Damit wird der seit 2021 bestehende Höchstwert für den Zeitraum von gut fünf Jahren fortlaufend übertroffen.
Kräftekonzentration im Nahen Osten
Nach den Angriffen auf den Iran Ende Februar verlegten die US-Streitkräfte drei ihrer sieben einsatzbereiten Flugzeugträger in den Nahen Osten. Die Verlagerung von Kräften dorthin machte die Schwierigkeit deutlich, gleichzeitig Operationen in anderen Regionen wie Ostasien aufrechtzuerhalten.
Auslegung mit Blick auf China
Die US-Streitkräfte haben sich das Ziel gesetzt, in der Lage zu sein, zwei Konflikte in unterschiedlichen Regionen gleichzeitig zu bewältigen. Flugzeugträger sind dabei eine Kernwaffe; sie können Flugzeuge aufnehmen und flexibel in alle Teile der Welt verlegt werden. Die US-Marine verfügt über 11 Träger, rund die Hälfte des weltweiten Bestands. In den vergangenen Jahren wurden im Hinblick auf Chinas militärischen Ausbau und einen möglichen Taiwan-Konflikt neben dem in Yokosuka stationierten Träger auch von der US-Westküste operierende Träger in den Pazifik entsandt. Seit 2016 gibt es nahezu jedes Jahr Phasen, in denen mindestens zwei Träger im selben Seegebiet operieren.
2022 fand im Südchinesischen Meer eine Übung mit zwei Flugzeugträgern statt. Der damalige Kommandeur des Trägerkampfverbandes, Konteradmiral Martin, betonte, die US-Streitkräfte könnten überwältigende Seestreitkräfte einsetzen, um die Indopazifik-Region zu schützen, und unterstrich zugleich die Bedeutung der Sicherung der Seewege. Ein Zwei-Träger-Betrieb erweitert den Handlungsspielraum auch dann, wenn einer der Träger gewartet werden muss. Unter Berücksichtigung der für die Pazifiküberquerung benötigten Zeit wurde die Einsatzbereitschaft im Rotationsverfahren aufrechterhalten.
China baut seine Seestreitkräfte aus und weitet seinen Aktionsradius im Pazifik aus. Im Juni 2025 wurde erstmals bestätigt, dass die beiden verfügbaren Flugzeugträger gleichzeitig auf der Pazifikseite operierten. Im November desselben Jahres wurde mit 'Fujian' der dritte Flugzeugträger in Dienst gestellt.
Japans Reaktion
In Japan gibt es Besorgnis darüber, dass die Pazifikkräfte des einzigen Verbündeten USA dünner werden könnten. Zugleich nimmt die Tendenz zu, die Verteidigungszusammenarbeit mit gleichgesinnten Staaten wie Australien, Neuseeland und Südkorea auszuweiten. Zum Jahresende ist eine Überarbeitung der drei sicherheitspolitischen Grunddokumente geplant. Die Liberaldemokratische Partei empfahl der Regierung, mit Blick auf höhere Verteidigungsausgaben innerhalb von fünf Jahren sowohl bei Ausrüstung als auch bei der Struktur eine grundlegende Stärkung der Verteidigungsfähigkeit umzusetzen.
In der Empfehlung wird darauf hingewiesen, dass sich in der Pazifikverteidigung eine 'Lücke' auftue, und es wird zu einer besseren Ausstattung von Struktur und Material aufgerufen. Sollte sich ein längerer Krieg entwickeln, seien auch Angriffe auf Japan von der Pazifikseite aus denkbar; dies zeige die große Dringlichkeit, heißt es darin.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.