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Hitzewelle hält Europa weiter in Atem – Frankreich erlebt Rekordhitze, Großbritannien sieht 39 Grad voraus

Hitzewelle erfasst Europa erneut – in Frankreich Rekordhitze, in Großbritannien 39 Grad erwartet

Eine Hitzewelle erfasst Europa erneut. In Frankreich war der 23. der heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen, vielerorts wurden Rekordtemperaturen gemessen. Auch in Großbritannien werden für den 24. und 25. bis zu 39 Grad erwartet, die Warnstufe wird in mehreren Ländern erhöht.

Rekordhitze in Frankreich

Nach Angaben von Météo-France lag die Durchschnittstemperatur an 30 Messorten im Land am 23. um 17 Uhr bei 29,8 Grad und damit auf einem neuen Höchststand. In Bordeaux im Südwesten wurden 42,1 Grad gemessen, vielerorts wurden die Tageshöchstwerte neu gesetzt.

Ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet bedeckt Europa, und das Phänomen eines sogenannten 'Heat-Dome', bei dem warme Luft festhängt, trat zwei Monate in Folge auf. In Frankreich, Spanien, Italien und anderen Ländern hält die extreme Hitze an.

Das französische Premierministeramt berief am 23. ein Krisenmeeting ein und entschied angesichts der stark gestiegenen Zahl gesundheitlicher Notfälle, die medizinische Versorgung zu verstärken. Für den 24. gilt in 58 Départements des französischen Festlands, rund 60 Prozent der Gebiete, die rote Warnstufe mit dem höchsten Risiko einer Hitzewelle.

Nach einer Zählung der französischen Regierung sind seit dem 18. Juni 40 Menschen ertrunken. Bei vielen handelte es sich um junge Menschen, die sich vermutlich beim Baden vor der Hitze abkühlen wollten.

Die extreme Hitze beeinträchtigt auch die wirtschaftliche Aktivität. Französischen Medien zufolge stoppte der staatliche Stromversorger EDF in der Nacht zum 22. den Betrieb von Reaktor 2 des Kernkraftwerks Golfech im Südwesten. Grund war die gestiegene Temperatur der Garonne, die zur Kühlung genutzt wird.

In Paris begann am 23. die Fashion Week, und Unternehmen wie Dior Homme aus dem LVMH-Konzern passten die Zeiten ihrer Open-Air-Shows an. Der Eiffelturm schloss am 23. bereits um 16 Uhr, und der Louvre wird ab dem 24. ebenfalls nur bis 16 Uhr geöffnet sein.

Auch Großbritannien stärker betroffen

Auch in Großbritannien, das nördlicher liegt als Hokkaido, weitet sich der Einfluss der Hitzewelle aus. In England führte warme, feuchte Luft in den frühen Morgenstunden des 23. zu heftigen Gewittern; nach Angaben des Met Office gab es rund 30.000 Blitzeinschläge. Es kam in mehreren Regionen zu Störungen, darunter Hausbrände infolge von Blitzeinschlägen und vorübergehende Zugausfälle.

Für den 24. und 25. wird in Großbritannien ein weiterer Temperaturanstieg erwartet, das Met Office rechnet mit mindestens 39 Grad. Damit dürfte der im Juni 1957 und 1976 gemessene Höchstwert von 35,6 Grad übertroffen werden.

Die UK Health Security Agency hat in London und anderen Regionen die rote Warnstufe, die höchste Stufe des Hitzewarnsystems, ausgerufen und zur Vorsicht vor Hitzschlag aufgerufen. Es ist die zweite Ausrufung seit Juli 2022, als in London 40 Grad gemessen wurden.

Ein Sprecher der Behörde erklärte zur roten Warnstufe, sie bedeute, dass selbst für gesunde Menschen ein Lebensrisiko bestehe, und rief dazu auf, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden und ausreichend zu trinken.

In Großbritannien verfügen viele Wohnhäuser über keine Klimaanlage, und auch in Schulen ist sie häufig nicht vorhanden. Laut der BBC haben mehr als 300 Schulen in England und Westwales Maßnahmen wie Schulschließungen ergriffen.

Auch der öffentliche Verkehr ist betroffen. Network Rail, das Gleise und Bahnhöfe verwaltet, warnte vor 'erheblichen Störungen' und rief dazu auf, unnötige Fahrten zu vermeiden. Der Temperaturanstieg könne Gleise, Oberleitungen und Signalsysteme beeinträchtigen; möglich seien Tempolimits, Fahrplanänderungen und Verspätungen.

Nach Angaben des Met Office liegen die Hitzespitzen am 24. und 25. Juni, danach dürfte die Temperatur vom Wochenende bis Anfang nächster Woche allmählich zurückgehen. Mireia Ginesta, Forscherin an der Universität Oxford, wies darauf hin, dass die durch menschliche Aktivitäten verursachte Erwärmung die Häufigkeit extremer Hitze erhöhe und damit auch die Wahrscheinlichkeit von neuen Rekorden.

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