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Gespräche zwischen USA und Iran in der Schweiz gehen weiter, Atomfrage und Straße von Hormus im Fokus

USA und Iran setzen Gespräche in der Schweiz über Kriegsende fort - Atomfrage und Meerenge im Fokus

Punkte der Gespräche

Die USA und der Iran führten am 21. in Bürgenstock in der Zentralschweiz Gespräche über ein Ende der Kämpfe. Nach Angaben der US-Seite dauerten die Diskussionen auch in den frühen Morgenstunden des 22. die ganze Nacht an.

Vizepräsident Vance, der die US-Delegation anführt, reiste am Morgen des 21. in die Schweiz und hielt sich auch in den frühen Stunden des 22. den Angaben zufolge weiter im Hotel am Tagungsort auf. Die US-Seite nennt die Wahrung der vollständigen Offenhaltung der Straße von Hormus, eine Waffenruhe im Libanon und die iranische Atomfrage als Hauptthemen.

Seit der Unterzeichnung des Memorandums am 17. finden erstmals Gespräche auf hoher Ebene statt. Auch Vertreter Katars und Pakistans als Vermittler nahmen teil, womit es sich bei den offiziellen US-iranischen Gesprächen um die ersten seit rund zwei Monaten handelt, nachdem im April in Pakistan einmal Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe stattgefunden hatten. Von US-Seite waren neben Vance auch der Nahost-Sondergesandte Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Trump, anwesend. Auf iranischer Seite waren Parlamentspräsident Ghalibaf und Außenminister Araghtschi zu sehen.

Vierergespräche möglicherweise vorübergehend unterbrochen

Die iranische Seite gibt auch während der Gespräche ihre harte Haltung nicht auf. Bei den am Nachmittag geführten Vierergesprächen mit Pakistan und Katar nahm die iranische Delegation nicht an den Eröffnungsworten teil.

Außenminister Araghtschi verabschiedete sich nach einer Begrüßung mit Pakistans Premier Sharif am Tagungsort und zog sich zunächst zurück. Anschließend sprachen Vance, Sharif und Katars Premier- und Außenminister Mohammed zu dritt miteinander, und die iranische Seite betrat den Konferenzraum erst, nachdem die Journalisten den Raum verlassen hatten.

Trump übte zur Zeit des Beginns der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über soziale Medien Druck auf den Iran aus, die pro-iranische Organisation Hisbollah an der libanesischen Front zu stoppen. Wenn die Hisbollah nicht aufgehalten werde, werde man 'den Iran erneut sehr hart angreifen', warnte er. Daraufhin berichtete der mit den Revolutionsgarden verbundene Sender Tasnim, dass die 80 Minuten andauernden Gespräche unterbrochen worden seien. Der englischsprachige Sender Press TV meldete, die iranische Delegation protestiere gegen Trumps Beitrag und prüfe das weitere Vorgehen.

Die US-Regierung erklärte dagegen auch in den frühen Morgenstunden des 22., die 'iranische Delegation befinde sich am Verhandlungsort', und betonte, die Gespräche dauerten an.

60-Tage-Gespräche auf Grundlage des Memorandums

Die diesjährigen Gespräche basieren auf einem Memorandum, das Trump und Irans Präsident Peseschkian am 17. per Fernsignatur unterzeichneten. Ziel ist eine endgültige Einigung binnen 60 Tagen, doch die Positionen beider Seiten liegen weit auseinander, sodass schwierige Verhandlungen erwartet werden.

Vance sagte vor den Gesprächen gegenüber Journalisten, sollten sich der Iran vom Streben nach Atomwaffen abwenden, sei 'die USA bereit, ihre Beziehungen zum Iran grundlegend zu verändern'. Er äußerte die Absicht, Vertrauen aufzubauen und die Diskussion über die Atomfrage ernsthaft voranzubringen.

Vor den Vierergesprächen fanden auch Dreiergespräche zwischen den USA, dem Iran und Katar statt. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, es habe sich um ein Treffen zur Waffenruhe im Libanon und zur Freigabe iranischer eingefrorener Vermögenswerte gehandelt. Katar hält einen Teil der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte.

Druck rund um die Straße von Hormus

Die Gespräche am 21. fanden statt, während im Libanon der Schlagabtausch zwischen Israel und der Hisbollah weiterging. Noch bevor es um die Atomfrage ging, läuft bereits ein Nervenspiel um die gesamte Front.

Das Memorandum sieht ein Ende der Kämpfe an allen Fronten einschließlich des Libanons vor. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghai, schrieb am 21. auf sozialen Medien: 'Ohne die Umsetzung von Punkt 1 ist der Übergang in die Verhandlungsphase für eine endgültige Einigung unmöglich.'

Das Zentralkommando des iranischen Militärs erklärte am 20. mit Blick auf die Lage im Libanon, die Straße von Hormus erneut zu blockieren. Auch die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars verbreitete am 21. in sozialen Medien, die 'Straße von Hormus ist weiterhin geschlossen', und signalisierte damit die Absicht, den Schiffsverkehr durch die Meerenge erneut zu stoppen und den Druck auf die USA zu erhöhen.

Trump kritisierte am 21. in einem Interview mit Fox News die Ankündigung der erneuten Blockade durch den Iran. Er sagte, 'wenn nötig, könnten wir die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen', und deutete an, dass die USA die Route verwalten und Transitgebühren erheben könnten, sollte es keine Einigung geben.

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