Ex-Fed-Chef Greenspan gestorben, 100 Jahre alt – Amtszeit mit großem Markteinfluss
Der frühere Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Alan Greenspan, ist bis zum 22. gestorben. Er wurde 100 Jahre alt. Er überstand zahlreiche Krisen, darunter die Anschläge in den USA, und erhielt den Beinamen 'Maestro' (Meister). Später geriet er jedoch auch in die Kritik, die US-Immobilienblase übersehen zu haben.
Eine ungewöhnlich lange Amtszeit
Mehreren US-Medien zufolge wurde dies von seiner Ehefrau in einer Erklärung mitgeteilt. Greenspan stand von 1987 bis 2006 an der Spitze der Fed und hatte damit die zweitlängste Amtszeit in der Geschichte der Notenbank nach Martin, der die Fed in der Nachkriegszeit führte. Eine fünfte Amtszeit in Folge als Vorsitzender war erstmals erreicht worden.
Er trat als Nachfolger von Volcker das Amt an, der mit einer strikten geldpolitischen Straffung die hohe Inflation eingedämmt hatte, und brachte die Black Monday-Krise von 1987 sowie die asiatische Währungskrise von 1997 hinter sich. Seine Fähigkeit, mit wortreichen Auftritten die Erwartungen der Marktteilnehmer zu lenken, führte zu dem Spitznamen Maestro, also 'Dirigent'.
Lob und Kritik zugleich
Die geldpolitische Straffung Mitte der 1990er Jahre löste keine Rezession aus und brachte ihm großes Lob ein. Auch danach wurde er für sein geschicktes geldpolitisches Management bekannt, etwa indem er den Anstieg der US-Aktienkurse als 'irrationale Übertreibung' bezeichnete und damit gegensteuerte.
Andererseits stiegen Mitte der 2000er Jahre die langfristigen Zinsen trotz weiterer Zinserhöhungen nicht an, was Greenspan als 'Conundrum' (Rätsel) bezeichnete. Später stellte sich heraus, dass sich in dieser Zeit in den USA eine Immobilienblase ausweitete, woraufhin die Kritik zunahm, die Straffung sei unzureichend gewesen.
Für einen vielseitigen Werdegang bekannt
Auch für seine Vielseitigkeit war er bekannt. Nach dem Schulabschluss studierte er an einem Konservatorium ein Instrument. Erfahrungen sammelte er bei Beratungsfirmen und Thinktanks, bevor er in der Regierung Ford zum Vorsitzenden des Council of Economic Advisers (CEA) berufen wurde.
Der amtierende Fed-Chef Warsh erwähnte Greenspan bei seiner Vereidigungszeremonie im Mai 2026 und sagte über das Amt des Fed-Vorsitzenden, das Ex-Präsident Reagan als 'große Rolle in der US-Gesellschaft' bezeichnet hatte: 'Greenspan hat zum ersten Mal gezeigt, was dafür verlangt wird.' Greenspan schrieb im Januar 2008 in der Nikkei die Serie 'My Resume'.
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