Yen zeitweise bei 160,79 je Dollar, tiefster Stand seit 1 Jahr und 11 Monaten; Dollar legt weiter zu
Yen gibt nach nach FOMC und Sitzung der Bank of Japan
Am New Yorker Devisenmarkt wurde der Yen am 17. gegen den Dollar verkauft und fiel zeitweise auf 1 Dollar = 160,79 Yen. Damit unterschritt er das Niveau vor der von Regierung und Bank of Japan am 30. April durchgeführten Yen-Kaufintervention und markierte ein 1 Jahr und 11 Monate tiefes Niveau für den Yen und ein Hoch für den Dollar. Die Erwartungen auf eine Zinserhöhung in den USA nahmen zu, und Käufe von Dollar weiteten sich auf die wichtigsten Währungen aus.
Gegen 15.30 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste am 17. (4.30 Uhr am 18. in Japan) wurde 160,79 Yen erreicht. Es war der tiefste Stand seit der letzten Yen-Kaufintervention im Juli 2024. Am Markt überwog der Yen-Verkauf angesichts der erwarteten Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA.
Ausblick der Fed stützt den Dollar
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beließ auf der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 17. den Leitzins unverändert. In den Projektionen der Teilnehmer lag zugleich eine Zinserhöhung um einen Schritt bis Ende 2026 im Median, während die Erwartungen am Markt zwischen einem und zwei Schritten pro Jahr etwa ausgeglichen sind.
Für den im Mai ins Amt gekommenen Fed-Vorsitzenden Worsh war es das erste FOMC. Die Erklärung wurde kürzer und prägnanter gefasst als bislang und stellte ausdrücklich fest, dass das FOMC die Preisstabilität erreichen werde. Auf das Ziel der maximalen Beschäftigung ging sie nicht ein. Barclays in Großbritannien wertete den Ton leicht hawkisch.
Die Bank of Japan hatte auf ihrer geldpolitischen Sitzung bis zum 16. den Leitzins auf 1% angehoben, doch dies war im Vorfeld weitgehend eingepreist und dürfte nach Ansicht vieler Marktteilnehmer kaum als Kaufgrund für den Yen gewirkt haben. Nach den Projektionen der FOMC-Teilnehmer verstärkte sich der Druck auf den Yen und den Dollarauftrieb unter dem Einfluss der Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA weiter.
Interventionsgefahr bleibt bestehen
Regierung und Bank of Japan hatten am 30. April eine Yen-Kaufintervention durchgeführt. Der Yen-Kurs sprang damals zeitweise von rund 160,70 auf rund 155,50 je Dollar. Auch während der Feiertage Anfang Mai kam es zu einem kräftigen Anstieg von der 157er-Spanne in die 155er-Spanne.
Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am 9. Juni nach der Kabinettssitzung auf einer Pressekonferenz mit Blick auf die Yen-Schwäche gegenüber dem Dollar: 'Es bleibt unverändert, dass wir stets bereit sind, entschlossen zu handeln.'
Die Dollarstärke griff auch auf den Euro über. Gegenüber dem Euro stieg der Dollar zeitweise auf 1 Euro = 1,1478 Dollar, den höchsten Stand seit Ende März. Der Dollarindex, der die allgemeine Stärke des Dollar gegenüber wichtigen Währungen misst, stieg um 0,9% auf 100,5 und erreichte zeitweise ebenfalls den höchsten Stand seit Ende März.
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