KI- und Halbleiteraktien stützen den Nikkei, der auf 71.052 Yen steigt
Am Morgen des 18. im Tokioer Aktienmarkt stieg der Nikkei-Durchschnitt zum sechsten Handelstag in Folge und schloss 1.150 Yen höher als am Vortag bei 71.052 Yen. Der Anstieg übertraf zeitweise 1.400 Yen. Auch als nach der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Erwartungen an Zinserhöhungen in den Markt einflossen, blieb der Markt robust. Treibende Kraft waren Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter.
Geldpolitik der Fed und Reaktion der US-Aktien
Im Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC), der bis zum 17. tagte, entschied die Fed wie erwartet, den Leitzins zum vierten Mal in Folge unverändert zu lassen. In der zugleich veröffentlichten Zinsprognose der 18 Teilnehmer rechneten jedoch neun mit mindestens einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr. Da im März noch keiner der Teilnehmer für das laufende Jahr eine Zinserhöhung erwartet hatte, wertete Aditya Bhave von Bank of America dies als 'eindeutig hawkish'. An der US-Börse gaben am 17. die drei wichtigsten Indizes, darunter der Dow Jones Industrial Average, allesamt nach.
KI- und Halbleiterwerte geben den Ton an
Üblicherweise wäre an diesem Tag ein schwacher Start für japanische Aktien erwartet worden, doch stattdessen legte der Markt gegen den Trend zu. Im Fokus stand der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der aus wichtigen Halbleiterwerten besteht und am 17. an den US-Märkten zugelegt hatte. Intel, das mitteilte, Produkte auf Basis einer hochmodernen Halbleiterfertigungstechnologie in die Testproduktion gebracht zu haben, stieg um mehr als 3 %. Damit blieb der Ausblick auf weiter steigende Kurse bei KI- und Halbleiteraktien auch bei zunehmender Fed-Härte intakt.
Am Tokioer Markt sprang Murata Manufacturing zeitweise um mehr als 18 % und markierte ein Allzeithoch. Auch SoftBank Group (SBG) lag zeitweise mehr als 5 % im Plus. Zudem griffen Anleger bei Ibiden und Tokyo Electron zu. Allein diese vier Werte trieben den Nikkei-Durchschnitt um rund 700 Yen nach oben. Auch Kioxia Holdings wurde gekauft, der Kurs näherte sich 100.000 Yen.
US-Konjunktur und Nahost-Lage stützen ebenfalls
Die Marktstimmung gegenüber KI- und Halbleiteraktien wird zunehmend optimistischer. SMBC Nikko Securities stufte Murata Manufacturing mit Datum 17. auf die höchste Anlageempfehlung hoch. Das Unternehmen geht davon aus, dass die wachsende Nachfrage nach mehrschichtigen Keramikkondensatoren (MLCC), die etwa in KI-Servern eingesetzt werden, die Erträge stützen wird. Auch IwaiCosmo Securities hob das Kursziel für SBG an.
Hintergrund sind Erwartungen, dass die kräftigen KI-Investitionen der Hyperscaler anhalten werden. Die am 17. veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze für Mai stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,9 % und übertrafen damit die Markterwartung von 0,5 %. Ikuo Mitsui, Fondsmanager in der Investmentberatungsabteilung von Aizawa Securities, sagte, angesichts robuster privater Konsumausgaben und einer widerstandsfähigen US-Wirtschaft seien die Sorgen über ein Abflauen der KI-Investitionen gering.
Auch die Stimmung rund um die Nahost-Lage besserte sich, nachdem die USA und der Iran am 17. ein Memorandum zur Beendigung der Kampfhandlungen unterzeichnet hatten. Am Morgen des 18. waren im Prime Market der Tokioter Börse 60 % der Titel im Plus. Die WTI-Futures fielen auf das Niveau von 75 Dollar je Barrel, was die Erwartung verstärkte, dass dies zu einer Verbesserung der Unternehmensgewinne führen könnte.
Günstigere Ölpreise dürften den Inflationsdruck dämpfen. Zudem gibt es die Ansicht, dass dies keine Phase sei, in der die Fed aufeinanderfolgende Zinserhöhungen vornehmen werde. Yukio Tsuboi, Chefstratege von Daiwa Securities, weist darauf hin, dass die Erwartung, die US-Wirtschaft könne eine moderate geldpolitische Straffung verkraften, die Anlegerstimmung stütze. Der Nikkei-Durchschnitt ist in den fünf Börsentagen bis zum Vortag um 5.722 Yen gestiegen, und der Aufwärtstrend hält an.
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