Tokyo-Aktienmarkt: Nikkei bei 69.926 Punkten, KI und Halbleiter stützen
Am Vormittag des 17. legte der Nikkei-Durchschnitt an der Tokioter Börse weiter zu und notierte 521,58 Yen höher bei 69.926,08 Yen. Nach dem Rückgang der US-Technologiewerte am Vortag wurden weiter Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter gekauft; zeitweise überschritt der Index 70.000 Yen. Auch preiswerte Titel mit Gewinnerwartungen standen verstärkt im Fokus, und an der TSE Prime Market erreichte der Anteil der steigenden Werte fast 80 Prozent.
Käufe setzen sich auch nach dem Überschreiten von 70.000 Yen fort
Am 16. hatte der Nikkei-Durchschnitt erstmals während der Handelszeit die Marke von 70.000 Yen überschritten. Aus einer gewissen Sättigung nach diesem Meilenstein und vorsichtiger Zurückhaltung vor der für den Abend erwarteten Sitzung des US Federal Open Market Committee (FOMC) eröffnete der Markt am Morgen des 17. zwar 398 Yen niedriger als am Vortag, doch gegen 10 Uhr drehte die Entwicklung deutlich, und der Aufwärtstrend wurde klarer.
Von KI und Halbleitern zu zurückgebliebenen Titeln
Im Zentrum der Käufe standen weiterhin KI- und Halbleiterwerte. Allein Advantest, Tokyo Electron und Lasertec trieben den Nikkei-Durchschnitt um rund 334 Yen nach oben. Auch Ibiden und Disco legten zu, Murata Manufacturing stieg zeitweise um 4,6 Prozent. Das Verhältnis steigender Werte im Prime Market lag bei 77 Prozent, das der fallenden Werte bei 21 Prozent.
Gleichzeitig weitet sich die Auswahl der gesuchten Titel aus. Takayuki Ishibashi, Vice President bei Goldman Sachs Securities, sagte mit Blick auf den aktuellen Markt: 'Der Aktienmarkt befindet sich im Modus des Kriegsendes. Es ist furchteinflößend, eine Hausse zu verpassen.' Die Unterzeichnung eines Memorandums zur Beendigung der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran habe die Ölpreisdynamik etwas beruhigt und die Sorge vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung gemildert, hieß es ebenfalls. Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities, verweist darauf, dass auch jenseits von Halbleitern 'Käufe zur Neubewertung in zuvor zurückgebliebenen Branchen' einfließen.
Auch Bau- und Rüstungswerte ziehen Mittel an
Ein typisches Beispiel sind Bauaktien. Taisei legte zu, Kinden stieg zeitweise um 7,32 Prozent. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von Taisei liegt bei rund 16-fach und damit unter dem Durchschnitt des TSE Prime Market von etwas über 17-fach. Hiroaki Takei, Stratege bei Resona Holdings, sieht darin, dass die Einigung auf einen Waffenstillstand die Sorgen vor steigenden Baukosten gemindert und die Erwartungen an eine Verbesserung der Gewinne verstärkt habe. Bei Rüstungswerten, die von der heimischen Politik stark unterstützt werden, stiegen Kawasaki Heavy Industries zeitweise um 7,98 Prozent und IHI um 5,37 Prozent.
Gleichwohl bleibt die Vorsicht vor dem Tempo des Anstiegs bestehen. Der Nikkei-Durchschnitt liegt mit seiner Abweichung von der 200-Tage-Linie, die den langfristigen Trend zeigt, inzwischen bei mehr als 30 Prozent nach oben und damit deutlich über der als Überhitzungsmarke geltenden Schwelle von 20 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit den 33 Prozent im Mai 2013. Yasuyuki Toshida, Senior Market Analyst am Rakuten Securities Economic Research Institute, sagte zum aktuellen Markt: 'Die Erwartung weiter steigender Kurse ist stark. Künftig tritt der Markt in eine Phase ein, in der vorweggenommene Erwartungen mit den tatsächlichen Ergebnissen abgeglichen werden.'
Für den Abend sind die Veröffentlichung des FOMC-Beschlusses sowie die erste Pressekonferenz des Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve Board (FRB), Worsh, geplant. Am Markt wird erwartet, dass der Leitzins unverändert bleibt. Hikari Osada, zuständig für Aktienanlagen bei Kampo Life Insurance, hält es jedoch für möglich, dass Mittel aus KI- und Halbleiterwerten abgezogen werden, falls Worsh künftige Zinserhöhungen andeutet. Kurzfristig dürfte sich der Kampf um die Marke von 70.000 Yen in der Nähe des Rekordniveaus fortsetzen.
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