Iranische WM-Auswahl kehrt nach Mexiko zurück, nachdem US-Behörden Unterkunft verweigert haben
Iranische Nationalmannschaft kehrt nach dem Spiel nach Mexiko zurück
【Mexiko-Stadt=Tomohiro Ichihara】Die iranische Nationalmannschaft, die ihr erstes Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft (WM) in Nord- und Mittelamerika beendet hatte, kehrte in den frühen Morgenstunden des 16. per Nachtflug in ihr Trainingslager in Mexiko zurück. Grund war, dass die US-Regierung eine Übernachtung nach dem Spiel nicht genehmigt hatte.
Iran trat am 15. in Los Angeles gegen Neuseeland an und trennte sich 2:2. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Trainer Ghalenoi nach dem Spiel, die US-Behörden hätten der Mannschaft keine Unterkunft erlaubt, und äußerte Unmut: 'Unser Team ist das am stärksten unterdrückte bei dieser WM'. Die Delegation dürfte sich nach dem Spiel direkt zum Flughafen begeben haben.
Vorwurf der Doppelmoral gegen FIFA
Der Weltverband FIFA hatte bislang die Linie verfolgt, politische Botschaften aus dem Sport herauszuhalten, etwa indem er Haiti wegen eines Motivs aus dem Unabhängigkeitskrieg auf dem Trikot zur Änderung aufforderte. Zugleich billigte er jedoch die US-Verweigerung einer Unterkunft für den Rivalen Iran, wodurch seine schwache Reaktion besonders auffiel.
Unmittelbar vor dem Turnier war die iranische Mannschaft in ihr Trainingslager im mexikanischen Tijuana im Bundesstaat Baja California im Nordwesten zurückgekehrt, nachdem es zuvor aus den USA verlegt worden war. Im nächsten Spiel am 21. wird sie mit einem möglichst kurzen Aufenthalt erneut nach Los Angeles einreisen und gegen Belgien antreten. Das dritte Spiel gegen Ägypten ist ebenfalls in Seattle in den USA angesetzt.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte bei der WM die Ausstellung von Visa für iranische Spieler bis kurz vor knapp hinausgezögert und einigen Beteiligten die Einreise verweigert. Auch Einreise für Funktionäre der irakischen Mannschaft sowie für somalische Schiedsrichter wurde nicht erlaubt; als Begründung führte die Regierung fortgesetzt Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Einwanderungskontrolle an.
Die Frage der Einreise liegt im alleinigen Ermessen der jeweiligen Länder, doch FIFA hat in ihre Verträge mit WM-Gastgebern stets eine Klausel aufgenommen, wonach Spielern, Funktionären, Medienvertretern und Fans diskriminierungsfrei Visa ausgestellt werden sollen. Auch bei der vergangenen WM in Katar gibt es den Fall, dass Einreisen von aus Israel kommenden Fans und Berichterstattern, mit dem das Land keine diplomatischen Beziehungen hatte, ausnahmsweise erlaubt wurden.
Harte Linie nur gegenüber anderen als den USA
Während FIFA damit die politische Entscheidung der USA billigte, blieb sie gegenüber anderen Ländern als den USA weiterhin so strikt wie bisher. Auch einen Vorschlag der iranischen Seite, den Spielort von den USA nach Mexiko zu verlegen, lehnte sie aus Sorge vor einer Reaktion der USA ab.
Vor vier Jahren verhängte sie gegen Russland, das den Angriff auf die Ukraine begann, unmittelbar danach ein unbefristetes Verbot der Teilnahme an internationalen Wettbewerben.
Laut sozialen Medien arabischer Nachrichtenportale besuchte FIFA-Präsident Gianni Infantino die Umkleidekabine der iranischen Mannschaft und sagte zur Ermutigung: 'Ich verstehe, dass Sie eine schwierige Zeit durchmachen. Sie sind stärker als jede Schwierigkeit. Sie senden der Welt eine starke Botschaft.'
Der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter schrieb auf X, ehemals Twitter: 'Das Gastgeberland ist verpflichtet, allen qualifizierten Teams eine uneingeschränkte Einreise zu garantieren', und kritisierte damit den Umgang des derzeitigen Führungsteams.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.