Europa dringt zum G7-Termin auf Rahmen für US-High-End-KI für vertrauenswürdige Länder
Zum G7-Termin Forderung an die USA
Europäische Länder haben im Zusammenhang mit dem Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G7) einen Rahmen gefordert, der die Bereitstellung der fortschrittlichsten künstlichen Intelligenz (KI) der USA an 'vertrauenswürdige ausländische Regierungen und Unternehmen' ermöglichen soll. Mehrere US- und europäische Medien berichteten darüber.
FT-Bericht und Schritte des US-Handelsministeriums
Laut der Financial Times (FT) und anderen Medien sprachen Vertreter der Teilnehmerländer am 15., dem Eröffnungstag des Gipfels, mit US-Handelsminister Lutnick über einen Mechanismus zur Bereitstellung amerikanischer High-End-KI an 'vertrauenswürdige Partner'.
Das US-Handelsministerium wies Anthropic am 12. auf Grundlage des Export Administration Reform Act (ECRA) an, die Modelle 'Claude Mythos' und 'Fable' des Unternehmens nicht ohne Genehmigung an Ausländer bereitzustellen. Anthropic stellte die Bereitstellung noch am selben Tag ein. Ob die US-Regierung den europäischen Vorschlag angenommen hat, ist unklar. Das Weiße Haus hatte sich nach Angaben der Japanischen Wirtschaftszeitung bis zum Abend des 16. Juni (Morgen des 17. Juni japanischer Zeit) nicht zu einer Anfrage geäußert.
Konflikt um die Regulierung von KI
Die G7-Staats- und Regierungschefs wollen am 17. bei einem Mittagessen mit den Chefs großer KI-Unternehmen über die Sicherheit von KI beraten. Erwartet werden unter anderem Anthropic-CEO Dario Amodei und Sam Altman, CEO von OpenAI; insgesamt dürften mehr als zehn Personen teilnehmen. Thema dürfte auch sein, wie High-End-KI reguliert und bereitgestellt werden soll.
Die USA haben unter der Trump-Regierung eine KI-Politik verfolgt, die die unternehmerische Autonomie in den Vordergrund stellt. Seit dem Erscheinen von Claude Mythos im April zeichnet sich jedoch ein Wandel ab. Präsident Trump unterzeichnete am 2. Juni eine Präsidialverordnung, mit der die Regierung hochentwickelte KI vorab prüfen kann, und korrigierte damit den Kurs der Deregulierung.
Auch das regulierungsorientierte Europa sucht nach einer Wende
Europa hat die Regulierung bislang vor seine eigene Wettbewerbsfähigkeit gestellt. Die Europäische Union (EU) verabschiedete im Mai 2024 das weltweit erste umfassende KI-Gesetz, das Risiken von KI in vier Stufen einteilt und Unternehmen verschiedene Pflichten auferlegt.
Der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, veröffentlichte im September 2024 hingegen einen Bericht, in dem er die EU-Regulierung kritisierte. Die EU hat begonnen, Deregulierung voranzutreiben, doch nach Einschätzung mancher hat sich der Abstand zu den USA und China in dieser Zeit weiter vergrößert.
Junge Unternehmen wie das französische Mistral AI setzen im Wettbewerb mit US-Anbietern auf eine Strategie, bei der technische Spezifikationen von KI offengelegt werden, um mehr Nutzungsunternehmen zu gewinnen. Im April 2026 kündigte das kanadische KI-Unternehmen Cohere eine Fusion mit dem deutschen Aleph Alpha an. Auch eine Bewegung hin zu einem 'Middle Power'-Ansatz, der kleinere Anbieter bündelt, ist zu beobachten.
Die Trump-Regierung erklärt offen, sie strebe ein 'Monopol' in der KI-Branche an. Frankreichs Präsident Macron, dessen Land den G7-Vorsitz innehat, interessiert sich stark für KI; Japan und andere europäische Staaten wollen eine zu große Abhängigkeit von US-Technologie vermeiden. Regulierung oder Förderung des Wettbewerbs, nationale Führung oder multilaterale Kooperation: Der KI-Wettlauf beginnt bereits, auch diplomatische und militärische Macht zu beeinflussen.
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