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Studenten bis saudischer Prinz treiben Kaufrausch, SpaceX-Aktie springt am ersten Handelstag

SpaceX-Börsengang entfacht Euphorie von Studenten bis Milliardären, erster Kurs 19 % über Ausgabepreis

Vom Studenten bis zum Vermögenden: Der Börsengang von SpaceX löste weltweite Euphorie aus.

Auch Studenteninvestoren stürmen zu

Im Börsenclub Forward der Waseda-Universität mit mehr als 100 Studierenden gingen bei mehr als 20 Studenten, darunter auch Börsenanfänger, Kaufanträge für Aktien von SpaceX aus den USA ein. Der Vorsitzende Yuta Era sagte: 'Wer sich nicht auf diesen Börsengang (IPO) bewirbt, ist kein Investor.'

Auch ein saudischer Prinz macht mit

Auch der saudische Prinz Alwaleed bin Talal, der die Investmentgesellschaft Kingdom Holding führt, setzte auf SpaceX. Auf X (ehemals Twitter) schrieb er, er freue sich auf ein neues Kapitel auf dem Weg zu den Sternen.

Marktkapitalisierung steigt auf 2,1 Billionen Dollar

Der Schlusskurs von SpaceX am 12. Tag der Börsennotierung lag 19 % über dem Ausgabepreis. Die Marktkapitalisierung stieg damit von rund 1,77 Billionen Dollar (etwa 283 Billionen Yen) auf Basis des Ausgabepreises auf 2,1 Billionen Dollar (etwa 340 Billionen Yen) am ersten Handelstag.

Die Käufe für den Traum eines einzelnen Mannes namens Elon Musk machten den größten IPO der Geschichte möglich. Gewürdigt wurden dabei vor allem gewaltige Wachstumsszenarien wie Weltraum-Rechenzentren und eine Besiedlung des Mars.

Erfolgreicher Start wirkt als Rückenwind

Am 22. Mai, zwei Tage nach der Veröffentlichung des Prospekts, wagte das Unternehmen einen Testflug der nächsten Generation der größten Rakete der Welt, der Starship. Im Jahr 2025 waren Starts der Vorgängerversion dreimal in Folge fehlgeschlagen.

Ein weiterer Fehlschlag hätte die Erwartungen in Enttäuschung verwandeln und den Unternehmenswert beschädigen können. Doch diesmal stieg die Rakete hoch auf und landete nach einer Umrundung der halben Erde trotz eines Triebwerksproblems im Wasser. Der erfolgreiche Start wirkte als Rückenwind für den Unternehmenswert; für das öffentliche Aktienangebot gingen weltweit wohl Zeichnungen ein, die mehr als das Dreifache des angestrebten Emissionsvolumens erreichten.

Bedenken wegen der Kontrollstruktur

Gleichzeitig gibt es weiterhin Stimmen, die Musks Ambitionen für kaum realisierbar halten. Bei Satelliten für Weltraum-Rechenzentren hat SpaceX bei der US-Bundesbehörde für Kommunikation (FCC) einen Plan für den Start von bis zu 1 Million Einheiten eingereicht. Das entspräche dem Hundertfachen der rund 10.000 Kommunikationssatelliten von Starlink, die derzeit im Betrieb sind.

Am 8. Juni, kurz vor dem Börsengang, veröffentlichte Musk überraschend einen Überblick über das Weltraum-Rechenzentrum AI1 und sagte: 'Es braucht überhaupt nichts Magisches.' Er betonte, die Struktur sei einfacher als die der Starlink-Satelliten. Im Prospekt hieß es, die Bereitstellung könne frühestens 2028 erfolgen. Musk erklärte jedoch, er strebe Starts bis Ende 2027 an, offenbar um den Eindruck zu vermitteln, dass der Plan keine Fantasie ist.

Trotzdem halten sich Investoren zurück, die Abstand vom Mega-IPO nehmen. Die dänische Lehrerpensionskasse AkademikerPension entschied auf Anraten ihres Chief Investment Officer (CIO) Anas Schjelde, der rund 4 Billionen Yen verwaltet, keine SpaceX-Aktien zu kaufen. 'Unmöglich. Das kommt auf die Ausschlussliste', sagte er.

Als problematisch gilt die Struktur, bei der Musk 80 % der Stimmrechte hält. Selbst bei Managementfehlern kann er nicht ohne seine Zustimmung abberufen werden. Für einen auf langfristige Anlagen ausgerichteten Pensionsfonds sei das zukünftige Risiko größer, befand Schjelde.

Hinter Musks kompromissloser Machtkonzentration steht eine bittere Erfahrung bei dem Elektroautobauer Tesla. 2018 verklagte Richard Tornetta, ein Tesla-Aktionär, den 56 Milliarden Dollar schweren Vergütungsplan für Musk als viel zu hoch. 2024 erreichte er zunächst dessen Aufhebung. Zum Zeitpunkt der Klage hielt er nur neun Aktien. Dass ein Anleger mit einer Position im Wert von rund 300.000 Yen einen Plan aus dem Tritt bringen konnte, machte Musk die Gefahr von Eingriffen von außen bewusst und wurde zu einem Faktor, der ihn bei SpaceX über Vorzugsaktien und andere Instrumente die Kontrolle weiter stärken ließ.

Gwynne Shotwell, Präsidentin und Chief Operating Officer (COO) von SpaceX, lobte sich in einer Rede im März selbst und sagte, das Unternehmen habe das weltweit größte und fortschrittlichste Satellitennetzwerk sowie ein die Erde umspannendes Kommunikationsnetz geschaffen. Starlink beeinflusse bereits den Kriegsverlauf weltweit, und Musks alleinige Entscheidungsmacht wirke sich auch auf die Sicherheit anderer Staaten aus.

Im Prospekt räumte das Unternehmen selbst ein: 'Eine Änderung von Musks Rolle könnte die Managementstruktur erheblich stören und sich nachteilig auf die Fähigkeit zur Umsetzung der Strategie auswirken.' SpaceX hat damit die Existenz eines absoluten Herrschers selbst ausdrücklich benannt.

Wird der größte IPO der Geschichte, in dem eine einzelne Person über enorme Macht verfügt, zu einem neuen Gesicht des US-Kapitalismus - oder endet er in einem grandiosen Fehlschlag?

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