Nikkei steigt weiter auf 69.593 Yen, Aufschwung beschleunigt sich unter Führung von KI und Halbleitern
Nikkei steigt weiter auf 69.593 Yen, Aufschwung beschleunigt sich unter Führung von KI und Halbleitern
US-Iran-Abkommen beflügelt die Stimmung
Am 15. an der Tokioter Börse legte der Nikkei-Index weiter zu; der Schlussstand am Mittag lag bei 69.593 Yen, 3573 Yen bzw. 5,41% über dem Stand vom vorangegangenen Freitag. Nachdem US-Präsident Donald Trump in den frühen Morgenstunden des 15. japanischer Zeit in den sozialen Medien mitgeteilt hatte, dass er sich mit dem Iran auf ein Ende des Kriegs geeinigt habe, griffen Käufe auf breite Teile des Marktes über.
Neben Aktien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter führten auch Werte mit Nachholbedarf die Rally an. Am Markt wächst die Ansicht, dass über die Furcht, eine Hausse zu verpassen, hinaus noch Luft nach oben besteht.
Rückgang geopolitischer Risiken weitet Käufe aus
Takayuki Ishibashi, Vice President bei Goldman Sachs Securities, sagte, in der vergangenen Woche sei zwar ein Memorandum of Understanding bereits im Blick gewesen, doch ein derartiger Fortschritt, sinkende Ölpreise und fallende Zinsen seien noch nicht eingepreist gewesen. Tomoya Kitaoka, Chief Equity Strategist bei Nomura Securities, verwies auf die wiederholt aufgekommenen Hoffnungen auf einen Waffenstillstand und sagte, das Ende des Kriegs werde als markanter Einschnitt positiv aufgenommen.
An diesem Tag gewann die KI-Rally vor dem Hintergrund sinkender geopolitischer Risiken weiter an Dynamik. Tokyo Electron stieg zeitweise um 10% und markierte ein Allzeithoch. SoftBank Group legte um 13% zu, Ibiden um 19%, Advantest um 8% und Kioxia Holdings um 11%. Auch Werte rund um mehrschichtige Keramikkondensatoren (MLCC) waren gesucht; Murata Manufacturing stieg bis an die obere Grenze der täglichen Kursbewegung, Taiyo Yuden gewann 19%.
Günstigeres Öl treibt auch konjunktursensitive Titel
Anders als bis zum vergangenen Freitag wurden neben KI- und Halbleiterwerten auch Aktien gekauft, bei denen die Sorge vor steigenden Ölpreisen nachließ. Im Bausektor stieg Taisei zeitweise um 12%, Kajima um 10%. Auch Airline-Titel wie JAL und ANA Holdings legten zu.
Nach der Öffnung der Straße von Hormus ließen auch die Sorgen um Lieferketten nach. Zudem griffen Anleger bei Mitsubishi Chemical Group und Mitsui Chemicals zu, bei denen die Belastung durch den Naphtha-Beschaffungspreis im Fokus gestanden hatte. Auch Automobilwerte wie Toyota Motor stiegen.
Takahiko Masuzawa, Leiter des Aktienhandels bei Philip Securities, sagte, mit dem Rückgang von Sorgen über billigeres Öl und Lieferketten sei bei Anlegern eine gewisse Furcht entstanden, eine Hausse nicht mitzugehen.
Auch Binnenkonsumwerte werden neu bewertet
Nach dem US-Iran-Abkommen könnte sich auch die Richtung der Käufe verändern. Richard Kay, Portfoliomanager bei dem französischen Vermögensverwalter Comgest Asset Management, sagte mit Blick auf das Waffenstillstandsabkommen, er werde 'Einzelhandel und Lebensmittel sowie andere Binnenkonsumwerte weiter aufstocken'. Die Einschätzung lautet, dass eine Verschnaufpause beim Yen die Binnenkonsumwerte stützen könnte.
Auch am Markt macht sich Überraschung breit. Tomo-o Kinoshita, Global Market Strategist bei Invesco Asset Management, sagte, er habe nicht erwartet, dass der Markt so stark steigen würde. Keita Kubota, Leiter des Japan-Aktienmanagements bei Neuberger Berman, sagte, die Aufwärtsdynamik sei enorm. 'Ist das nicht genau das, was eine Blase ausmacht?', fragte er. In der von Zuversicht dominierten Stimmung sehen manche die Marke von 70.000 Yen beim Nikkei nur als Durchgangsstation.
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