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Der Börsengang von SpaceX und eine Entspannung der US-Iran-Spannungen geben japanischen Aktien Auftrieb

SpaceX-Börsengang stärkt den Nikkei-Aussichten auf 70.000 Punkte – Tokio zum Wochenstart im Blick

Der IPO von SpaceX wurde ohne größere Turbulenzen aufgenommen und dürfte zu Wochenbeginn für Zuversicht am japanischen Aktienmarkt sorgen. Zusammen mit den Hoffnungen auf ein Ende der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran könnte der Nikkei 225 die Marke von 70.000 Punkten wieder ins Blickfeld rücken.

Anlegerstimmung nach dem IPO

Masahiro Yamaguchi, Leiter der Abteilung Investment Research bei SMBC Trust Bank, sagte mit Blick auf die Erstnotiz der SpaceX-Aktie: 'Die Stärke der Kaufbereitschaft und die reichliche Liquidität wurden bestätigt. Auch zu Wochenbeginn dürfte der gesamte Aktienmarkt weiter gefragt sein.'

Die Aktien des Unternehmens wurden am Nasdaq gelistet und beendeten den ersten Handelstag bei 160,95 Dollar, rund 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Die Marktkapitalisierung erreichte 2,1 Billionen Dollar, etwa 360 Billionen Yen, womit das Unternehmen weltweit auf Platz sechs lag. Das eingeworbene Kapital war das größte in der Geschichte; auch in Japan hatte der Mega-IPO mit einem Volumen von rund 350 Milliarden Yen für Aufmerksamkeit gesorgt.

SpaceX erzielt neben dem Raumfahrtgeschäft auch Erträge, indem es für künstliche Intelligenz unverzichtbare Rechenressourcen an Alphabet und Anthropic vermietet. Tokiyuki Oyama, Marktanalyst bei Matsui Securities, sagte, die Bewertungsmaßstäbe wirkten zwar hoch, doch die Erwartungen an die künftige Ertragskraft seien groß und die Anleger kauften sich in einen Traum ein. Den Start bewertete er als sehr gelungen.

Blick auf Halbleiterwerte und Notenbanksitzungen

Der US-Index S&P 500 legte am 12. Tagessitzung zu, und auch die Nikkei-Futures schlossen im nächtlichen Handel für den September-Kontrakt bei 67.440 Punkten, 1.320 Yen über dem Tagesschluss. Belastend wirkte zudem die Aussicht, dass US-Präsident Donald Trump in Kürze ein Abkommen zur Beendigung der Kämpfe mit dem Iran unterzeichnen könnte, während Rohöl-Futures weiter nachgaben. Der Tokioter Aktienmarkt dürfte zu Wochenbeginn mit weiteren Gewinnen starten.

Viele Marktteilnehmer rechnen damit, dass wieder Kapital in Halbleiteraktien fließt, die den KI-Boom bislang angeführt haben. Der Nikkei Semiconductor Stock Index, der aus den wichtigsten entsprechenden Werten besteht, stoppte seinen Rückgang selbst in der vorangegangenen Schwächephase des japanischen Aktienmarkts knapp vor der 25-Tage-Linie. Am Markt setzt sich die Einschätzung durch, dass der übergeordnete Aufwärtstrend der Branche intakt bleibt.

Auch die Erwartung, dass die USA und der Iran bald eine Einigung über ein Ende der Kämpfe erzielen, stützt die Kurse. Ein ranghoher US-Regierungsvertreter erklärte am 12., im Entwurf eines Abkommens sei festgehalten, dass die USA das iranische angereicherte Uran vor Ort verarbeiten würden. Sollten die Bemühungen zur Aufhebung einer Blockade der Straße von Hormus vorankommen und die Energieversorgung besser absehbar werden, könnte sich die Kaufbereitschaft auch auf Titel außerhalb von KI und Halbleitern ausweiten und der Aktienrally zusätzlichen Schwung geben.

Marke von 70.000 Punkten rückt näher, doch Vorsicht bleibt

Im Fokus der laufenden Woche steht die Frage, ob der Nikkei 225 sein am 3. erreichten Rekordhoch von 68.402 Punkten übertreffen und sich der Marke von 70.000 Punkten nähern kann. Marktteilnehmer blicken dabei vor allem auf die Geldpolitik in Japan und den USA.

Die Bank of Japan wird am 15. und 16. eine Sitzung zur Geldpolitik abhalten. Der Markt preist eine Zinserhöhung auf 1 Prozent ein; anstelle des wegen eines Krankenhausaufenthalts verhinderten Gouverneurs Kazuo Ueda wird Vizegouverneur Shinichi Uchida die Pressekonferenz übernehmen. Anschließend tagt am 16. und 17. das Federal Reserve System, das die Sitzung des Federal Open Market Committee, FOMC, abhält.

Marktteilnehmer achten besonders auf die Aussagen des neuen Fed-Vorsitzenden Warsh, der erstmals dem FOMC vorsteht. Yamaguchi sagte: 'Wenn sich der Redner ändert, kann selbst derselbe Inhalt anders formuliert werden. Es ist Vorsicht geboten, falls der Markt dies als übermäßig hawkisch deutet.'

Der Aktienkauf ausländischer Anleger in Japan stagniert derzeit eher. Nach den Daten der TSE zu Aktienhandelsströmen nach Anlegergruppen, zusammengerechnet für die Tokioter und die Nagoyaer Börse, verkauften Ausländer in der ersten Juniwoche vom 1. bis 5. Juni bereits die zweite Woche in Folge japanische Aktien netto. Kohei Okazaki, Chef-Marktökonom bei Nomura Securities, sieht das so: 'Bis Mai sind viele ausländische Investoren nach Japan gereist, und zusätzliche Anfragen sowie Käufe japanischer Aktien haben sich zuletzt abgekühlt.'

Die guten Nachrichten für den Moment sind bereits weitgehend eingepreist, und manche sehen das Erreichen der 70.000-Punkte-Marke als zugleich nah und fern. Langfristig betrachtet ist der Nikkei 225 in der Regel in Schritten von rund 30 Prozent gestiegen. Um 2018 bis 2020 galt 24.000 Yen als faktisches Hoch, danach bewegte sich der Index bei rund 31.000 Punkten, also etwa 30 Prozent höher. Auch danach wurden mit 40.000 und 52.000 Punkten weitere 30-Prozent-Marken erreicht, und weniger als ein halbes Jahr nach dem Überschreiten der 52.000er-Marke kletterte der Index zeitweise in den Bereich von 68.000 Punkten.

Eiji Kinouchi, Chef-Technikanalyst bei Daiwa Securities, verweist auf den 30-Prozent-Zyklus und sieht 'charttechnisch bereits Schwierigkeiten, neue Hochs zu markieren; für den nächsten Schritt nach oben braucht es Zeit'. Mit Blick darauf, wie hawkish sich die Notenbanken in Japan und den USA positionieren, dürfte der Markt zusammen mit der Zinsentwicklung nach weiterem Aufwärtspotenzial suchen.

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